Mittwoch, 7. Dezember 2016
25.09.2014
 
 

Silber: Absturz ohne Ende?

Redaktion

Kopp Online im Gespräch mit dem »Silberjungen« Thorsten Schulte, der auch auf dem Kopp-Kongress »Das geheime Wissen der Goldanleger« am 04.10.2014 in der Filderhalle in Leinfelden bei Stuttgart referieren wird. »Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom«, dieser alten Weisheit der Dakota-Indianer hat sich der Autor von Vermögen retten – in Silber investieren verschrieben und somit ist antizyklisches Investieren seine Hauptbotschaft.

 

Kopp Online: Herr Schulte, Sie widmen sich ja ganz dem Thema Silber. Was macht das weiße Metall so interessant?

Schulte: Gerade jetzt, nach dem Absturz des Silberpreises unter 18 US Dollar, sind die Investoren natürlich im größten Maße verunsichert. Ich selbst bin die ganze Zeit über völlig tiefenentspannt, weil ich das große Bild und die fundamentale Lage kenne. Ende 2008 und 2009 musste ich auch mit Engelszungen reden, nach dem Kursrutsch antizyklische Chancen zu sehen und zu nutzen.

 

Silber ist in der Realwirtschaft von großer Bedeutung. Solarzellen, Handy, LEDs, OLED und LCD Fernseher und des Deutschen liebstes Kind, das Auto, enthalten allesamt Silber. Beim Gold sieht das ganz anders aus. Silber wird verbraucht, während Gold gehortet wird. Silber führt ein Schattendasein als Investment und ist zu Gold derzeit völlig unterbewertet. Silber bietet nachweislich den besten Inflationsschutz, besser noch als Gold.

 

All das werde ich mit neuen Fakten und Charts bei meinem Auftritt am 4. Oktober in Stuttgart belegen. Nochmals: Gerade jetzt gilt es, gegen den Strom zu schwimmen. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

 

Kopp Online: Nach der fulminanten Hausse bis ins Jahr 2011 ist aber seitdem Katerstimmung angesagt – gerade auch zuletzt. Was sind die Ursachen?

Schulte: Lassen sie mich sagen, dass ich im Februar 2011 meinen Lesern Absicherungsstrategien vorstellte, weil ich sagte, sollten wir in 2011 auf 50 Dollar steigende Silberpreise sehen, kann danach schnell ein Absturz auf unter 30 oder sogar unter 25 Dollar folgen. Im Rohstoffmarkt ist Mean Reversion ein ganz wichtiges Thema.

 

Dann kam im Mai 2011 dazu, dass ich eine zunehmende Schwäche in den Schwellenländern ausmachen musste und meine Lieblingsfrühindikatoren für die Weltwirtschaft keinen Boom wie 2009/2010 und Anfang 2011 zeigten. Inflation und weltwirtschaftliches Wachstum sind wie Vater und Mutter einer Silberhausse.

 

Kopp Online: Inwieweit sind die heutigen, wieder deutlich gedrückten Kurse auch die Folge von Markteingriffen?

Schulte: Bei den Abschwüngen im April 2013 und auch jüngst spielen manipulative Eingriffe eine gewaltige Rolle. Goldman Sachs hat gerade in den Medien die Deutungshoheit. Am 10. April 2013 gab die US-Bank, die ja nach den Worten ihres Chefs Blankfein »Gottes Werk verrichtet«, Goldleerverkaufsempfehlungen. Noch jüngst hat der Chefrohstoffstratege der Bank einen Goldpreis von 1.050 Dollar Ende 2014 in den Raum gestellt.

 

Und jetzt beginnt noch die zweite Phase der Märchenstunde: Der Währungsstratege von Goldman Sachs sagte vor Kurzem die Parität von Euro und Dollar Ende 2017 voraus. Hier wird jetzt über die Dollarstärke den Menschen vorgegaukelt, dass die Weltleitwährung wieder vor Gesundheit strotzt und alles gut ist. Leider fallen die meisten Investoren auf diese Märchenstunde herein.

 

Bei dem Vortrag werde ich deshalb wichtige Fundamentaldaten zeigen und unter anderem eine historische Entwicklung der Förderkosten von Silber − Durchschnittskosten und das sehr wichtige 90 Prozent Perzentil − zeigen. Thorsten Schulte kann derzeit weiterschlafen wie ein Murmeltier. Einen kleinen Teil meiner Positionen hatte ich Mitte Juli abgesichert, aber diese Sicherungen nun unter 18 US Dollar gänzlich gelöst und die einzigartigen Chancen auf der Kaufseite nunmehr genutzt.

 

Kopp Online: Würden Sie zustimmen, dass Silber mehr Industrie- als Geldmetall ist und was bedeutet das für den »kleinen Bruder des Goldes«?

Schulte: 60 Prozent der Nachfrage beim Silber wurden 2013 von der Industrie getragen, während das Gold nur auf 8,2 Prozent kam. Gerade dies macht den tollen Zweiklang von Silber aus. Es wird wirklich gebraucht und eignet sich noch hervorragend als Wertspeicher. Ich werde die Entwicklung der oberirdischen Silberinvestments und der Goldinvestments zeigen. Silber ist unterbewertet gegenüber Gold, und sowohl Gold als auch Silber sind im Vergleich zu unserem gesamten Weltfinanzsystem derzeit krass unterbewertet. Lassen wir uns von der Märchenstunde der Goldman-Leute nicht täuschen.

 

Kopp Online: Nun ist Silber ein vergleichsweise enger Markt mit einer oft sprunghaften Kursentwicklung. Ist das für sicherheitsorientierte Anleger nicht grundsätzlich abschreckend?

Schulte: Die hohe Volatilität des Silberpreises muss man kennen. Silber gewinnt dafür auch nach einer Faustformel in einer Edelmetallhausse zweimal so viel wie Gold. Während der Rohstoffhausse seit Oktober 2001 konnte sich Silber im April 2011 verelffachen und Gold kam im September 2011 auf eine Versechsfachung. Man muss eben antizyklisch agieren. Und sowohl für Silber als auch für Gold gilt nach meiner festen Überzeugung: Das Beste kommt erst noch. Die meisten Investoren werden wie 2011 aber wieder erst in der Schlussphase der nächsten Hausse aufspringen.

 

Kopp Online: Was wäre für Sie ein realistisches Silber/Gold-Verhältnis und was würde das konkret in US-Dollar/Feinunze bedeuten?

Schulte: Also mein Ziel bleibt die 15 zu eins. Ich bin damit nicht größenwahnsinnig wie Bunker Hunt, der 1973 das Verhältnis vier zu eins vorhersagte. Was das dann in Dollar bedeutet, kann heute niemand sagen. Ich rate meinen Lesern auch, nicht in Dollarbewertungen zu denken, sondern in Ratios zu Aktienindizes oder Häusern, also zu anderen Sachwerten.

 

Wenn wir nur beim Bewertungsverhältnis US-Aktienindex S&P500 und Silber vom 26. Februar 1974 bei der ersten Silberhausse der 70er-Jahre heute stehen würden, käme das Silber auf über 140 Dollar. So viel auch zur Märchenstunde an den Aktienmärkten. Halten wir gerade jetzt wie ein Supertanker in rauer See Kurs.

 

Kopp Online: Herr Schulte, haben Sie herzlichen Dank für die interessanten Ausführungen. Wir freuen uns auf Ihren Vortrag auf dem Gold-Kongress am 4. Oktober.

 

 

 

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Leser-Kommentare (5) zu diesem Artikel

26.09.2014 | 14:49

Poth

Dem Anleger,muss ich recht geben, was die Analysten und Experten , außer Dr. Bandulet ,der immer sehr vorsichtig ist in seinen Berichten und nie Preisprognosen ausgab, liegen doch die meisten falsch, insbesondere die Herren vom FID Verlag ein Herr Lange der Goldpreise von 3000$ und Silberpreise von 100$ aufgerufen hat. Auch Herr Schulte zähle ich dazu. Es ist unsinnig Preisprognosen zu veröffentlichen, da kann man glauben die das machen feuern an zu kaufen und sie selbst sind...

Dem Anleger,muss ich recht geben, was die Analysten und Experten , außer Dr. Bandulet ,der immer sehr vorsichtig ist in seinen Berichten und nie Preisprognosen ausgab, liegen doch die meisten falsch, insbesondere die Herren vom FID Verlag ein Herr Lange der Goldpreise von 3000$ und Silberpreise von 100$ aufgerufen hat. Auch Herr Schulte zähle ich dazu. Es ist unsinnig Preisprognosen zu veröffentlichen, da kann man glauben die das machen feuern an zu kaufen und sie selbst sind short wie Goldmann und Sachs der wohl den größten Einfluss auf die Märkte hat.Auch dürfen die Edelmetalle nicht steigen, denn sonst kauf ja keiner mehr Anleihen und sonstige Geldwerte die schließlich alles nur "Fiat-Momey" ist.


26.09.2014 | 14:32

Poth

Bin schon sehr sehr lange im EM Geschäft und halte physische Gold,Silber und Palladium Positionen, ebenso ETF`s in Gold und Silber sowie Minenaktien. Im Moment sieht es natürlich sehr mau aus, es werden Goldpreise von unter 1150$ und noch weniger genannt, auch für Silber sieht es sehr schlecht aus auch hier werden Preise unter 10$ aufgerufen, wo soll man da noch Zuversicht für die Edelmetalle holen.Bisher haben die Bären Recht und Erfolg, wir auf der long Seite verlieren jeden...

Bin schon sehr sehr lange im EM Geschäft und halte physische Gold,Silber und Palladium Positionen, ebenso ETF`s in Gold und Silber sowie Minenaktien. Im Moment sieht es natürlich sehr mau aus, es werden Goldpreise von unter 1150$ und noch weniger genannt, auch für Silber sieht es sehr schlecht aus auch hier werden Preise unter 10$ aufgerufen, wo soll man da noch Zuversicht für die Edelmetalle holen.Bisher haben die Bären Recht und Erfolg, wir auf der long Seite verlieren jeden Tag mehr, dabei sind die Monate September bis Februar immer die besten Monate für Edelmetalle gewesen, aber die meisten lassen die EM`s links liegen und gehen lieber in Aktien.Die Notenbanken machen die Aktienkurse mit ihrem vielen Geld das gedruckt wird und keine Nachhaltigkeit besitzt. Wenn die Metalle weiter fallen kommt wohl der Zeitpunkt zum Nachkaufen,das kann die letzte Möglichkeit sein noch billig daran zu kommen, denn was hat sich geändert in der Finanzwelt - nichts, die Schulden steigen weiter und können niemals mehr zurück gezahlt werden, es muss ein Schuldenerlass her oder eine Währungsreform zu Lasten der Sparer und Steuerzahler kommen. Wir werden es ja erleben was kommt, der Euro sowie der Dollar kann kein Ausweg sein beide haben schon enorm an Wert verloren nur merkt das wohl niemand,


25.09.2014 | 19:26

Silberner Goldbroiler

Vor allem gilt bei EM IMMER das physische "Investment" ;-) .....alles Andere ist ja lang & breit gesagt. Und wenn es dann mal vom 8-fachen auf das "nur" noch 3 bis 4-fache "fällt" - nunja, gebratene Hühnchen fallen auch mal .....


25.09.2014 | 17:11

Anleger

Natürlich ist es richtig, seine Geldanlagen zu streuen und Gold/Silber gehören in gewissen Rahmen dazu. Eins habe ich im Laufe der Jahre jedoch gelernt. Prognosen von Experten (DAX, DOW, Aktienkurse, Edelmetalle, Währungen…) treffen im Regelfall nicht ein. Der Silberpreis sollte ja auch schon 2012/2013 bei 100 $ Oz stehen so die Prognose von Herrn Schulte im August 2010.


25.09.2014 | 16:50

Sachsendreier

Der Kluge investiert dann, wenn sich keine Sau für das Zeug dafür interessiert. So habe ich das 2008 gemacht, als sich keine für Silber interessierte. Ich schwamm noch nie mit dem Strom. Und heuer mache ich es genau wieder so. Als ich 2011 etwas Papiergeld brauchte, habe ich einiges von meinem Silber für fast das Dreifache Verkauft. Klar muß man bissel vorauschauend denken. Ich finde Silber ist total unterbewertet, während ich Gold für überbewertet halte. Ist eben etwas für...

Der Kluge investiert dann, wenn sich keine Sau für das Zeug dafür interessiert. So habe ich das 2008 gemacht, als sich keine für Silber interessierte. Ich schwamm noch nie mit dem Strom. Und heuer mache ich es genau wieder so. Als ich 2011 etwas Papiergeld brauchte, habe ich einiges von meinem Silber für fast das Dreifache Verkauft. Klar muß man bissel vorauschauend denken. Ich finde Silber ist total unterbewertet, während ich Gold für überbewertet halte. Ist eben etwas für Kenner. Ein Eichelburg mag das anders sehen als ich, aber der Mann hat eh nicht mehr den richtigen Durchblick. Schulte hingegen hat ihn u. viele Kleinanleger auch.

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