Friday, 27. May 2016
29.08.2014
 
 

Brisante Fakten zur internationalen Geldkrise

Redaktion

Das renommierte Wirtschafts- und Investmentmagazin Smart Investor hat kürzlich ein Interview mit Janne Kipp, Autor des brisanten Buches »BIZ – Der Turmbau zu Basel«, zur internationalen Geldkrise geführt. Die BIZ ist die Gemeinschaftsbank der führenden Zentralbanken wie der FED oder der EZB, die beide fast zinslos fortwährend neues Geld drucken. Da die FED vor wenigen Tagen anklingen ließ, dass sie die Zinsen auf Rekordtief belässt, hat Smart Investor das Interview zur Rolle der BIZ auch »Kopp Online« zur Verfügung gestellt.

 

Smart Investor: Herr Kipp, in welcher Form nimmt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Einfluss auf unser Finanzsystem?


Kipp: Formal lediglich indirekt. Die »Bank« sitzt in Basel und stellt den Rahmen für die Zusammenkunft der Notenbanken dieser Welt. Sie wurde an sich gegründet, um die Reparationszahlungen Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg abzuwickeln. Von Anfang an allerdings haben sich die maßgeblichen Notenbanken und deren Präsidenten zum informellen

Austausch getroffen und sind so eng miteinander verbunden.

 

Die BIZ stellt vereinfacht gesagt sicher, dass die Geldschöpfungspolitik der Notenbanken aufeinander abgestimmt ist. Dies ist ein supranationaler Eingriff in den Währungswettbewerb. Zinsentscheidungen, die daraus resultierende Geldproduktion und unser Preisgefüge sind letztlich zu einem großen Teil Ausfluss der Absprachen der BIZ. Über ihre informelle Macht ist die BIZ als Zentralbank der Zentralbanken sogar ein wesentlicher Baustein des weltweiten Finanzsozialismus, wie dieses System bezeichnet werden könnte. Sie ist entscheidend für die permanente Neuverschuldung und die drohende Inflationierung.

 

Smart Investor: Wer kontrolliert und was legitimiert eigentlich die BIZ?


Kipp: Niemand kontrolliert diese faktische Welt-Geldregierung. Die Politik hat höchstens auf die Besetzung der Notenbanken Zugriff, der aber allenfalls bis zu den Türen der Baseler Gebäude reicht. Was dahinter passiert, weiß niemand. Zu den »informellen« Treffen gibt es keine Protokollpflicht, Absprachen müssen nirgends parlamentarisch abgesegnet werden. Die beiden wesentlichen Kontrollorgane der modernen Demokratie, also Parlamente und Medien, sind faktisch ausgeschaltet. Dazu passt der Standort Schweiz. Einen besseren rechtlichen Schutz kann sich die Bank nicht wünschen, sie führt dort gegenüber dem Staat faktisch ein Eigenleben.

 

Politisch wird das Institut von einer mächtigen Bankenlobby kontrolliert und beeinflusst. So ist das Basel-Regime, die Basel I-, II- und III-Regelungen zur Kreditvergabe von Banken, eine demokratische Farce. Diese Beschlüsse und Vorschläge werden dann auf EU-Ebene gefasst und an die nationalen Regierungen zurückgegeben. Geräuschlos und kaum zu kontrollieren.

 

Smart Investor: Sie haben die BIZ als eine der treibenden Kräfte hinter der Euro-Einführung identifiziert. Worin bestand deren Interesse?


Kipp: Zunächst einmal gab es nach dem Zweiten Weltkrieg schlicht ein existenzielles Interesse an einer neuen Aufgabe. Das Institut stand durch seine Verflechtung mit Nazi-Deutschland faktisch vor dem Aus. In den USA gab es massiven Widerstand gegen die Bank, die ihre Rolle im »internationalen Zahlungsausgleich« – Stichwort: Raubgoldskandal – auf so unrühmliche Weise gespielt hatte.

 

Aber die BIZ schaffte es, den avisierten (west-)europäischen Einigungsprozess vergleichsweise geräuschlos zu begleiten. Die Idee einer einheitlichen Währung entstand ja relativ früh. Aus Sicht einer supranationalen Zentralbank ergaben und ergeben sich gleich mehrere Vorteile:

 

Eine Einheitswährung lässt sich schlicht besser kontrollieren als im freien Wettbewerb stehende Währungen. Eine kleine Heerschar an Notenbankern kann informell die Zins- und Kreditbedingungen in einem großflächigen Währungsraum festsetzen und hat dabei auch noch volle politische Deckung – das dient nicht nur der BIZ, sondern umgekehrt auch der Politik. Immerhin stellt die BIZ – informell über die Notenbank-Mitglieder – sicher, dass sich die Staaten weiter verschulden können – eine Win-Win-Situation!

 

Smart Investor: Dennoch arbeitet die BIZ nach Ihren Erkenntnissen aktiv an einer Aushöhlung des Euro und anderer Fiat-Money-Systeme. Warum?


Kipp: Auch Smart Investor zeigt ja die Mechanismen einer »Financial Repression« auf. Darunter lässt sich auch die Politik der BIZ gegenüber dem Euro – den ich hier nur stellvertretend nenne –, zusammenfassen. Faktisch sorgt die BIZ mit ihrer Niedrigzinspolitik – vertreten durch die Notenbanken – für eine Ausweitung der Schulden. Früher oder später wird dieses System mangels Substanz in sich zusammenbrechen.

 

Das ist für alle Beteiligten ein offenes Geheimnis, nur spricht darüber fast niemand. Die BIZ mahnt mithilfe ihrer statistischen Abteilung zwar sogar eine restriktivere Haushaltspolitik an – aber das ist Spiegelfechterei. Sie bildet mit der Niedrigstzinspolitik den Rahmen für die ausufernde Staatsverschuldung und höhlt den Euro so aktiv aus. Im nächsten Schritt bietet sie dann faktisch auch eine »Lösung« der Krise an – die Streichung der Schulden per Schuldenschnitt oder eine radikale Währungsreform. Die Dummen sind die Gläubiger.

 

Smart Investor: Wie charakterisieren Sie das Zusammenspiel zwischen BIZ, IWF und Weltbank?


Kipp: Da die Schuldenkrise weltumspannend ist, bräuchte es zur »Lösung« eine supranationale Institution wie IWF, Weltbank oder die BIZ. Es ist ausgeschlossen, dass eine Währung wie US-Dollar oder Euro geräuschlos »reformiert« werden könnte. Dies würde das Vertrauen vollständig zerschlagen. Zudem sind die großen Gläubiger dagegen.

 

Entscheidend ist, dass die BIZ – anders als Weltbank oder IWF – politisch nicht zu kontrollieren ist. Sie ist die einzige Institution, die das Geschehen zwischen den Notenbanken und Währungsräumen so koordinieren kann, dass es zumindest theoretisch eine neue internationale Geldordnung geben könnte – etwa durch vom IWF neu geschaffene Sonderziehungsrechte, die als neue Währung auf den Konten der Zentralbanken bei der BIZ verbucht und eingeführt werden. Auch eine goldhinterlegte Währung ließe sich über die BIZ einführen. Meiner Einschätzung nach könnte die BIZ eine tragende Rolle bei einer globalen Neuordnung spielen.

 

Smart Investor: Was bedeuten diese Tendenzen für die Anleger?

 

Kipp: Da schließe ich mich Smart Investor an. Geld ist im Fiat-Money-System nichts wert. Kaufen Sie Sachwerte. Immobilien sind interessant, wenn Sie diese selbst nutzen, eigenes Land oder Aktien und Edelmetalle, am besten in einer gesunden Mischung. Ich persönlich würde reine Liebhaberwerte – wie Kunstgegenstände – meiden.

 

Smart Investor: Vielen Dank für das interessante Gespräch.

 

Interview: Ralph Malisch

 

 

 

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Leser-Kommentare (5) zu diesem Artikel

01.09.2014 | 14:21

Anne

Jede negative Nachricht, die uns die Wahrheit zeigt, enthält auch ein positive.Wir müssen uns alle für eine neues Geldsystem einsetzen. Darüber, welches neue System nach dem Crash kommen sollte, muß unbedingt berichtet werden Das wäre dann eine positive Nachricht .Z.B. der Plan B von Andreas Popp von der Wissensmanufktur.Wichtigste Erkenntnis:Jedes Zinseszinssystem muß scheitern. Der Zinseszins verläuft immer exponentiell.Was wir momentan haben ist reiner Bankensozialismus und...

Jede negative Nachricht, die uns die Wahrheit zeigt, enthält auch ein positive.Wir müssen uns alle für eine neues Geldsystem einsetzen. Darüber, welches neue System nach dem Crash kommen sollte, muß unbedingt berichtet werden Das wäre dann eine positive Nachricht .Z.B. der Plan B von Andreas Popp von der Wissensmanufktur.Wichtigste Erkenntnis:Jedes Zinseszinssystem muß scheitern. Der Zinseszins verläuft immer exponentiell.Was wir momentan haben ist reiner Bankensozialismus und die Experten, da kann man in die Luft gehen, die zum Zusammenbruch beitragen, planen das neue System. Das muß verhindert werden.


31.08.2014 | 14:25

Helmut FRANZ

Die Macht der Zinsengeier muß gebrochen werden. Entscheidend muß die Produktion sein, nicht die Notendruckerei. Wenn man will geht alles. ! ich setze auf die BRICS Staaten mit deren neuen Bank. Schlechter wie die derzeitigen können die auch nicht sein.


30.08.2014 | 04:24

A-Z

Geld das Gebet derer die es nich in besitz nehmen können aber darüber definieren wollen. Geldscheine riechen gut aber Geld allein stinckt. Geld ist das unser aller Lösung? Angebetet und schreihalsig zum Himmel? Kein wunder das Gott uns nicht erhört. Da kann man nicht zuhören! Geld zu überwinden ist der Preis sich geöhr zu verschaffen. Klingt wie Kasse im Loblied sich von Kleingeistigkeit zu befreien und sich dadurch an Erkentniss zu bereichern. Aber so ist es.


30.08.2014 | 04:03

Ahoi

Gibt es auch mal Positive Nachrichten! Eigentlich müsste man sich über dieses Pack von Bankern aufregen und ihnen ihr Papiergeld ohne gegenwert re.kt.al ..., aber das bringt es auch nicht, möge das Karma siegen! Und wie erwähnt gibt es auch mal Positive Nachrichten?


29.08.2014 | 21:50

buschi

die biz ist der chef aller banken-von rothschild gesteuert. diese verräter werden nach dem zusammenbruch des dollars und euro ihre neue währung einführen,genannt sondererziehungsrechte einführen.: http://www.tis-gdv.de/tis/bedingungen/szr/szr.htm ES WIRD bargeldloser zahlungsverkehr eingeführt. nach dem zusammenbruch des dollars und des euros kommt der amero,oder wie auch immer.was noch stört sind die brics-darum krieg jetzt. man könnte glauben dass auch putin dabei mitspielt-bin...

die biz ist der chef aller banken-von rothschild gesteuert. diese verräter werden nach dem zusammenbruch des dollars und euro ihre neue währung einführen,genannt sondererziehungsrechte einführen.: http://www.tis-gdv.de/tis/bedingungen/szr/szr.htm ES WIRD bargeldloser zahlungsverkehr eingeführt. nach dem zusammenbruch des dollars und des euros kommt der amero,oder wie auch immer.was noch stört sind die brics-darum krieg jetzt. man könnte glauben dass auch putin dabei mitspielt-bin mir aber nicht sicher,obwohl er mit den lubawitschern zusammen agiert.warten wir es ab.

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