Sunday, 26. October 2014
30.12.2012
 
 

Jesco von Puttkamer: NASA-Legende verstorben

Andreas von Rétyi

Am vergangenen Donnerstag starb der geistige Erbe Wernher von Brauns an Herzversagen. Raumfahrtingenieur Jesco von Puttkamer zählte zu den wesentlichen Wegbereitern der NASA und galt als dienstältester Experte der US-Raumfahrtbehörde. Von Puttkamer setzte sich vor allem für die bemannte Raumfahrt ein.

Jesco von Puttkamer ist tot. Am 27. Dezember verstarb der weltbekannte NASA-Ingenieur und Nachfolger Wernher von Brauns überraschend an Herzversagen. Er wurde 79 Jahre alt. Sein Lebenswerk bei der US-Raumfahrtbehörde erstreckte sich über ein halbes Jahrhundert. Somit dürfte es wohl kaum andere geben, die mit der NASA enger verknüpft waren als er. Nicht

umsonst erklärte NASA-Manager William Gerstenmaier anlässlich des Todes von Puttkamers: »Jesco war eine Institution«. Tatsächlich trat der aus Leipzig stammende Ingenieur in die direkte Nachfolge Wernher von Brauns und hatte die bemannte Raumfahrt stets mit Nachdruck vorangetrieben.

 

Der 1933 geborene Jesco Freiherr von Puttkamer hielt sich mit seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz auf und studierte später Maschinenbau an der Technischen Hochschule Aachen. Nachdem er zeitweilig zunächst als Romanautor tätig geworden war, zog es ihn 1962 in die Vereinigten Staaten, wo er sich bald in der Arbeitsgruppe von Wernher von Braun mitten im Apollo-Programm wiederfand. Seitdem blieb er vorwiegend in der bemannten Raumfahrt, ob nun bei Apollo, Skylab oder Space Shuttle, und stieg zum führenden NASA-Manager auf. Immer war die Zukunft sein Thema, die Erschließung des Weltraums, weitere bemannte Flüge ins All, vor allem auch zum Mars.

 

Als NASA-Koryphäe hatte von Puttkamer viele Seiten. Er war Visionär, Raumfahrtstratege, Berater für Hollywood, Professor, Fachbuchautor, Popularisator der Wissenschaft und nüchterner Denker zugleich. Was er dachte, durchdachte er bis ins Detail, wobei seine Visionen alles andere als Utopien waren. Wie einst Robert Goddard befand sich wohl auch von Puttkamer nicht im Glauben, die Realisierung eines Marsfluges noch zu erleben. Das aber hielt ihn nicht davon ab, dieses Fernziel weiter zu verfolgen. Sein scharfer Verstand ließ ihn vielleicht gelegentlich auch zu schnell Schlüsse ziehen, doch führten seine Qualitäten ihn in die Spitzen der NASA, um dort im Verbund mit Wissen und Lebenserfahrung stets die erforderlichen Entscheidungen sicher zu treffen.

 

Ich selbst bin Jesco von Puttkamer im Laufe der Jahre nur wenige Male persönlich begegnet, zu jeweils bemerkenswerten, informativen und vor allem auch angenehmen Gesprächen mit einer wirklich außergewöhnlichen Persönlichkeit. Dabei ging es auch um kontroverse Aspekte der Raumfahrt – und man sollte wohl nicht vergessen, wie kontrovers allein die Diskussion um die bemannte Raumfahrt geführt wird. Natürlich wird mir immer unsere erste Begegnung im weiteren beruflichen Umfeld in Erinnerung bleiben. Nach der Begrüßung eröffnete mir von Puttkamer sofort und ohne Umschweife: »Sie können über alles schreiben, nur nicht darüber, dass die NASA vertuscht!« Und er ergänzte hierzu sinngemäß: »Wenn man vernünftig miteinander spricht, werden sich hier viele Türen öffnen. Sobald man aber sagt, die NASA vertusche, werden diese Türen sich auch sehr schnell wieder schließen.« Nun ist es ohnehin schon ein großes Wort, von der NASA als einheitlicher, in sich völlig geschlossener Behörde zu sprechen, suggeriert dies doch Übersichtlichkeit und »Singularität«, gerade so, als ob die NASA als Institution lediglich aus einem einzigen, noch gut überschaubaren Komplex bestehe. Bedenkt man dann aber, dass allein das für die unbemannte Raumfahrt zuständige Jet Propulsion Laboratory (JPL) von zahlreichen mehrstöckigen Institutsgebäuden und Forschungseinrichtungen auf insgesamt rund 73 Hektar Fläche gebildet wird, relativiert sich das Bild schnell. Abgesehen davon allerdings schien mir seinerzeit doch die Grundaussage äußerst interessant und ich habe über die Jahre hinweg viel über sie nachgedacht, umso mehr noch, als mir von einem Freund zugetragen wurde, er habe den NASA-Manager unlängst in einem Interview gesehen, der dabei eine meiner doch umstrittenen Publikationen gut sichtbar auf dem Tisch vor sich liegen gehabt habe...

 

Während ich zwar mehrfach auch direkt mit den Sicherheitsvorkehrungen und manchmal auch übertrieben scheinenden Kontrollen bei der NASA konfrontiert wurde, hatte ich allerdings nie den Eindruck, dass »die NASA« vertuscht. Dass aber überall, wo sehr viele Menschen in zudem teils sensitiven Positionen betätigt sind – vor allem in einem Apparat entsprechender Dimension –, hier oder da auch Informationen zurückgehalten und Fakten vertuscht werden, dürfte wohl auf der Hand liegen. Ein solcher Apparat ist zweifelsohne auch die NASA. Ich persönlich habe wiederholt festgestellt, zumindest die Geschichte einer komplett gefälschten Mondlandung bei aller Offenheit für solche Möglichkeiten nicht zu unterstützen. Dies aus verschiedenen Gründen, die näher ausgeführt werden müssten. Physik und Technik spielen hier eine wesentliche Rolle, natürlich auch das, was Kritiker bisher ins Feld geführt haben. Missionieren will ich hier bestimmt nicht. Doch gibt es durchaus gute Gründe zur Skepsis an der Skepsis, somit also Gründe, die meiner persönlichen Meinung nach kaum für eine große Mondlüge sprechen. Sobald aber bestimmte Thesen zum Credo geraten, kann eine sinnvolle Diskussion nicht mehr stattfinden. Hier soll jeder seine Überzeugung haben.

 

Andernorts stelle ich in jedem Falle massivere und auch für uns alle bedeutendere, gefährlichere, echte Verschwörungen fest. Sicher, auch bei Apollo und der NASA-Historie dürfte nicht alles haargenau so abgelaufen sein, wie es uns geschildert wird. Wohl kaum. Die großen Männer der Wissenschaft und der NASA, darüber sollten wir uns schlussendlich ebenfalls im Klaren sein, zählen sehr häufig auch zum Kreis der Geheimnisträger, verfügen über ein Wissen, das die Bereiche der »nationalen Sicherheit« berührt oder sogar tief in sie eindringt. Sie werden gewisse Fakten nie öffentlich aussprechen. Der Sonnenphysiker Donald Menzel entpuppte sich als altgedienter Mitarbeiter des technischen US-Geheimdienstes NSA, der Astrobiologe und wohl berühmteste Astronom der Gegenwart Carl Sagan war seinerseits ebenfalls Geheimnisträger, der an einem Projekt zur Zündung einer Nuklearbombe auf dem Mond mitwirkte. Viele andere geniale Köpfe mussten ihren Geist oft zwangsläufig in den Dienst von Regierung, Militär und Geheimdienst stellen. Ob und wie weit Jesco von Puttkamer mit vergleichbaren Aufgaben konfrontiert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, doch seine hohe Stellung bei der NASA dürfte einige Einsichten oder auch die persönliche Mitwirkung an klassifizierten Projekten mit sich gebracht haben. Die pauschale Ablehnung einer Vertuschung von NASA-Projekten schien mir jedenfalls bei allem Respekt gegenüber seiner Persönlichkeit oder sogar gerade wegen ihr nie plausibel. Die Aussage allerdings blieb mir stets im Gedächtnis. Unbestritten wird Jesco von Puttkamer vielen stets als einer der großen Männer in Erinnerung bleiben, die Raumfahrtgeschichte geschrieben haben. Seine Auftritte und Publikationen haben immer den anregenden Geist des Aufbruchs ausgestrahlt, sie waren visionär und einem großen Menschheitstraum gewidmet, womit sie von den üblichen Querelen dieser Welt, von Kleinlichkeit und Nichtigkeiten losgelöst schienen, um mit hohem Idealismus die ersten Schritte in unsere eigentliche Umwelt zu wagen.

 

In der Raumfahrtgemeinde hinterlässt Jesco von Puttkamer eine riesige Lücke. DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner würdigte ihn als »großen Kämpfer für die bemannte Raumfahrt« und verlieh seiner Betroffenheit deutlich Ausdruck: »Er war jemand, der von der Apollo-Ära immer noch überzeugend und authentisch berichten konnte.« Der deutsche Ex-Shuttle-Astronaut Ulf Merbold erklärte: »Natürlich ist das für mich eine sehr traurige Nachricht. Ich habe ihn vor nicht allzu langer Zeit noch quicklebendig in Hannover erleben dürfen.«

 

Mit Jesco von Puttkamer ist nun ein historischer Abschnitt der NASA beendet und eine der großen Führungspersönlichkeiten der US-Raumfahrt gegangen. Niemand von uns weiß, wann seine Stunde geschlagen hat, doch die Zeit kommt bekanntlich für jeden gleichermaßen – wie häufig gesagt wird, das vielleicht einzig Gerechte auf dieser Welt. Eine naturgemäß gerne verdrängte Tatsache, die wohl aber auch ein wenig an das wirklich Wesentliche des Daseins erinnern sollte.

 

 

 

 


 

 

 

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