Wednesday, 29. June 2016
11.05.2011
 
 

Warnung: Die Inflation kommt!

Michael Grandt

Die schlechten Nachrichten für die Bürger nehmen kein Ende, obwohl uns die regierungsgläubigen Medien täglich anderes auftischen: gefakte Arbeitslosenstatistiken, geschönte Konjunktur- und Verschuldungsdaten und Latrinenparolen nach dem Motto »Alles ist gut«. Doch schon droht das nächste Unheil: Inflation.

Als »Inflation« bezeichnet man einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Schon vor zwei Jahren warnten Experten vor einer steigenden Inflation. Jetzt ist es soweit.

Vergangenen Monat haben sich die Inflationsaussichten stark eingetrübt: Auf Großhandelsebene stiegen die Preise in Deutschland im Durchschnitt um 10,9 Prozent – so stark wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Vor allem Metalle, Rohöl und Getreide treiben die Großhandelspreise in die Höhe. Der Handel gibt diese ganz oder zumindest teilweise an die Endverbraucher weiter. Futtermittel, Saatgut und Getreide verteuerten sich um rund 76 Prozent, Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze um 50 Prozent. Erze und Metalle wurden um fast 25 Prozent teurer; feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse lagen um rund 20 Prozent über dem Niveau von März 2010.

Finanzanalysten prognostizieren deshalb »vorsichtig« eine Inflationsrate von 2,8 Prozent noch in diesem Jahr. Damit eine Inflation ihre Wirkung entfalten kann, muss sie aber nicht zwangsweise hoch sein, auch lang anhaltende, kleine Inflationsraten führen zu großen Effekten. Das nennt man »schleichende« Inflation. Beispiel: Legt man 100.000 Euro unverzinst zurück, sinkt deren Wert bei zwei Prozent Inflation pro Jahr nach 25 Jahren auf rund 60.900 Euro – fast 40 Prozent des Vermögens fallen also der schleichenden Inflation zum Opfer. Nach 50 Jahren sinkt das Vermögen auf nur noch rund 37.100 Euro – 63 Prozent sind verloren.

 

Theoretisches Beispiel: Inflation

Herr Schmidt erbt ein Haus im Wert von 200.000 Euro. Nach einem Jahr ist er jedoch aus finanziellen Gründen dazu gezwungen, das Haus wieder zu verkaufen. Während der Zeit, als er das Haus besaß, kam es zu einer Inflation in Höhe von 25 Prozent  (die Preise aller Güter und Dienstleistungen stiegen um 25 Prozent). Ein Jahr nach Erwerb verkauft Herr Schmidt das Haus für 246.000 Euro (das sind 23 Prozent mehr, als er es gekauft hatte).

Sie denken, Herr Schmidt hat in diesem Fall ein Geschäft gemacht? – Nominal gerechnet ja, aber real (korrigiert um die Inflationsrate) nicht, denn auch die Kaufkraft des Geldes ist in der gleichen Zeit gesunken. Die Differenz zwischen der Inflationsrate (25 Prozent) und dem Mehrwert beim Verkauf (23 Prozent) beträgt 2 Prozent. Herr Schmidt hat in diesem Fall also einen realen Verlust von 2 Prozent erlitten.

Nach einer Analyse der Allianz hat der Euro seit seiner Einführung im Jahr 1999 rund 20 Prozent an Wert verloren, ist also nur noch 80 Cent »wert«.

 

Für Anleger, aber auch für Verbraucher ist diese Entwicklung alarmierend, denn noch nie war die Gefahr so groß, dass der Euro zu einer »Weichwährung« wird. Langfristiges Sparen, etwa über eine Lebensversicherung, Riester-Renten oder langlaufende Staatsanleihen werden durch einen weichen Euro und hohe Inflation uninteressant.

 

Zurzeit entsteht die Inflation durch steigende Rohstoffpreise. Doch auch der Staat kann Inflation »schaffen«: Irgendwann können die Zentralbanken die Schuldenlöcher nur noch stopfen, indem sie immer mehr Geld drucken und so eine hohe Inflation schaffen. Druckt der Staat bei gleichbleibender Gütermenge mehr Banknoten, entwertet er somit das Geld und leistet einer Inflation Vorschub. Das geht so lange gut, wie die Preise und Löhne nicht steigen. In den Krisenjahren 2008 bis 2009 erhöhten die USA die Geldmenge um über 100 Prozent, die Euroländer um rund 30 Prozent.

 

Dem fleißigen Sparer drohen also zwei Inflationsgefahren: einmal aus den steigenden Rohstoffpreisen und zum anderen durch die immer höhere Verschuldung der Staaten, die sich durch eine »künstliche« Inflation entschulden können. Glauben Sie mir: Die Versuchung einzelner Regierungen wird immer größer.

 

 


 

 

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