Thursday, 28. July 2016
27.01.2016
 
 

Wieder geschehen seltsame Dinge an der New Yorker Warenterminbörse COMEX

Tyler Durden

In den letzten Wochen herrschte eine gespenstische Stille an der New Yorker Warenterminbörse COMEX. Nachdem der Gesamtbestand an realem physischem Gold Anfang Dezember noch auf ein Rekordtief von mageren 120 000 Feinunzen abgestürzt war, hat sich seither daran kaum etwas geändert. Die Gesamtmenge des physisch verfügbaren Goldes pendelte sich bei einem Wert von 275 000 Feinunzen ein und verharrte dort während des gesamten bisherigen Januars.

Das änderte sich gestern, als die aktualisierten Zahlen zu den Goldbeständen in den Tresoren der COMEX veröffentlicht wurden. Da hieß es plötzlich, die Menge von sage und schreibe 201 345 Feinunzen sei auf Wunsch der Eigentümer von der Kategorie »registered« (also physisch vorhanden) in die Kategorie »eligible« (»irgendwie« vorhanden, kann aber nicht gehandelt werden) verschoben worden. Damit verringerte sich die Gesamtmenge des »registered« Goldes über Nacht schlagartig um 73 Prozent von 275 000 auf 75 000 Feinunzen.

 

Diese Anpassungswünsche gingen insbesondere von drei Banken aus, die erhebliche Mengen ihrer Goldbestände umwidmeten: von Scotia Mocatta (– 95 000 Feinunzen), der HSBC (– 85 000 Feinunzen) und Brink’s (– 21 000 Feinunzen).

 

Demgegenüber blieb die Summe aller offenen Positionen in Gold-Termin- oder Gold-Optionskontrakten (die sogenannten »Gold Open Interests«) mit einer Größenordnung von etwa 40 Millionen Unzen praktisch unverändert.

 

 

 

Das wiederum bedeutet, dass das »Deckungsverhältnis« zwischen realem, physischem Gold und den Papiergoldforderungen, deren Entwicklung wir seit der ersten massiven Verschlechterung im August 2015 genau verfolgt haben, erneut massiv »verdünnt« wurde.

 

Die Kurven zeigen – und das ist wahrlich auch ohne weitere Erklärungen sehr beunruhigend –, dass den Gold Open Interests mit einer Größenordnung von 40 Millionen Feinunzen lediglich 74 000 Feinunzen an realem, physischem Gold gegenüberstehen.

 

Beim Börsenschluss am Montag lag das Verhältnis zwischen Papierforderungen und realem physischem Gold demnach bei 542 : 1 (jeder Feinunze realen physischen Goldes standen also Ansprüche von 542 Feinunzen Papiergold gegenüber). Anders gesagt, der Verdünnungsfaktor betrug 0,2 Prozent.

 

 

 

Nun haben Kritiker unserer Warnungen eingewandt, es hinge immer davon ab, wie genau die Lieferverpflichtungen formuliert seien. Der COMEX sei es unter bestimmten Umständen durchaus möglich, sich einfach aus den sogenannten »eligiblen« Goldbeständen zu bedienen und dieses Gold dazu zu benutzen, um Lieferverpflichtungen nachzukommen – mit ausdrücklicher (oder auch ohne ausdrückliche) Genehmigung des Eigentümers des Goldes.

 

Diese beunruhigende Realität, dass lediglich knapp zwei Tonnen realen, physischen (»registered«) Goldes zur Verfügung stehen, um Lieferforderungen nach physischem Gold bedienen zu können, liefert auch keine Antwort auf die Frage, warum so viele Eigentümer realen, physischen Goldes ihre Bestände umwidmen.

 

Angesichts der Tatsache, dass die Bestände an »registered« Gold an der COMEX auf gerade einmal 74 000 Feinunzen abgesunken sind, dürften wir schon sehr bald herausfinden, ob die Kritiker recht haben. Denn diese Gesamtbestände an »registered« Gold könnten schnell erschöpft sein, wenn die nächste Forderung nach einer Goldlieferung auf dem Tisch liegt und bedient wird – oder eben nicht.

 

 

 

 

 

 

 

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