Sunday, 24. July 2016
12.12.2014
 
 

Weihnachts-Crash?: New Yorks Börsen ordnen scharfe Kurs-Bremse an

Redaktion

Droht ein Weihnachts-Crash an den Rohstoff-Märkten? Die wilden Preisschwankungen der vergangenen Wochen lassen zumindest auf extrem nervöse Anleger und Investoren schließen. Jetzt hat die CME Group, die weltweit größte Börsengruppe für Derivate, mit Wirkung vom 21. Dezember Preisbremsen und Handelsstopps bei auffälligen Kursentwicklungen angekündigt.

 

Was wissen die Marktaufseher, was wir nicht sehen? Ganz einfach: Sie wissen, dass an Tagen – oder zu Tageszeiten – mit wenig Umsatz schon kleine Aufträge große Kursschwankungen auslösen können.

Dass der Goldpreis 50 Dollar am Tag nach unten gehämmert wird, oder die Öl-Notierungen an einem Freitag um zehn Prozent einbrechen, haben wir allein in den vergangenen Wochen gesehen.

 

Jetzt hat die Volatilität beim Gold ein Neun-Monatshoch erreicht, der Preis des gelben Edelmetalls ist auf den tiefsten Stand in diesem Jahrzehnt gefallen. Allein im Quartalsvergleich implodierte der Ölpreis um 36 Prozent. Kupfer ist so billig wie seit vier Jahren nicht mehr.

 

Der Commodity Index von Bloomberg mit 22 wichtigen Rohstoffen ist auf den niedrigsten Stand seit Mai 2009 gefallen. Das war die Zeit, in der die Finanzkrise in die Große Rezession überging. Und im Vergleich zu damals ist jetzt auch noch ein Ölpreis-Krieg im Gange, bei dem die USA sowie Saudi Arabien und der Rest der OPEC gezielt die Notierungen in den Keller treiben.

 

Jeder will die Öl-Förderer der anderen Seite noch tiefer in die Verlustzone schubsen, bis die Ersten aufgeben und auf Marktanteile verzichten.

 

Zur Wochenmitte hat Öl sogar die brisante Marke von 60 Dollar je Barrel nach unten durchschlagen, was zu erheblichen Problemen für die massiv ausgegebenen Anleihen der Produzenten führt. Und jetzt kommen noch Horror-Prognosen wie die des kanadischen Öl-Magnaten Murray Edwards dazu, der am Freitag einen Kollaps des Ölpreises bis auf 30 Dollar vorhersagte.

 

Ein Markt, der so im Aufruhr ist, muss sich warm anziehen.

 

Hinzu kommt, dass einige Beobachter an den Rohstoffmärkten die scharf abbremsende globale Konjunktur stärker für den Preiseinbruch bei den Rohstoffen verantwortlich machen, als das wachsende Angebot.

 

Der Einbruch von Chinas Einkaufsmanager-Index für die Industrie auf den niedrigsten Stand in acht Monaten ist ein zusätzliches Alarmsignal.

 

Jetzt werden überall im Energie- und Minensektor Dividenden gekürzt, Investitionen gestrichen und Blut geleckt. Ein vorzüglicher Spielplatz für Großinvestoren, die mit gezielten Aufträgen an den Futures-Börsen Kurse manipulieren und schnell abkassieren wollen.

 

Die Nervosität der Börsen-Oberen bei der CME Group wird dadurch zusätzlich geschürt, dass verschiedene Metalle wie das Gold kritische Marken erreicht haben. Nach deren Durchschneiden können sie wie von einem Turbo getrieben ihre Talfahrt beschleunigen. Und nicht zu vergessen: Die Krise des russischen Rubels eskaliert von Tag zu Tag, die Notenbank hat den Leitzins auf über zehn Prozent angehoben.

 

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Marktaufseher für die ruhigen Tage um die Jahreswende eine Bremse einbauen, damit keine Sicherungen rausfliegen, wenn größere Aufträge an den Futures-Märkten platziert werden.

 

Vielleicht besteht auch konkret die Sorge vor der ein oder anderen politischen oder geostrategischen Bombe, die um die Jahreswende hochgehen könnte. Griechenland macht ebenso die Märkte nervös wie ein befürchteter Angriff Israels auf die iranischen Atomanlagen oder ein IS-Anschlag in Europa.

 

Eine Bombe könnte aber auch die US-Notenbank zünden, falls sie überraschend früh die Zinsen anhebt oder dies ankündigt. Das würde an den Kapitalmärkten Schockwellen auslösen.

 

Das Universum zinsgestützter Papiere gilt als besonders explosiv. Laut dem Office of the Comptroller of the Currency, der für Derivate zuständig ist, kursieren solche »finanziellen Massenvernichtungswaffen« mit einem addierten Nennwert von knapp 237 Billionen Dollar. Und 81 Prozent davon basieren auf Zinsprodukten. Vier große Banken halten alleine 92 Prozent dieser Papiere.

 

 

 

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Leser-Kommentare (3) zu diesem Artikel

13.12.2014 | 01:13

bernd

schon wieder mal seit 10 Jahren immer zur Weihnachtszeit kommt der Crash und Zusammenbruch und am 02. Jäner ist alles wieder normal:-)) Wie oft noch wird es euch nicht langsam langweilig immer und immer wieder das selbe runter zu beten!!??!!


12.12.2014 | 14:06

Deus ex Machina

"Fröhliche Weihnacht´ überall, / Erst im nächsten Jahr der tiefste Fall." - So ungefähr könnte man die Geisteshaltung der "Oberen" umschreiben, wenn sie "Preisbremsen und Handelsstopps bei auffälligen Kursentwicklungen" ankündigen. Wer weiß, vielleicht ist das der allmählich heißer werdende kalte Wirtschaftskrieg ... überspitzt gesagt: Bis Ostern nächstes Jahr heizen und kochen wir alle mit unseren heiß geliebten Euro-Scheinen - etwa so, wie...

"Fröhliche Weihnacht´ überall, / Erst im nächsten Jahr der tiefste Fall." - So ungefähr könnte man die Geisteshaltung der "Oberen" umschreiben, wenn sie "Preisbremsen und Handelsstopps bei auffälligen Kursentwicklungen" ankündigen. Wer weiß, vielleicht ist das der allmählich heißer werdende kalte Wirtschaftskrieg ... überspitzt gesagt: Bis Ostern nächstes Jahr heizen und kochen wir alle mit unseren heiß geliebten Euro-Scheinen - etwa so, wie die Chinesen das mit ihrem Papiergeldüberfluß bereits in Angriff genommen haben (vgl. http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/redaktion/hoellengeld-oder-helikoptergeld-chinesen-heizen-jetzt-mit-banknoten.html ---). Tja, leider dumm gelaufen für das viele Gold, denn das kann man nur einschmelzen (wofür man Temperaturen von ca. 1063° C braucht), aber verheizen kann man es nicht.


12.12.2014 | 13:10

Didi Dödel

Die Kursbremsen wurden im Artikel leider nicht beziffert. Nach meinen Infos beträgt sie für Silber 12 Dollar. Dann stünde Ag noch bei 5 Dollar. Da braucht man doch keine Bremse mehr. Da scheint es doch plausibler, es handelt sich um Kursexplosionsbremsen.

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