Thursday, 24. May 2012
20.03.2010
 

Überdosis Kredit

Michael Grandt

Regierungen machen immer mehr Schulden. Die Staaten hängen an der Nadel und sind der Kreditdroge vollkommen ausgeliefert. Experten warnen vor einschneidenden Veränderungen.

Die Schulden der Industriestaaten sind enorm, die Griechen zittern und der Euro sackt ab. Im Handelsblatt (11.03.2010) warnten Experten vor einer sich zuspitzenden Situation. Sie sprechen Klartext, im Gegensatz zu unseren politisch Verantwortlichen (Hervorhebungen durch mich):

Douglas Casey, Gründer von Casey-Research, sagt: »Die meisten Regierungen sind bankrott (…) In den nächsten Jahren erwarte ich horrende Inflation, weltweit. Der Euro wird wohl in den nächsten fünf Jahren auseinanderbrechen, die Europäische Union vielleicht schon in den dann folgenden fünf Jahren (…) Mit Blick auf das Ergebnis ist es egal, ob den Griechen geholfen wird. Wenn ihnen geholfen wird, stehen schon Portugal, Irland, Italien und Spanien in der Schlange (…) Alle große Währungen haben ernste Probleme. Sie sind im Niedergang (…) Staatsanleihen sind weltweit die größte Blase (…) Die Aktienmärkte werden tief fallen (…) Gold wird wieder als Währung genutzt werden.«

Dylan Grice von der Société Générale warnt aufgrund der Gesamtverschuldung der Industriestaaten: »Das kann nie beglichen werden. Die wahrscheinlichste Lösung ist: Die Politiker werden diese Last durch Inflation entschärfen (…) Die meisten Länder sind faktisch insolvent (…) Die größten Lasten sind nicht die offiziell ausgewiesenen Schulden, sondern die Positionen außerhalb der Bilanz (…) Griechenland ist ein einziger Abgrund (…) Der Euro ist absolut überbewertet. Er könnte zerbrechen (…) Vorsicht beim Kauf von Anleihen und Aktien aus der Euro-Zone.«

Jim Rogers, einer der bekanntesten Großinvestoren, meint: »Der fehlende Konsum in den USA wird mit mehr Staatsverschuldung beantwortet. Aber damit verschieben die Politiker das Problem nur in die Zukunft – und dann sind sie nicht mehr im Amt. Wenn sich die Probleme in den USA weiter verschärfen, werden die internationalen Investoren sagen: Wir geben euch kein Geld mehr. Die größten Geldgeber kommen aus Asien. Das wird in einem Desaster enden.«

Kenneth Rogoff, Wirtschaftsprofessor an der Harvard University in Cambridge, erklärt: »Die Regierungen der entwickelten Länder stehen vor dem großen Problem der Verschuldung und müssen mit den Folgen der Stimulierungsprogramme fertig werden. Auf jeden Fall stehen die fiskalischen Ressourcen weltweit unter beispiellosem Druck. Griechenland ist in einer sehr schwierigen Lage. Sicher wird die Lösung des Problems Jahre benötigen

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