Freitag, 2. Dezember 2016
20.01.2014
 
 

Nach einem Jahr hat Deutschland lediglich armselige fünf Tonnen Gold von der New Yorker Federal Reserve zurückerhalten

Tyler Durden

Vor rund einem Jahr hatte die Deutsche Bundesbank die überraschende Entscheidung getroffen, die u.a. auch auf Enthüllungen von Zerohedge zurückging, 674 Tonnen Gold, die in den Tresoren der New Yorker Niederlassung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) und der französischen Zentralbank lagerten, nach Deutschland zurückzuholen. Bis heute gelang der Bundesbank lediglich die Rückführung von 37 Tonnen – also nur fünf Prozent der angestrebten Menge von 674 Tonnen. Insgesamt wäre eine Rückführung von mindestens 84 Tonnen jährlich nötig, um die geplante Gesamtmenge schrittweise in dem vorgesehenen Acht-Jahres-Zeitraum von 2013 bis 2020 zurückzuholen.

Als diese Zahlen bekannt wurden, löste dies bei vielen Deutschen Verärgerung aus, und man mutmaßte, der eigentliche Grund dafür, dass dieser Goldtransfer so langsam vonstattengehe, hänge damit zusammen, dass sich das deutsche Gold einfach nicht mehr im physischen Besitz der ausländischen Treuhänder befinde, sondern ohne formelle oder informelle Ankündigung im

Rahmen von Leasingverträgen weitergegeben oder, noch schlimmer, veräußert worden sei.

 

Der Artikel »Die ganze Wahrheit über das Gold der Bundesbank«, der am 19. Januar in der deutschen Tageszeitung Die Welt erschien, wird sicherlich nicht dazu beitragen, so genannte »Verschwörungstheoretiker« verstummen zu lassen. Denn dort erfahren wir, dass gerade einmal fünf (der insgesamt 37) Tonnen Gold, die nach Deutschland zurückgeholt wurden, aus dem »Keller der Federal Reserve in New York« stammen, der Rest kommt aus Frankreich.

 

Die Welt fragt: »Konnten die Amerikaner nicht mehr liefern, weil sie die bei der Federal Reserve of New York eingelagerten gut 1500 Tonnen längst verscherbelt haben?« Vielleicht, die offizielle Erklärung lautet demgegenüber: »Die Bundesbank erklärt dies [die geringe Menge] damit, dass die Transporte aus Paris einfacher sind und deshalb zügiger beginnen konnten… Dabei ließ sich die Bundesbank von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) unterstützen, der ›Zentralbank der Zentralbanken‹ in Basel, die schon für andere Notenbanken größere Goldumschichtungen organisiert hat und über entsprechende Erfahrung verfügt. Erst nach monatelangen Vorbereitungen konnten die Sicherheitstransporte mit Lkw und Flugzeug beginnen.« Ist das die selbe BIZ, die 2011 Gold in Rekordhöhe – 632 Tonnen – verlieh?...

 

Was nun die offizielle Begründung angeht, so fragen wir uns: Warum sollte der Transport von Gold »einfacher« sein, wenn er in Paris und nicht in New York seinen Anfang nimmt? Bringt die New Yorker Fed das Gold etwa per Lastwagen über den Grund des Meeres, und wird das Gold aus Frankreich mit einem Vespa-Motorroller außer Landes gebracht?

 

Man muss also davon ausgehen, dass andere Gründe ausschlaggebend waren. Die Welt schreibt dazu: »Denn die dort gelagerten Barren haben bereits die von der Notenbank gewünschte längliche Form mit abgeschrägten Kanten, ›London-Good-Delivery‹-Standard genannt. Die Barren im Keller der Fed haben dagegen eine früher gängige Form. Sie lässt die Bundesbank komplett umschmelzen. Und die Kapazitäten der Schmelzbetriebe seien eben begrenzt.«

Ach so, das Gold der New Yorker Fed entspricht nicht dem LGD-Standard, und bei den Schmelzereien gibt es eben Engpässe. Dann ist ja eigentlich alles klar …

 

Die Welt macht sich dann daran, verschiedene, vor allem über das Internet verbreitete »Verschwörungstheorien« zu »widerlegen«. Der Grund dafür, dass das Gold umgeschmolzen werden müsse, habe nichts damit zu tun, dass das Fehlen von Barren vertuscht werden sollte (oder um falsche Seriennummern unkenntlich zu machen). Vielmehr handele es sich bei dem umgeschmolzenen Gold um dasselbe Gold, das ursprünglich eingelagert worden sei. Und um auch noch den letzten Skeptiker zum Schweigen zu bringen, verkündete die Bundesbank laut Welt: »Bisher jedenfalls habe es keinerlei Grund für Beanstandungen gegeben, heißt es bei der Bundesbank – Gewicht und Reinheitsgrad der Goldbarren stimmten mit den Büchern überein. Nun sieht man sich für größere Transportmengen gerüstet: 2014 sollen 30 bis 50 Tonnen aus New York kommen.«

 

An dieser Stelle sollten wir nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass der Grund, aus dem die deutsche Bevölkerung und die Bundesbank alle Veranlassung haben, skeptisch zu sein, mit den Ereignissen zu tun hat, über die Zerohedge exklusiv im November 2012 – also lange vor der schockierenden Rückführungsankündigung der Bundesbank – berichtete. Denn die Ursache für den zunehmenden Vertrauensverlust zwischen den Zentralbanken liegt darin, dass die Fed und die Bank von England 1968 Deutschland bewusst so genanntes »Bad-Delivery«-Gold lieferten; also minderwertiges Gold, das nicht den geforderten Standards [Gewicht, Reinheit, etc.] entsprach.

 

Deshalb dürften sich die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Rückführung der Goldreserven nach Deutschland erst dann beschleunigen und ausweiten, wenn die Deutschen lautstark eine sofortige Lieferung der bei der New Yorker Fed eingelagerten Goldbestände fordern; schließlich ist das auch ihr gutes Recht. Natürlich kann man der Bundesbank vertrauen, dass sie das Gold (sofern es überhaupt vorhanden ist) entsprechend dem LGD-Standard oder in ein anderes Format ihrer Wahl umschmilzt.

 

Es sei denn, das Gold ist in Wirklichkeit nicht mehr vorhanden…

 

 

 


 

 

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