Samstag, 10. Dezember 2016
24.06.2014
 
 

Vereinigte Schulden von Amerika: Neue Horrorzahlen

Michael Snyder

Man mag es kaum glauben, aber es stimmt: Die Amerikaner stehen inzwischen mit fast 60 000 Milliarden Dollar in der Kreide! Genau genommen sind es 59 400 Mrd. Dollar, wenn man Staatsschulden, Firmendarlehen, Hypotheken und Verbraucherschulden addiert. Eine Summe, die sich jeder Beschreibung entzieht. Hätten Sie beispielsweise zur Zeit Jesu gelebt und hätten seitdem an jedem einzelnen Tag 80 Mio. Dollar ausgegeben, wären Sie noch immer nicht bei 59 400 Mrd. Dollar. Und der Großteil dieses Schuldenbergs ist erst in den vergangenen Jahrzehnten angehäuft worden.

 

Schauen wir 40 Jahre zurück, lag die Gesamtverschuldung der USA bei etwa 2200 Mrd. Dollar. Irgendwie haben wir es in den vergangenen vier Jahrzehnten zugelassen, dass die Schulden in den USA um nahezu das 27-Fache angeschwollen sind.

 

Das ist absolut verrückt und wer auch immer meint, dass dies auf Dauer so weitergehen kann, ist völlig fehlgeleitet. Wir leben in der größten Schuldenblase aller Zeiten und das kann nicht gut ausgehen. Sehen Sie sich nur die nachfolgende Grafik an…

 

Als die vorige Rezession einsetzte, sank die Gesamtverschuldung in Amerika sogar. Aber nur für einen kurzen Moment, denn dann machten sich Zentralbank und unsere Politiker in Washington eifrig wieder ans Werk, die Blase weiter aufzupumpen.

 

Alles wird gut, wurde jedem versichert, weshalb die Amerikaner gleich wieder die ganz großen Spendierhosen anzogen. Inzwischen steigt die Neuverschuldung in den USA wieder fast im selben Tempo wie früher und stellt Rekord um Rekord auf.

 

Ganz ähnlich sieht es aus, wenn wir die Verschuldung der Privathaushalte in Amerika betrachten…

 

 

Auch hier war es nach der Rezession einen Augenblick lang angesagt, die Kreditkarten zu zerschneiden und Schulden abzubauen. Hat ja nicht lange gehalten, oder?

 

Man könnte meinen, es habe 2008 niemals gegeben. Wir machen mit Blick auf die Schulden dieselben Fehler wie zuvor. Ich hatte es kürzlich schon einmal geschrieben: Die

Verbraucherkredite in den USA sind allein in den vergangenen drei Jahren um 22 Prozent gestiegen. 56 Prozent aller Amerikaner haben eine schlechte Bonität.

 

Und haben Sie es auch bemerkt? Viele Leute haben keine Angst mehr davor, sich finanziell zu verheben. Sie gönnen sich einen hübschen Neuwagen.

 

Im ersten Quartal hat die durchschnittliche Größe von Autokrediten einen neuen Rekord erreicht: 27 612 Dollar. Vor fünf Jahren waren es noch 24 174 Dollar. Und wie ich in einem anderen Artikel schrieb, beträgt die durchschnittliche Höhe der Monatsraten, die Autokäufer begleichen müssen, inzwischen 474 Dollar. Das ist praktisch so viel wie eine Hypothekenzahlung.

 

Und wo wir gerade beim Thema Hypothekenzahlungen sind: Die Hausverkäufe sind rückläufig und der Anteil an Immobilienbesitzern in den USA so niedrig wie seit 19 Jahren nicht mehr. Doch noch immer ist ein sehr großer Prozentsatz derjenigen, die ein Haus oder eine Wohnung besitzen, noch immer überschuldet. Laut einer aktuellen Umfrage können atemberaubende 52 Prozent aller Amerikaner sich nicht einmal das Haus leisten, in dem sie derzeit leben.

 

Gleichzeitig verhalten sich immer mehr Amerikaner so, als sei die letzte Finanzkrise nur ein böser Traum gewesen. Ihre Häuser müssen als Sparschweine herhalten, die Zahl der Eigenheimkredite steigt rasch wieder an. Wenn die nächste große Krise zuschlägt, werden eine Menge Leute massive finanzielle Probleme am Hals haben.

 

Viel wurde auch darüber geschrieben, was alles mit der Immobilienbranche nicht stimmt. Die Wahrheit sieht so aus: Die Hauspreise sind immer noch viel zu hoch, weshalb sich junge Erwachsene keine eigenen vier Wände leisten können, denn noch bevor sie an den Punkt gelangen, an dem sie zum Kauf bereit wären, ersticken sie schon an ihren Schulden.

 

Wie eine jüngst veröffentlichte Umfrage zeigt, geht bei 47 Prozent der Millennials, also der Jahrgänge 1974 bis 1995, mindestens die Hälfte des Lohns für die Tilgung von Krediten drauf...

Vier von zehn Millennials sagen, ihre Schulden würden sie »erdrücken« – diese Quote ist fast doppelt so hoch wie bei den Babyboomern. Das hat eine Umfrage ergeben, die Wells Fargo unter mehr als 1600 Millennials zwischen 22 und 33 und 1500 Babyboomern zwischen 49 und 59 Jahren durchgeführt hat.

47 Prozent der Millennials sagten, sie würden mindestens die Hälfte ihres Monatsgehalts dafür aufwenden, ihre Schulden zu reduzieren.

Diese Meldung hat mich total erstaunt. Die größte Schuldenquelle, mit der sich viele junge Menschen herumschlagen müssen, sind natürlich Studienkredite. Wie die Notenbank meldet, haben sich diese Darlehen inzwischen auf über 1200 Mrd. Dollar summiert und etwa 124 Mrd. Dollar davon sind seit über 90 Tagen fällig.

 

Es ist eine Schande, was wir unseren jungen Menschen angetan haben. Wir haben sie ermutigt, sich zu lebenslanger Schuldensklaverei zu verpflichten, und zwar noch bevor sie überhaupt eine Ahnung davon hatten, worum es im Leben geht. Nachfolgend ein Auszug aus einem früheren Artikel von mir mit dem Titel: »Is College A Waste Of Time And Money?«...

Schätzungsweise zwei Drittel aller Hochschulabsolventen in Amerika schließen heutzutage mit Kreditschulden ab und der Grad der Verschuldung steigt beständig. Laut einer Studie schließen »aus der Klasse von 2013 rund 70 Prozent mit Studienschulden ab – durchschnittlich in Höhe von 35 200 Dollar –, sowie mit finanziellen Verpflichtungen innerhalb der Familie und Kreditkartenschulden«.

Wenn diese Studenten wenigstens anständige Jobs bekommen würden, die es ihnen ermöglichen, diese Schulden zurückzuzahlen. Aber leider ist das meist nicht der Fall. Geschätzte 50 Prozent der Hochschulabsolventen der jüngeren Vergangenheit arbeiten in Jobs, für die kein Studium erforderlich gewesen wäre.

Wenn man das liest, verwundert es da noch, dass die Hälfte aller amerikanischen Hochschulabsolventen noch zwei Jahre nach Abschluss des Studiums finanziell von ihren Eltern abhängig ist? Wie die amerikanische Statistikbehörde meldet, besitzen gerade einmal 36 Prozent aller Amerikaner im Alter von 35 oder weniger aktuell eine eigene Immobilie. Ein niedrigerer Wert ist noch nie gemessen worden.

 

Und was hinterlassen wir unseren jungen Leuten? Die größte Verschuldung in der Geschichte der Menschheit. Mit 17 500 Mrd. Dollar ist die amerikanische Staatsschuld ein gewaltiges Monster, und der Großteil davon ist innerhalb der vergangenen 40 Jahre aufgelaufen. Vor 40 Jahren betrug die Haushaltsverschuldung der USA weniger als 500 Mrd. Dollar.

 

Damit nicht genug: Der »demografische Tsunami« der Babyboomer schwappt über unsere Wirtschaft hinweg und hinterlässt ein Meer roter Zahlen, wie es sich niemand hätte ausmalen können. Und der Rest der Welt? Versinkt ebenfalls in Schulden.

 

Wie ich kürzlich schrieb, ist die Gesamtverschuldung der Menschheit auf einen neuen Rekordstand angeschwollen: 223 300 000 000 000 Dollar. Unsere »Anführer« tun so, als ob das ewig so weitergehen könnte. Die Schulden wachsen viel schneller als die Konjunktur? Ach, halb so wild. Doch wer sich auch nur einen Funken gesunden Menschenverstand bewahrt hat, dem ist klar, dass man nicht unbegrenzt mehr Geld ausgeben kann, als man verdient.

 

Irgendwann kommt der Tag der Abrechnung.

 

2008 hätte ein Weckruf sein sollen, der weitreichende Veränderungen nach sich zieht. Stattdessen haben unsere Anführer das alte System einfach geflickt und die alten Blasen wieder aufgepumpt, mit dem Resultat, dass sie heute größer denn je sind. Aber die Politik beteuert, man wisse ganz genau, was man tue. Alles wird gut. Leider liegt sie völlig falsch.

 

 

 


 

 

 


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