Wednesday, 31. August 2016
25.03.2016
 
 

Der Irrsinn der Zentralbank geht in die nächste Runde

Thomas Trepnau

Die EZB hat auf ihrer letzten Sitzung den Leitzins auf null Prozent und den Einlagenzins für die Banken auf minus 0,4 Prozent gesenkt. Außerdem wird sie ab April monatlich Anleihen in Höhe von 80 Mrd. Euro aufkaufen. Das ist eine Steigerung gegenüber dem bisherigen Aufkaufprogramm um 20 Mrd. Euro pro Monat. Erstmals wird sie auch Unternehmensanleihen kaufen. Ab Juni bietet die EZB den Banken neue Kreditprogramme an. Der Zins dafür kann der Höhe des Einlagenzinses entsprechen. Derzeit minus 0,4 Prozent.

 

Im Klartext: Banken zahlen Zinsen, wenn sie bei der EZB Geld parken, die EZB erhöht die Geldmenge mittels Anleihekäufen und die Banken bekommen Zinsen, machen also Gewinne, wenn sie einen Kredit bei der EZB aufnehmen!

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat sich mit Haut und Haaren dem Erhalt der europäischen Einheitswährung und der Euro-Zone verschrieben. Er will die Kreditvergabe der Banken und die Geldschöpfung im Euro-Raum anheizen. Das soll die Wirtschaft auf Touren bringen und die Inflation in die Höhe treiben. Abgewirtschaftete Euro-Staaten und Banken werden mit neu geschaffenem Geld über Wasser gehalten. Mit seiner Null- und Negativzinspolitik verhindert Draghi jedoch dringend erforderliche Strukturreformen in den Euro-Ländern.

 

Warum sollten Regierungen, wenn sie die Darlehen »für lau« bekommen, irgendwelche schmerzhaften, wettbewerbsfördernden Reformen durchführen? Die seit Jahren von der EZB betriebenen Maßnahmen sind jedoch verpufft. Die gewünschten Wirkungen sind nicht eingetreten. Banken sollen nun durch die Negativzinsen zur Geldmengenausweitung mittels Kreditvergabe gezwungen werden. Wie die Banken bei ihren verheerenden Bilanzen die Kreditvergabe steigern sollen, bleibt Draghis Geheimnis.

 

Er scheint zu ahnen, dass auch das neue Programm zum Rohrkrepierer wird, und zündet vorsorglich die nächste Geld-Eskalationsstufe. Nur so kann seine Antwort auf die Frage eines Journalisten zum Helikoptergeld verstanden werden: »We haven't really thought or talked about helicopter money. It's a very interesting concept…« (Wir haben noch nicht wirklich über Helikoptergeld nachgedacht oder gesprochen. Es ist ein sehr interessantes Konzept…)

 

Es war der vormalige Präsident der US-Notenbank Ben Bernanke, der schon 2002 als Fed-Gouverneur nach der geplatzten Internetblase erklärte: »Zur Not werden wir das Geld mit Helikoptern abwerfen.«

 

Diese bildhafte Darstellung von Bernanke zeigt, worum es geht: Um eine extreme Vermehrung und Verteilung der Geldmenge. Geld würde ohne Gegenleistung verteilt. Zweifelsohne würden die unersättlichen Regierungen im Euro-Raum beherzt auf »Helikoptergeld« zugreifen, um Wahlversprechen einzulösen. Das wäre die offene Monetarisierung von Staatsschulden. Dieser folgt, nach leidvoller, geschichtlicher Erfahrung, eine Zerstörung der Kaufkraft.

 

Die Sparer sind längst die Leidtragenden der unseligen Zentralbankpolitik. Mit der Ausgabe von Helikoptergeld wären ihre Ersparnisse in Windeseile entwertet. Die Zentralbank würde die Kontrolle über die Geldschöpfung verlieren. Nicht umsonst ist dies der EZB nicht erlaubt. Auch Bundesbankpräsident Weidmann ist davon wenig begeistert und sagt wörtlich: »Statt immer waghalsigere geldpolitische Experimente ins Spiel zu bringen, wäre es sinnvoll, einmal innezuhalten.«

 

Leider konnte sich Weidmann in den letzten Jahren bei richtungsweisenden Entscheidungen im EZB-Rat nicht durchsetzen. Die neuen Maßnahmen der Notenbanken können der Auslöser für einen neuen, gewaltigen Crash sein.

 

Das Ziel der Europäischen Zentralbank ist klar: Die Inflation soll durch immer stärkere Ausweitung der Geldmenge gesteigert werden. Die Geldmenge kann in unserem Geldsystem nur durch Schuldenaufnahme wachsen. Deshalb müssen Kredite vergeben werden. Wenn es die Geschäftsbanken nicht schaffen, dann wird das Geld eben in Form von an Staaten vergebene Kredite von Helikoptern abgeworfen.

 

Bleibt bei dem dann enorm gewachsenen Schuldenberg das Wirtschaftswachstum aus, müssen wiederum Kredite zur Rückzahlung von Schulden vergeben werden. Ein Teufelskreis, bei dem das Ergebnis absehbar ist: die Vernichtung der Kaufkraft der Währung.

 

Was können Sparer mit ihrem oft sauer verdienten Vermögen tun? Eine Möglichkeit wäre, Aktien von soliden Unternehmen zu kaufen, die zuverlässig Dividenden ausschütten. Das Problem dabei: Zwar ist die Kerninflationsrate gering; bei den Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien schwingt sich die Inflation jedoch beinahe täglich zu neuen Höhen auf. Deshalb dürfte es schwierig sein, Aktien solider Unternehmen zu angemessenen Preisen zu finden.

 

Vom Inflationsstrudel bisher nicht erfasst sind die Vermögenswerte Gold und Silber. Gold und Silber in ihrer physischen Form sind eine Versicherung gegen Schuldenexzesse im Papiergeldsystem. Nicht umsonst bunkert auch die Münchener Rück, eine der weltweit größten  Rückversicherungsgesellschaften, Goldbarren und Goldunzen in ihren Tresoren.

 

 

 

 

 

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