Wednesday, 28. September 2016
23.05.2014
 
 

Russland stößt US-Staatsanleihen in Rekordhöhe ab, aber in was investiert es stattdessen?

Tyler Durden

In der vergangenen Woche berichteten wir auf der Grundlage von TIC-Daten (Treasury International Capital, eine monatlich und vierteljährlich erscheinende Zusammenstellung des amerikanischen Finanzministeriums, in der der Kapitalfluss in die oder aus den USA heraus im Zusammenhang mit Käufen und Verkäufen amerikanischer Wertpapiere und Finanzinstrumente aufgelistet ist), dass zwar einerseits »Belgien« weiterhin in beispielloser Höhe amerikanische Staatsanleihen kauft, ein anderes Land demgegenüber aber amerikanische Staatsanleihen in beispielloser Höhe verkauft. Im März alleine trennte sich Russland von US-Staatsanleihen im Wert von 26 Milliarden Dollar oder einem Fünftel seines Besitzes.

 

Wenn Russland nun in einem solchen Umfang amerikanische Staatsanleihen verkauft, in was investiert es dann?

 

Von Goldcore erfahren wir:

»Russland kauft im April 900 000 Unzen Gold mit einem Wert von 1,17 Milliarden Dollar.

Die russische Zentralbank hat im April erneut ihre Goldreserven um weitere 900 000 Unzen im Wert von 1,17 Milliarden Dollar aufgestockt.

Die russischen Goldreserven sind damit auf 34,4 Millionen Feinunzen im April angestiegen, nachdem sie im März noch bei 33,5 Millionen Feinunzen lagen, erklärte die russische Zentralbank gestern (20. Mai 2014) auf ihrer Internetseite. Damit lag der Gesamtwert der russischen Goldreserven am 1. Mai bei 44,30 Milliarden Dollar, gegenüber 43,36 Milliarden im Vormonat.

Im Folgenden eine Zusammenfassung von Bloomberg der April-Zahlen, entsprechend der IWF-Datenveröffentlichungsstandards, zu den Währungsreserven und der Devisenliquidität der russischen Zentralbank in Moskau.«

Die russischen Gold- und Devisenreserven verharrten in der Handelswoche, die am 9. Mai endete, praktisch unverändert auf einer Höhe von 471,1 Milliarden US-Dollar. Seit Beginn der Krise sind die russischen Reserven zwar zurückgegangen, blieben aber auf einem hohen Niveau. Zu den Reserven gehören Währungsgold, Sonderziehungsrechte, Reservepositionen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Devisen.

 

Der Ankauf von 900 000 Feinunzen Gold (etwa 27 990 Kilogramm) ist sicherlich eine erhebliche Menge physischen Goldes, macht aber nur einen sehr geringen Anteil von 0,24 Prozent an den russischen Devisenreserven aus. Gemessen am Gesamtumfang der russischen Reserven nimmt Gold jetzt einen Anteil von etwa zehn Prozent ein.

 

Dieser liegt immer noch unter den durchschnittlichen Goldreserven – gemessen als Anteil an den Devisenreserven größerer Zentralbanken wie etwa der Bundesbank, der französischen Zentralbank und der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, der bei mehr als 65 Prozent liegt.

 

Die russische Zentralbank hat seit 2006 die russischen Goldreserven schrittweise ausgebaut. Im Durchschnitt hat sie jeden Monat 0,5 Millionen Feinunzen gekauft. So gesehen ist der Kauf von fast einer Million Feinunzen Gold im April ein deutlicher Anstieg der Nachfrage.

 

Angesichts der doch deutlich gestiegenen geopolitischen Spannungen mit den USA und dem Westen im Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine war mit einem solchen Schritt zu rechnen. Und in der Tat belegen die TIC-Daten, dass Russland dabei ist, sich offensiv von amerikanischen Staatsanleihen zu trennen.

 

Der Wert der von Russland gehaltenen amerikanischen Staatsanleihen fiel im Zeitraum zwischen Oktober 2013 und März 2014 massiv um praktisch 50 Milliarden Dollar oder fast ein Drittel der Gesamtmenge. Die Hälfte dieser Verkäufe erfolgte im März, als Russland im Zusammenhang mit der Verhängung von Wirtschaftssanktionen durch den Westen US-Staatsanleihen im Wert von 26 Milliarden abstieß. Die TIC-Daten für April werden erst im Juni vorliegen, aber man darf schon mit interessanten Veränderungen rechnen.

 

Dies gilt vor allem angesichts der mysteriösen riesigen Ankäufe amerikanischer Staatsanleihen durch das kleine Belgien. Viele Analysten haben diesen Vorgang kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen, und es machen Gerüchte die Runde, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) oder die Europäische Zentralbank (EZB) hinter diesen umfangreichen belgischen Ankäufen stehen könnte.

 

 

Russland hat demgegenüber aus seinen Absichten in Bezug auf Gold keinen Hehl gemacht. Zahllose hochrangige Regierungsvertreter haben bestätigt, dass sie Gold als einen wichtigen monetären Vermögenswert betrachten, und von Präsident Putin selbst wurden zahlreiche Fotos veröffentlicht, in denen er offensichtlich begeistert mit großen Goldbarren in der Hand zu sehen ist.

 

Am 25. Mai 2012, also fast genau vor zwei Jahren, hatte der stellvertretende Direktor der russischen Zentralbank, Sergei Schwezow, erklärt, die russische Zentralbank beabsichtige, Gold aufzukaufen, um ihre Devisenreserven zu diversifizieren. »Im vergangenen Jahr haben wir etwa 100 Tonnen gekauft. Dieses Jahr wird es etwas weniger sein, aber immer noch eine bemerkenswerte Größenordnung darstellen«, sagte Schwezow damals gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.


Das World Gold Council berichtete gestern, die Goldankäufe der Zentralbanken lägen 70 Prozent über ihrem über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachteten Vierteljahresdurchschnitt. Besonders der Irak und Russland stächen heraus. Aufgrund der Tatsache, dass Lettland sich der Euro-Zone angeschlossen und damit seine Goldreserven denen der Euro-Zone hinzugefügt hatte, wie es im EU-Vertrag vorgesehen ist, wurde die Euro-Zone zu einem Netto-Käufer.

 

Möglicherweise plant Russland, den Rubel durch eine Art Golddeckung zu stützen, um weitere Abwertungen zu verhindern und Russland vor den Folgen einer internationalen Währungskrise und der drohenden Gefahr erneuter Währungskriege zu schützen.

 

Aufgrund der makroökonomischen, monetären und geopolitischen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten ist nicht damit zu rechnen, dass in absehbarer Zeit die Nachfrage der russischen Zentralbank und eigentlich aller Zentralbanken nach Gold weltweit zurückgehen wird.

 

Möglicherweise könnte die Nachfrage in den kommenden Monaten sogar noch substanziell ansteigen, da wir uns mit großen Schritten auf die nächste Phase der weltweiten Schuldenkrise zubewegen.

 

 

 


 

 

 

 

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