Monday, 27. June 2016
24.04.2014
 
 

Mysteriöse Welle von Todesfällen unter Bankern breitet sich nach China aus

Tyler Durden

Bisher hatte sich die schreckliche Welle von Todesfällen unter Bankern auf amerikanische und europäische Finanzmanager beschränkt. Aber wie das chinesische Finanznachrichtenportal Caixin berichtet, hat der wachsende Druck auf das chinesische Bankensystem offenbar sein erstes Opfer in den Führungsetagen gefordert.

Am gestrigen Mittwoch starb der Leiter der chinesischen Bankenaufsichtsbehörde CBRC, Li Jianhua, an den Folgen eines »plötzlichen Herzinfarkts«. Er wurde noch nicht einmal 49 Jahre alt. Li war maßgeblich an der Ausarbeitung neuer marktwirtschaftlicher, so genannter »Caveat emptor«-Bestimmungen für das chinesische Schattenbankensystem beteiligt und hatte noch vor Kurzem in einem Interview erklärt: »Es ist jetzt an der Zeit, nicht nur die Risiken zu kontrollieren,

sondern die Branche der Finanzdienstleister und Vermögensverwalter grundlegend zu verändern... wenn sie zu unreguliert agieren kann, beschert uns das große Probleme.« Li wurde von seiner Frau gefunden.

 

Wie Caixin berichtete, starb Li Jianhua, Direktor der CBRC AfDB, an einem Herzinfarkt. Er hatte das 49. Lebensjahr noch nicht vollendet. Li wollte an diesem Morgen eigentlich an einer größeren Wirtschaftskonferenz teilnehmen.

»Nach Angaben verschiedener Personen aus dem Umfeld der CBRC hatte Li Jianhua noch bis Mitternacht gearbeitet. Am Morgen fand ihn dann seine Ehefrau unerwartet tot auf. Todesursache war ein plötzlicher Herzinfarkt.

Vertreter der CBRC und andere drückten ihre Trauer und ihr Bedauern über Li Jianhuas Tod aus.«

Li war als geistiger Kopf hinter den Regulierungsbestimmungen der chinesischen Finanzwirtschaft bekannt.

»Li Jianhua wurde im Juli 1965 in der Provinz Hunan im Kreis Yongxing geboren und schloss seine Ausbildung erfolgreich an Wudaokou-Institut für Finanzen ab.

Li Jianhua war wesentlich an der Formulierung des Gesetzes ›Ein Gesetz – zwei Bestimmungen‹ oder des ›Trust-Gesetzes der Volksrepublik China‹, der ›Konzepte des Trust-Managements‹ und der ›Methode des Managements von Trust-Kapital-Unternehmen‹ beteiligt.«

Offenbar stand Li Rettungsschirmen für die Finanzindustrie ablehnend gegenüber und setzte bei der Regulierung der Trust-Branche stattdessen auf die Marktkräfte:

»Li Jianhua hatte den neuen Finanzberichterstattern deutlich gemacht, dass diese Einschätzung falsch sei. Nr. 99 Wen betonte, die ›Verantwortung des Verkäufers‹ dürfe nicht so verstanden werden, dass der Käufer keine Risiken bei hohen Renditen eingehe.

Da China gegenwärtig noch nicht über eine gesetzliche Regelung für den Bereich der Vermögensverwaltung und Finanzdienstleistung verfügt, ist es die Pflicht der Vermögensverwalter und Finanzdienstleister, stärker gegen Schlupflöcher vorzugehen, entsprechend ist auch das Prinzip ›Caveat emptor‹ anzuwenden. So sind eben die Marktregeln...

Da die Branche der Vermögensverwalter und Finanzdienstleister viele Korrekturen nach oben und unten erlebt hat, war Li Jianhua der Auffassung, dieser Wirtschaftsbereich sei zwar vielversprechend, müsse aber neue Gewinnmodelle entwickeln und befinde sich in einem Prozess der Umwandlung...

›Wenn er zu unreguliert agieren kann, beschert uns das, so fürchte ich, große Probleme.‹«

Damit erweitert sich die Liste hochrangiger Finanzmanager, die in den letzten Monaten verstorben sind, auf nunmehr 13 Personen:

  1. William Broeksmith: Das 58-jährige frühere Vorstandsmitglied der Deutschen Bank wurde am 26. Januar nach einem offenbaren Selbstmordversuch erhängt in seinem Haus in South Kensington in London aufgefunden.

  2. Karl Slym: der 51-jährige geschäftsführende Direktor von Tata Motors wurde am 27. Januar im vierten Stock des Hotels Shangri La in Bangkok tot aufgefunden.

  3. Gabriel Magee: Der erst 39 Jahre alte Mitarbeiter der Bank JPMorgan sprang am 27. Januar vom Dach der europäischen Zentrale von JPMorgan in London in den Tod.

  4. Mike Dueker: Der 50-jährige Chefökonom einer amerikanischen Investmentbank, ein früherer Ökonom der US-Notenbank, wurde in der Nähe der Tacoma-Narrows-Brücke im US-Bundesstaat Washington tot aufgefunden.

  5. Richard Talley: Der 57-jährige Gründer des Unternehmens American Title Service aus Centennial im US-Bundesstaat Colorado wurde Anfang Februar tot aufgefunden. Offenbar hatte er sich mit einem Druckluftnagler erschossen.

  6. Tim Dickenson, ein Kommunikationsdirektor der Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re, starb ebenfalls im Januar. Die genauen Umstände seines Todes sind noch unbekannt.

  7. Ryan Henry Crane (37): Der junge Manager starb vor einigen Wochen vermutlich durch Selbstmord. Bis auf einen kleinen Nachruf in der Stamford Daily Voice wurde bisher nichts über seinen Tod bekannt.

  8. Li Junjie (33): Der junge Banker sprang in der letzten Februarwoche vom Dach der Zentrale von JPMorgan in Hongkong.

  9. James Stuart jun.: Der frühere Vorstandschef der National Bank of Commerce wurde am Morgen des 19. Februar tot in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona aufgefunden. Ein Sprecher der Familie weigerte sich, sich zur Todesursache zu äußern.

  10. Edmund »Eddie« Reilly (47): Der Händler der Vertical Group aus Midtown beging Selbstmord, indem er sich vor einen LIRR-Zug warf.

  11. Kenneth Bellando (28): Der Händler des Unternehmens Levy Capital und früherer Anlage-Analyst bei JPMorgan sprang aus seiner Wohnung im sechsten Stock in der New Yorker East Side in den Tod.

  12. Jan Peter Schmittmann (57): Der frühere Vorstandschef der niederländischen Bank ABN Amro wurde in seinem Haus nahe Amsterdam zusammen mit seiner Ehefrau und seiner Tochter tot aufgefunden.

  13. Li Jianhua (49): Der Direktor der Bankenaufsicht der Volksrepublik China starb an einem plötzlichen Herzinfarkt.

 

 

 


 

 

 

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