Saturday, 1. October 2016
16.12.2015
 
 

Wir erleben gerade den Beginn einer neuen Finanzkrise

Michael Snyder

… und jeder, der behauptet, es sei doch gar nichts Besonderes los, ist entweder völlig verrückt oder völlig falsch unterrichtet. Allein in den letzten Tagen sind drei Anlagefonds komplett in sich zusammengebrochen – und an der Wall Street breitet sich rasant Panik aus. Fonds, die von Third Avenue Management und Stone Lion Capital Partners aufgelegt worden waren, haben die Zahlungen an ihre Investoren eingestellt, und ein dritter Fonds, der von Lucidus Capital Partners verwaltet wurde, hat sein gesamtes Portfolio liquidiert. Wir erleben gegenwärtig eine Endzeit- und Panikstimmung, wie es sie seit der großen Finanzkrise von 2008 nicht mehr gegeben hat.

 

 

Und viele, die jetzt noch zögern, werden alles verlieren. Und für den Fall, dass Sie sich fragen, was eigentlich los ist – genauso sieht eine Finanzkrise aus. 2008 gerieten zuerst andere weltweite

Aktienmärkte ins Trudeln, dann brachen die Ramschanleihen ein, und zuletzt kam es zum Zusammenbruch auf dem amerikanischen Aktienmarkt. Genau die gleiche Entwicklung vollzieht sich derzeit vor unseren Augen, und das bisherige finanzielle »Blutvergießen« ist erst der Anfang eines sehr viel größeren Zusammenbruchs.

 

Seit Ende 2009 wurde eine hochrentierliche, börsengehandelte Anleihe (ETF), die auch unter der Bezeichnung »JNK« bekannt ist und deren Entwicklung ich genau verfolge, in einer Schwankungsbreite zwischen 36 und 42 Punkten gehandelt.Ich rechnete schon längere Zeit damit, dass sie auf einen Wert unter 35 absinken würde, weil dies ein Anzeichen für die nächste, sich rasch anbahnende größere Finanzkrise wäre.

 

Im September fiel der Wert einmal auf 35,33 Punkte, aber das war immer noch nicht das Signal, auf das ich wartete. Schließlich war Anfang letzte Woche die für mich entscheidende Schwelle erreicht, als der JNK-Wert auf unter 35 absackte. Und am heutigen Dienstag sank JNK sogar noch weiter auf 33,42 und Bloomberg berichtete, viele Anleihe-Manager »befürchten, dass Investoren in hochverzinsliche Papiere noch weiter und stärker bluten müssen«.

 

Weiter hieß es dort:

»Führende Anleihe-Manager sagen inmitten eines Preisverfalls und Ausverkaufs, der mindestens drei Kreditfonds in den vergangenen Wochen dazu zwang, ihre Aktivitäten drastisch zurückzuschrauben, weitere Verluste für Investoren in hochverzinsliche Wertpapiere voraus. Lucidus Capital Partners, ein hochverzinslicher Fonds, der 2009 von früheren Mitarbeitern von Bruce Kovners Caxton Associates gegründet worden war, erklärte am Montag, man habe das gesamte Fonds-Portfolio liquidiert und beabsichtige, die 900 Mio. Dollar Anlagekapital im Dezember an die Investoren zurückzuzahlen. Andere Wertpapierfonds, die von Third Avenue Management und Stone Lion Capital Partners aufgelegt worden waren, stellten die Zahlungen an ihre Investoren ein, nachdem ihre Klienten zu viel Kapital aus dem Fonds herausziehen wollten.«

Wenn es heißt, diese Firmen hätten »ihre Rückzahlungen an Investoren« eingestellt, bedeutet dies nichts anderes, als dass viele dieser Investoren letztlich nur mit sehr viel Glück noch einen Bruchteil ihres eingesetzten Kapitals zurückerhalten werden.

Wie ich schon sagte, jetzt, da die Krise ausgebrochen ist, werden diejenigen am meisten verlieren, die zu lange gezögert haben.

 

Hier einige Äußerungen renommierter Marktakteure, die vor »Ansteckungsgefahr« und »weiteren Turbulenzen im Bereich hochverzinslicher Papiere warnen«:

»Scott Minerd, als CIO bei Guggenheim Partners für weltweite Investitionen verantwortlich, rechnet damit, dass 10‒15 Prozent der Ramschanleihen-Fonds mit erheblichem Kapitalabzug rechnen müssen, da immer mehr Investoren befürchten, ihre Einlagen nicht zurückzuerhalten. Damit schließt er sich der Auffassung hochrangiger Manager wie Jeffrey Gundlach, Carl Icahn, Bill Gross und Wilbur Ross an, die ebenfalls vor Verlusten bei hochverzinslichen Wertpapieren warnen.«

In einer solchen Situation müsste die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) völlig verrückt sein, jetzt die Zinsen zu erhöhen. Aber genau das scheint geplant zu sein.

 

Sollte die Fed die Zinsen tatsächlich unter diesen Umständen erhöhen, würde dies die Gefahr von Ausfällen bei Unternehmensschulden erhöhen und hochverzinsliche Anleihen im Wert noch weiter sinken lassen:

»Höhere Zinsen könnten die Ausfallswahrscheinlichkeit von Unternehmensanleihen erhöhen, zumal Investoren ohnehin dabei sind, sich aus diesem Bereich zurückzuziehen. Allein in der Handelswoche, die am 9. Dezember endete, wurden 3,8 Mrd. Dollar abgezogen – der höchste Wert seit 15 Wochen. Die Effektivrendite bei amerikanischen Ramschanleihen liegt gegenwärtig bei 17 Prozent, und damit auf dem höchsten Wert seit fünf Jahren, wie aus Zahlen der Bank of America Merrill Lynch hervorgeht.«

Auch viele andere prominente Persönlichkeiten warnen, die Federal Reserve sei dabei, einen tragischen Fehler zu begehen. Einer von ihnen ist James Rickards:

»›Die Fed hätte die Zinsen bereits 2010 und 2011 erhöhen sollen. Und hätte sie dies getan, wäre sie jetzt tatsächlich in der Position, sie heute zu senken‹, sagte James Rickards, ein scharfer Kritiker der Notenbank und globaler Strategieleiter bei West Shore Funds, ›Die Fed steht kurz davor, einen historischen Fehler zu begehen, der sich von der Größenordnung her in die Fehler einreiht, die 1927 und 1929 begangen wurden. Indem sie die Fragilität weiter erhöhen, werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach eine Rezession auslösen.‹«

2015 mussten wir schon einmal massive Einbrüche der Aktienkurse weltweit erleben. Anfang Dezember hatten mehr als die Hälfte der 93 wichtigsten Aktienmarkt-Indizes im Jahresverlauf mehr als 10 Prozent ihres Wertes eingebüßt. In einigen Fällen erreichten die Verluste 30 Prozent oder sogar 40 Prozent. In der jetzigen Situation sind praktisch alle Bedingungen für einen beängstigenden Zusammenbruch der amerikanischen Märkte gegeben, und die Federal Reserve ist offenbar willens, jetzt noch mit einer Zinsanhebung Benzin ins Feuer zu gießen.

 

Jeder, der meint, jetzt sei doch gar nichts Besonderes los, ist entweder nicht richtig unterrichtet oder völlig verrückt.

 

Die folgende Einschätzung von James Howard Kunstler, in der er zusammenfasst, welcher Situation wir uns gegenwärtig gegenübersehen, finde ich sehr zutreffend:

»Die Aktienwerte haben in der vergangenen Woche fast vier Prozent nachgegeben, es droht eine Kreditklemme (niemand will mehr Geld verleihen), Ramschanleihen versprechen immer höhere Renditen (je wahrscheinlicher ein Zahlungsausfall wird), die Währungen verlieren überall an Wert, Hedgefonds können Investoren ihre Einlagen nicht ausbezahlen, ›Liquidität‹ bedeutet Fahnenflucht (keine Käufer mehr für faule Wertpapiere), die Rohstoffpreise befinden sich im freien Fall, der Preisverfall bei Erdöl ist so immens, dass sich die Erdölindustrie davon vielleicht nicht mehr erholen wird, der weltweite Handel bricht ein, der Präsident unternimmt in Syrien alles in seiner Macht Stehende, um den Dritten Weltkrieg zu beginnen, und das Monster namens Globalismus liegt in seinem Sarg und auf sein Herz ist ein Pflock gerichtet.«

Die Finanzmärkte haben sehr viel länger funktioniert, als viele gedacht haben. Aber nun sind sie dabei, endgültig auseinanderzubrechen, weil sie im Inneren nichts mehr zusammenhält.

 

Im weiteren Verlauf werden diejenigen die »Gewinner« sein, die ihr Geld am schnellsten abgezogen haben. Dies gilt insbesondere für hochverzinsliche und daher auch mit hohen Risiken belastete Anlagefonds wie die drei genannten, die gerade zusammengebrochen sind. Wer jetzt noch zögert, droht alles zu verlieren.

 

Wenn sich diese Panikstimmung noch verstärkt, wird die Zahl der Verkäufer die Anzahl der Käufer um ein Vielfaches übersteigen. Und dann werden die Preise immer schneller ins Bodenlose fallen. In den vor uns liegenden Tagen wird viel von »fehlender Liquidität« die Rede sein, aber in Wahrheit haben wir es hier mit einer klassischen Panik zu tun.

 

 

 

 

 

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