Thursday, 24. May 2012
15.02.2010
 

Regierung: Bruder Roland infiziert Schwester Welle mit Hartz IV

Gerhard Wisnewski

Was reitet eigentlich »Schwesterwelle«? Die Frage ist schon falsch gestellt. Denn sie muss selbstverständlich lauten: Wer reitet eigentlich Westerwelle? Wer bläst ins selbe Horn wie der Bundesaußenminister, und wer hat ihn mit Hartz IV infiziert? Die Antwort fängt mit Roland an und hört mit Koch auf ...

»In Deutschland gibt es Leistungen für jeden, notfalls lebenslang«, polterte Westerwelle in der Wirtschaftswoche. »Deshalb müssen wir Instrumente einsetzen, damit niemand das Leben von Hartz IV als angenehme Variante ansieht«, sagte der Bundesaußenminister. »Wir müssen jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertiger Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung«, wurde der FDP-Politiker weiter zitiert.

Das war gar nicht Westerwelle, sondern der stellvertretende CDU-Vorsitzende Roland Koch, sagen Sie? Da haben Sie nun auch wieder Recht.

Aber bei Westerwelle klingt das neuerdings zum Verwechseln ähnlich: »Es scheint in Deutschland nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemanden, der das alles erarbeitet. Empfänger sind in aller Munde, doch die, die alles bezahlen, finden kaum Beachtung. (...) Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein. (...) es ist völlig unbestritten, dass eine deutlich sichtbare Minderheit das bestehende System ausnutzt.«

Sauber – hinter den Kulissen scheinen die beiden ja heftig zu turteln, um vor den Kulissen ins selbe Horn zu blasen.

Wenn Sie mich fragen, stimmt Westerwelle schon mal das Lied seines möglicherweise nächsten Bosses an, nämlich seines Bilderberger-Kumpels Roland Koch. Während Bilderberger-Gast (2007) Westerwelle den Sprung in Amt und Würden bereits schaffte, scharrt der stellvertretende CDU-Vorsitzende Roland Koch (bei den Bilderbergern 2009) im Hintergrund immer noch vernehmlich mit den Hufen, um Angela Merkel (bei den Bilderbergern 2005) auszurangieren. Die seit 56 Jahren stattfindende alljährliche Bilderberger-Konferenz ist so eine Art Talentschuppen, bei dem die Globalisten den neuen Führungsnachwuchs für ihre Provinzen ausgucken (siehe Wisnewski: Drahtzieher der Macht, München 2010).

So stänkert Koch, wo er kann. Zunächst rechneten am 10. Januar 2010 in einem Gastbeitrag auf der Website der konservativen Frankfurter Allgemeine Zeitung vier CDU-Fraktionsbosse mit Angela Merkel ab: Saskia Ludwig aus Brandenburg, Mike Mohring aus Thüringen und Steffen Flath aus Sachsen. Am wichtigsten war aber der Fraktionsvorsitzende der CDU in Hessen, Christean Wagner. Denn der zieht selbstverständlich mit seinem Ministerpräsidenten Roland Koch an einem Strang. Nicht doch, meinte der und dementierte heftig, etwas mit der Revolte zu tun zu haben.

Wer's glaubt. Denn als der Coup vorerst im Sande verlief, fing Koch plötzlich an zu randalieren und rückte die Koalitionsmöbel gerade. Genau wie jetzt Westerwelle polterte er gegen Hartz-IV-Empfänger los.

Keine Frage: Es tut sich was hinter den Kulissen der schwarz-gelben Regierung. Immerhin ist nun schon auch schon der Vizekanzler von Koch infiziert. Zwar nicht mit HIV, aber mit Hartz IV.

 

http://www.bbv-net.de/aktuelles/politik/inland/1270207_Guido_Westerwelle_ueber_Hartz_IV.html

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