Monday, 27. June 2016
30.01.2014
 
 

Warum begehen Banker in Führungspositionen in London Selbstmord?

Michael Snyder

Wenn wir an Banker denken, die von den Dächern ihrer eigenen Banken in den Tod springen, haben wir entsprechende Bilder aus der Zeit der Großen Depression vor Augen. Aber das Gleiche ist erst vor Kurzem in der britischen Hauptstadt London geschehen. Gabriel Magee (39), ein Vizepräsident der europäischen Zentrale der Bank JPMorgan in London stürzte sich am 27. Januar aus dem 33. Stockwerk in den Tod. Er fiel mehr als 150 Meter tief, und ein Augenzeuge berichtete, es habe am Unfallort »viel Blut« gegeben. Bereits am Sonntag war gemeldet worden, William Broeksmit, ein früherer Banker der Deutschen Bank, sei in seinem Haus in Kensington erhängt aufgefunden worden.

Wie kommt es zu diesen Selbstmorden? Es stimmt, die Märkte haben sich in der letzten Zeit ein wenig nach unten bewegt, aber es hat sicherlich noch keinen Zusammenbruch gegeben. Kann sich mehr hinter diesen Todesfällen verbergen, als auf den ersten Blick ersichtlich ist? Man weiß

es nicht. Aber wie ich im Weiteren darlegen werde, geschehen in letzter Zeit zahlreiche wirklich seltsame Dinge weltweit.

 

Aber bevor wir auf diese Entwicklungen eingehen, wollen wir die beiden Todesfälle etwas genauer betrachten. Magee war erst 39 Jahre alt, und sein Tod löste in der City Entsetzen aus:

»Der Bankmanager, der vom Dach der europäischen Zentrale von JPMorgan in London an diesem Morgen in den Tod sprang, hieß Gabriel Magee.

Der amerikanische Manager (39) stürzte vom 33-stöckigen Hochhaus und wurde tot auf dem vorgelagerten, tiefer gelegenen Dach gefunden, das die Zentrale in Höhe des neunten Stockwerks im Bürogebäudekomplex Canary Wharf umgibt.

Er war stellvertretender Leiter der Abteilung Technologie der Handels- und Investmentbank und hatte dort seit 2004 gearbeitet. 2007 war er von den USA nach London übergesiedelt.«

Was bringt einen Menschen auf der Höhe seiner Arbeitskraft, der über ein hohes Einkommen verfügt, dazu, sich so etwas anzutun?

Auch der Tod des früheren Deutsche-Bank-Mitarbeiters William Broeksmit am Sonntag gibt Rätsel auf. Nach Angaben der Daily Mail geht die Polizei nicht von einem »Fremdverschulden« aus, was bedeutet, dass man annimmt, er habe Selbstmord begangen und sei nicht ermordet worden:

»Ein ehemaliger führender Manager der Deutschen Bank wurde, wie sich heute herausstellte, tot in einem Haus in London gefunden.

Die Leiche von William ›Bill‹ Broeksmit (58) wurde in seinem Haus in South Kensington kurz nach Mittag von der Polizei aufgefunden. Die Beamten waren gerufen worden, nachdem Meldungen eingegangen waren, nach denen ein Mann in einem Haus hinge.

William Broeksmit, der im vergangenen Februar pensioniert worden war, arbeitete in einer Führungsposition der Bank und war eng mit dem gegenwärtigen Vorstandschef Anshu Jain bekannt. Nach Ansicht von Scotland Yard liegt kein Fremdverschulden vor.«

Außerdem berichtete Business Insider am 28. Januar unter der Überschrift »London durch zahlreiche Todesfälle von Mitarbeitern des Finanzsektors erschüttert«, dass ein Kommunikationsdirektor einer weiteren Bank in London in der vergangenen Woche tot aufgefunden wurde:

»In der vergangenen Woche verstarb in London ein Kommunikationsdirektor der Swiss Re AG. Die genaue Todesursache ist noch nicht öffentlich bekannt.«

Vielleicht ist es aber nur ein Zufall, dass alle diese Todesfälle in so kurzer Zeit hintereinander erfolgten. Immerhin sterben jeden Tag viele Menschen. Darüber hinaus ist London in dieser Jahreszeit ohnehin immer etwas trostlos. Da kann es schon vorkommen, dass Menschen von depressiven Gedanken erfasst werden, wenn sie nicht an das scheinbar endlos düstere Wetter gewöhnt sind.

Wenn es auf dem Aktienmarkt bereits zu einem Absturz gekommen wäre, könnte man ihn vielleicht für die Selbstmorde verantwortlich machen. Viele erinnern sich sicher noch an die Ereignisse während des und nach dem Börsencrash von 1929:

»Historisch gesehen gelten Banker praktisch als die Personengruppe, die am stärksten selbstmordgefährdet ist. Dies hängt sicherlich mit dem berüchtigten Börsenkrach von 1929 zusammen, bei dem 1616 Banken untergingen und mehr als 20 000 Unternehmen in Konkurs gingen. Die Zahl der Banker, die unmittelbar nach dem Börsencrash Selbstmord begingen, wird mit etwa 20 angegeben. In der gesamten Finanzbranche starben etwa 100 Menschen bis zum Jahresende von eigener Hand.«

Aber der Markt ist jetzt nicht dabei, zusammenzubrechen. Wir stehen sicherlich vor einem dramatischen »Wendepunkt«, aber die Lage weist immerhin noch eine gewisse Stabilität auf. Warum also begehen die Banker Selbstmord? Eine gute Frage. Wie ich bereits zuvor erwähnte, haben sich in der letzten Zeit noch eine Reihe weiterer seltsamer Dinge ereignet, die irgendwie »nicht ins Bild« passen.

 

So verbreitete etwa Matt Drudge von Drudge Report am folgenden Tag die folgende mysteriöse Nachricht über den Mikrobloggerdienst Twitter:

»Erstellt Euch einen Notfallplan.«

Was um alles in der Welt meinte er damit? Aber vielleicht ist das nur einfach typisch Drudge, so ist er eben. Vielleicht ist es aber auch ganz anders. Am Dienstag wurde dann berichtet, dass eine bekannte russische Bank alle Bargeldauszahlungen bis zur kommenden Woche eingestellt hat:

»Bloomberg meldete, die russische Bank My Bank, die gemessen an den Anlagen zu den 200 führenden Kreditbanken des Landes gehört, habe bis zur kommenden Woche alle Bargeldauszahlungen eingestellt. Da der Rubel derzeit stark an Wert eingebüßt hat, gehen wir davon aus, dass einige einen Run auf die russischen Banken erwarten.«

Es gab in der letzten Zeit einige weitere Berichte, nach denen in vielen Teilen der Welt Leute Schwierigkeiten hatten, Geld abzuheben, aber diese Meldung aus Russland überraschte mich wirklich.

 

Ebenso merkwürdig schien die Meldung des Wall Street Journal, die Deutsche Bundesbank setze sich dafür ein, in EU-Ländern, die ein Rettungspaket benötigen, erst einmal mit einer »einmaligen Vermögensabgabe« die Reichen zur Kasse zu bitten:

»Die Deutsche Bundesbank schlug am Montag vor, in Finanznot geratene Länder der Euro-Zone sollten eine einmalige Vermögensabgabe erheben. Dieser Vorschlag geistert seit Jahren in Europa herum, stieß bisher aber auf wenig Zustimmung.«

Warum sollte sie einen solchen Vorschlag unterbreiten, wenn doch der »Wirtschaftsaufschwung« unmittelbar bevorsteht? In dem WSJ-Artikel heißt es weiter, auch der Internationale Währungsfonds (IWF) habe Ähnliches gefordert:

»Im Oktober schlug der Internationale Währungsfonds angesichts der massiven Zerrüttung der öffentlichen Finanzen in vielen Ländern eine einmalige ›Vermögensabgabe‹ vor. Eine zehnprozentige Steuer würde das Schuldenniveau von 15 Ländern der Euro-Zone wieder auf das Niveau vor Ausbruch der Krise 2007 absenken, erklärte der IWF.«


Was bedeutet das alles? Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich hege schlimme Befürchtungen – insbesondere, wenn man das finanzielle Chaos berücksichtigt, das sich derzeit in den aufstrebenden Märkten weltweit entwickelt.

 

 

 


 

 

 

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