Samstag, 10. Dezember 2016
20.01.2015
 
 

Wider die Goldlüge – Wider die Allmacht der Zentralbanken

Thorsten Schulte

Was lehrt uns der überraschende Schritt der Schweizer Notenbank, den Mindestkurs von 1,20 Schweizer Franken für einen Euro aufzuheben? Traue keinem Banker und schon gar keinem Zentralbanker! Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, sagte noch am 6. Januar 2015 im Schweizer Fernsehen SRF, negative Zinsen funktionierten in der Schweiz und machten den Franken weniger attraktiv. Bis zuletzt wog er die Märkte in einer falschen Sicherheit. 700 000 Polen, die ihre Häuser mit Darlehen in Schweizer Franken aufgenommen hatten, leiden nun unter der plötzlichen Verteuerung. Sie bluten gerade, weil sie den Worten eines Zentralbankers vertrauten.

 

Nun gibt es natürlich auch Banker, denen wir mit höchstem Argwohn gegenübertreten sollten. Wenn Goldman Sachs Aussagen trifft, sind diese klar politisch motiviert und als Propaganda der US-Finanzindustrie zu bezeichnen. Am 9. Dezember 2014 sagte Jeffrey Currie, Chefrohstoffstratege von Goldman Sachs, der Goldpreis werde in den kommenden zwölf Monaten auf 1050 Dollar fallen.

 

Das ganze Jahr über sagte er diese 1050 Dollar für Ende 2014 voraus. Nun solle dies also bis Ende 2015 geschehen. Die Deutsche Bank sieht ganz aktuell 2016 und sogar 2017 einen Goldpreis von 1125 Dollar.

 

Ambitioniert sind diese Prognosen gerade deshalb, weil die längste Abschwungphase am Goldmarkt auf heute übertragen im März 2015 enden würde.

 

Da befinden wir uns alle im beispiellosen und bislang einzigartigen Geldexperiment der Zentralbanken, der Goldpreis soll jedoch bis Ende 2017 weiter fallen. Wenn wir im folgenden Chart die Dauer der Goldpreiskorrekturen betrachten, spricht viel für das genaue Gegenteil!

 

Quelle: Bloomberg, Silberjunge

 

Es sind diese Banken, die die Menschen mehr als einmal auf eine falsche Fährte locken. Im Oktober 2011 gab die Deutsche Bank für den Goldpreis für Ende 2012 noch ein Kursziel von 2000 Dollar heraus. Da hatte der Goldpreis am 6. September 2011 längst sein Hoch gesehen.

 

Nicht nur der ist verlassen, der sich auf Zentralbanker verlässt, sondern auch der, der den Großbanken auf den Leim geht. Beim Silber nannte die Bank damals auch noch 50 US-Dollar für Ende 2011 und Ende 2012. Ich hatte damals im April 2011 rechtzeitig selbst auf FAZ.net Warnungen vor einer Korrektur beim Silber ausgesprochen.

 

Schon im Februar 2011 schrieben wir in einer Studie: »Sollten wir beispielsweise auf 50 Dollar in diesem Jahr vorstoßen, wäre auch ein Rückfall unter 30 oder sogar 25 Dollar vorstellbar.« (Hoch am 25. April 2011 bei 49,79 US-Dollar, Tief am 26. September 2011 bei 26,07 US-Dollar.)

 

An den Märkten gibt es halt keine Einbahnstraßen. Sorgen wir dafür, dass wir für falsche Tipps der Banken und Zentralbanken nicht bluten müssen.

 

Im Buch Insiderwissen Gold widme ich mich der Märchenstunde im Mainstream und setze Fakten dagegen. Dabei nehme ich unter anderem die Aussage von George Soros auseinander, der am 28. Januar 2010 bei einem Goldpreis von 1090 Dollar je Feinunze von einer »ultimativen Blase« sprach. Selbst nach der Streckfolter nach dem Hoch des Goldpreises im September 2011 lag der Goldpreis an keinem einzigen Tag so tief wie damals!

 

Wer unser Weltfinanzsystem, das aufgeblähte Finanzvermögen, die unglaubliche weltweite Papiergeldmenge, mit dem Marktwert allen geförderten Goldes vergleicht, der kann über solche Aussagen nur schmunzeln. Allerdings ist das Thema viel zu ernst. Denn Leute wie Soros, Jeffrey Currie von Goldman Sachs und viele andere führen die Bevölkerung hinter die Fichte.

 

Gerade leiden die polnischen Hypothekenschuldner, die sich auf den Schweizer Franken im Vertrauen auf die Aussagen der Schweizer Zentralbank verließen. Ich selbst hätte dies nie getan, weil ich weiß, dass dies höchst gefährlich ist.

 

Marc Faber, neben mir Autor des Buchs Insiderwissen Gold sagte mir schon vor Jahren bei einem Abendessen: »Wer sein Gold verkauft, vertraut der Regierung.« Gold und Silber haben für mich auch eine politische Komponente. Es geht um den letzten Hort Freiheit in der Finanzanlage in der Welt, die von immer mehr Regulierung geprägt ist.

 

Den Herrschenden geht es damit nur darum, ihr Potemkinsches Finanzdorf zu schützen und den Tag der Abrechnung so weit wie möglich in die Zukunft zu verlegen. Immunisieren wir uns bitte gegen die Märchenstunde des Mainstreams. Mit meinen Zeilen in Insiderwissen Gold will ich meinen Beitrag dazu leisten. Benutzen wir unsere Augen bitte heute zum Sehen und nicht bald zum Weinen!

 

 

 

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Leser-Kommentare (32) zu diesem Artikel

22.01.2015 | 08:07

Sturmtief

Die Bänker ware, sind und werden immer Ver...cher sein. Aber die Schweizer weden schon merken, was sie davon haben.Die pfeifen schließlich auch schon aus dem letzten Loch. Anders ist es doch gar nicht möglich, das sie wortbrüchig werden. Eigentlich sche...en sie sich doch in den eigenen Sack.Aber das werden die erst später merken, oder doch früher als ihnen lieb ist.


22.01.2015 | 05:50

Tomentella

Die Goldpreis-Fixierung wird ja in London entschieden. Wird da nicht auch der Kurs manipuliert? Gold in Händen ist das einzige Wahre, unbesehen was gerade der Kurs ist. Der Entscheid der SNB war gut, obwohl viele Mio. Euro Verlust eingefahren wurde. Und dass er ohne Vorankündigung kam, hat die Spekulanten auch erwischt. Da werden noch einige Banken, Vermögensanleger etc. riesige Summen verlieren. Aber der Entscheid zeigt auch, dass keiner der Banken sich gegenseitig mehr...

Die Goldpreis-Fixierung wird ja in London entschieden. Wird da nicht auch der Kurs manipuliert? Gold in Händen ist das einzige Wahre, unbesehen was gerade der Kurs ist. Der Entscheid der SNB war gut, obwohl viele Mio. Euro Verlust eingefahren wurde. Und dass er ohne Vorankündigung kam, hat die Spekulanten auch erwischt. Da werden noch einige Banken, Vermögensanleger etc. riesige Summen verlieren. Aber der Entscheid zeigt auch, dass keiner der Banken sich gegenseitig mehr vertrauen. Experten sagen dies, andere das. Diese Unsicherheit ist ein Zeichen für "wir wissen nicht mehr was wir tun sollen". Auf alle Fälle ist die EZB mit dem Kauf von Euro-Staatsanleihen, was QE analog den USA bedeutet auf dem falschen Pfad. Das richtige wäre umgehend das Trennbanken-System wieder einzuführen. Warum wehren sich die Banken so vehement dagegen? Weil es dann knallt (Derivate, CDS).


21.01.2015 | 11:01

Ortwin Scheider

Papiergeld ist ein Versprechen! Und was man von den Versprechen der Regierung halten kann, sieht man tagtäglich...


21.01.2015 | 09:59

GKietz

Ich kann die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank gut verstehen. Die Schwweiz ist wirtschaftlich eng mit Staaten der EU verbunden, und der rasche Vertrauenssverlust in den Euro mit Flucht in den SFr hat zu schwerwiegenden Verwerfungen geführt. Unter hohen Verlsuten hat die SNB das Währungsgefälle stabilisiert. Nun aber kündigt EZB-Chef Dragi an, Staatsanleihen notfalls unbegrenzt aufzukaufen - spricht große Geldmengen zu ´drucken´, was zu einer massiven...

Ich kann die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank gut verstehen. Die Schwweiz ist wirtschaftlich eng mit Staaten der EU verbunden, und der rasche Vertrauenssverlust in den Euro mit Flucht in den SFr hat zu schwerwiegenden Verwerfungen geführt. Unter hohen Verlsuten hat die SNB das Währungsgefälle stabilisiert. Nun aber kündigt EZB-Chef Dragi an, Staatsanleihen notfalls unbegrenzt aufzukaufen - spricht große Geldmengen zu ´drucken´, was zu einer massiven Euro-Entwertung führen wird. Kann man den Schweizern verdenken, dass sie da nicht mitgerissen werden wollen?


21.01.2015 | 08:53

ben

Ich bin überzeugt, daß der Goldpreis künstlich hoch gehalten wird wie der Diamantenpreis. Gold und Diamanten sind wesentliche Teile der Luxusindustrie und ein lukratives Geschäft. Und einen kleinen Teil der jährlichen Goldproduktion kaufen die Zentralbanken auf. Der erwünschte Nebeneffekt des gestützten Goldpreises sind aufgepeppte Bilanzen. - Kupfer ist am Baumarkt unentbehrlich und damit viel wertvoller als Gold. Ich glaube, Kupfer ist in den letzte Wochen abgestürzt. Ein...

Ich bin überzeugt, daß der Goldpreis künstlich hoch gehalten wird wie der Diamantenpreis. Gold und Diamanten sind wesentliche Teile der Luxusindustrie und ein lukratives Geschäft. Und einen kleinen Teil der jährlichen Goldproduktion kaufen die Zentralbanken auf. Der erwünschte Nebeneffekt des gestützten Goldpreises sind aufgepeppte Bilanzen. - Kupfer ist am Baumarkt unentbehrlich und damit viel wertvoller als Gold. Ich glaube, Kupfer ist in den letzte Wochen abgestürzt. Ein richtiger Zocker denkt darüber nach.


20.01.2015 | 23:51

ben

Kostolani hielt einen Unzenpreis von 5 Mark für angemessen. Denn Gold ist zu nichts nütze. Es wird nur zu 12% industriell verwertet. Zum Beispiel als Spezialbeschichtung für Optik. Der Rest geht in die Schmuckindustrie. Gold ist Tand. Und vergiftet bei der Gewinnung die Umwelt mit Quecksilber. Als Richard Nixon Bretton Woods aufkündigte, weil er an die Druckmaschine wollte, denn Fort Knox ließ sich nicht höher mit Hypotheken belasten, kostete die Unze 32$. Um den Dreh. Wenn Gold...

Kostolani hielt einen Unzenpreis von 5 Mark für angemessen. Denn Gold ist zu nichts nütze. Es wird nur zu 12% industriell verwertet. Zum Beispiel als Spezialbeschichtung für Optik. Der Rest geht in die Schmuckindustrie. Gold ist Tand. Und vergiftet bei der Gewinnung die Umwelt mit Quecksilber. Als Richard Nixon Bretton Woods aufkündigte, weil er an die Druckmaschine wollte, denn Fort Knox ließ sich nicht höher mit Hypotheken belasten, kostete die Unze 32$. Um den Dreh. Wenn Gold tatsächlich eine Krisenwährung ist, warum in drei Teufels Namen stieg der Goldpreis zum Ende des 2. WKs nicht über die Maßen an, sondern sank sogar?

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