Sonntag, 20. August 2017
13.12.2014
 
 

Nurflügel: Eine »neue« Revolution?

Andreas von Rétyi

Kürzlich verkündeten einige Medien eine revolutionäre Entwicklung – die Neuerfindung des Passagier-Flugzeugs. Airbus will ein sehr ungewöhnliches Konzept verwirklichen, einen »rumpflosen« Jet mit großer runder Kabine. Das ist tatsächlich ungewöhnlich. Nurflügler allerdings gibt es bereits seit über 100 Jahren.

 

Das Ding sieht aus wie eine Mischung zwischen Flugzeug und »fliegender Untertasse«. Der Unterbau besteht fast nur aus Flügeln, die in eine stumpf wirkende Nase münden. Obenauf sitzt eine kreisrunde Kabine für die Passagiere, wobei das Cockpit den Plänen zufolge hier gleich integriert sein könnte. Entworfen wurde diese ungewöhnliche Linienmaschine von Airbus-Ingenieuren.

Schon vor zwei Monaten hat der Flugzeugkonzern seine Unterlagen beim Patentamt vorgelegt. Aber warum überhaupt vom bewährten Konzept abweichen? Welche Vorteile bringt die völlig neue Konstruktion?

 

Zwar ist noch nicht klar, ob das Projekt jemals in die Tat umgesetzt wird, doch die Airbus-Experten zeigen sich sehr überzeugt von diesem Design. Die runde Kabine sei in der Lage, strukturelle Belastungen beim Druckausgleich besser abzufangen. In der 15-seitigen Patentschrift heißt es unter anderem: »Der Zweck der Erfindung besteht teils darin, eine einfache, wirtschaftliche und wirksame Lösung dieser Probleme bereitzustellen.« Auch sei ein großzügigeres Platzangebot für die Passagiere möglich. Und nicht zuletzt lasse sich der Treibstoffverbrauch reduzieren.

 

Airbus investiert jährlich rund zwei Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, wobei das Unternehmen im selben Zeitraum über 500 Patentanträge stellt. So wirbt der Konzern für einen »intelligenteren Himmel« und präsentiert seine Visionen, um mehr Flüge mit weniger Emissionen und kürzeren Reisezeiten zu realisieren. »Hochintelligente Flugzeuge« der Zukunft sollen in der Lage sein, sich selbst zu organisieren, wie Vögel ganze Formationen zu bilden und die effektivsten, umweltfreundlichsten Routen zu wählen.

 

Nun klingt das grundsätzlich sehr positiv und faszinierend, wobei aber manche wegweisende Arbeiten von Energiepionieren nicht in diese Pläne einfließen und manche Konzepte vielleicht ganz so neu auch nicht sind. Das Nurflügler-Prinzip wurde bekanntlich bereits vor Jahrzehnten umgesetzt und von den Geheimfabriken immer weiterentwickelt. Das belegt bereits ein flüchtiger Blick in die Geschichte der Nurflügler:

 

Der österreichische Flugzeugpionier Ignaz »Igo« Etrich hatte bereits 1903 einen ersten Naturflügel gebaut. Weitere »Flying Wings« wurden trotz aerodynamischer Bedenklichkeit im Jahr 1929 von John »Jack« Northrop realisiert, dem Gründer der Avion Corporation, die später dann unter dem Namen Northrop Aviation Corporation (heute: Northrop Grumman Corporation) firmierte. Die damals noch sehr jungen Gebrüder Reimar und Walter Horten entwickelten als reine Autodidakten ab Anfang der 1930er-Jahre ebenfalls bemerkenswerte Nurflügel-Konstruktionen und schrieben damit ein eigenes Kapitel der Luftfahrtgeschichte.

 

Ihre faszinierenden Flugzeuge waren zunächst als Segler ausgelegt, später wurden sie mit Triebwerken ausgestattet. Mit dem Strahltriebwerk Junkers Jumo 004 wollten die Hortens im Zweiten Weltkrieg dann eine besondere Vorgabe erfüllen: 1000 Kilogramm Bombenlast bei einer Geschwindigkeit von 1000 Stundenkilometern rund 1000 Kilometer weit zu transportieren – Görings »1000-1000-1000-Spezifikation«.

 

 

So bauten sie unter dem »Sonderkommando IX« die Horten H IX, ebenfalls ein Nurflügler. Der Erstflug fand im Jahr 1944 statt. Bei einem späteren Test stürzte die zweistrahlige Maschine ab. Das lag allerdings nicht an der Konstruktionsweise der Hortens, sondern schlicht am Ausfall eines Triebwerks. Interessant ist, dass ein H-IX-Exemplar nach Kriegsende von den US-Streitkräften in die Vereinigten Staaten gebracht wurde.

 

Nach einem Jahrzehnt der »Abstinenz« war dort auch John Northrop seit einiger Zeit wieder mit Nurflügel-Konzepten befasst. So testete er 1940 seine N-1M und beabsichtigte die Konstruktion eines Bombers. Die US-Luftwaffe überprüfte die Pläne und Northrop erhielt Ende 1941 den Auftrag, zwei Erprobungsbomber »XB-35« (Project MX-140) zu bauen.

 

Anderthalb Jahre später folgte die Bestellung weiterer 13 Einheiten, wobei bald einige schwerwiegende technische Probleme auftraten. Dann aber, im Juni 1946, gelang der Jungfernflug. 1947 lösten Strahlantriebe die ursprünglichen Sternmotoren ab: Aus der XB-35 wurde nun die YB-49.

 

Am 5. Juni 1948 kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Einer der beiden gebauten YB-49-Prototypen stürzte wenige Meilen nordwestlich von Muroc am Rosamond Lake in Kalifornien ab. Von der Maschine blieb nicht mehr viel übrig, alle fünf Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Unter ihnen war auch der 30-jährige Co-Pilot Captain Glen W. Edwards, zu dessen Ehren die Muroc Air Force Base am 8. Dezember 1949 umbenannt wurde. Seitdem wird sie als Edwards Air Force Base geführt. Trotz des Unglücks von 1948 orderte die US-Luftwaffe zunächst noch 30 modifizierte Exemplare der YB-49, um diesen Auftrag später dann allerdings zu »stornieren«. So etwas kann man sich nur als guter Kunde erlauben. Wie auch immer, schließlich endete das gesamte Projekt erfolglos, die Maschinen wurden verschrottet.

 

Dennoch blieben die Geheimfabriken auch dem Nurflügler treu. So absolvierte die F-117A »Nighthawk« des Lockheed-Konzerns, bei dem auch Jack Northrop in frühen Jahren gearbeitet hatte, im Juni 1981 ihren Erstflug, rund acht Jahre später folgte der Erstflug der Northrop B-2 »Spirit«, des berühmten Tarnkappenbombers. Die Maschine weist übrigens mit 52,43 Metern die gleiche Spannweite auf wie die erste YB-49, auf den Zentimeter genau.

 

Was in den nächsten Jahren folgte, waren unter anderem auch Sichtungen von Nurflüglern und »fliegenden Dreiecken«, die sich keinem bekannten Flugzeug zuordnen ließen. Natürlich gab es eine große Zahl von Prototypen, Experimentaljets und geheimen Entwicklungen, wobei aber etliche Beobachtungen, darunter regelrechte Massensichtungen, geradezu utopisch anmutende Eigenschaften beschreiben. Immer wieder ist hier von riesigen, völlig lautlosen, im Schwebeflug verharrenden, dann extrem stark beschleunigenden dreiecksförmigen Flugobjekten die Rede.

 

Viele weitere Details und Eigenschaften bleiben absolut rätselhaft. Gehen sie alle auf ein als TR-3B bezeichnetes Geheimflugzeug zurück, über das teils sagenhafte Gerüchte zirkulieren? Über diesen »Black Manta« ist viel zu wenig bekannt, aber abgesehen von überzogenen und unbewiesenen Behauptungen, sind selbst die seriöseren Informationen hierzu weitgehend unbestätigt, so auch, dass es sich um den neuen Typ eines Unterschall-Nurflüglers mit Stealth-Eigenschaften handele.

 

Zwar wird versucht, nicht zuletzt die Sichtungen fliegender Dreiecke über Belgien durch die TR-3A zu erklären, allerdings muss dieser Versuch wohl kläglich scheitern. Die belgische Luftwaffe hatte jedenfalls nicht im Entferntesten eine Chance, dem vermeintlichen Unterschall-Flugzeug nachzujagen.

 

Wer ehrlich ist, wird wohl zugeben müssen, dass bis heute keine wirklich befriedigenden »konventionellen« Erklärungen für solche Sichtungen vorliegen. Das ist natürlich bereits wieder ein ganz anderes Thema. Doch allein die bekannten Nurflügler-Projekte sind, ganz unabhängig von solchen Phänomenen, schon interessant genug. Und vielleicht steht auf diesem Gebiet ja tatsächlich noch eine »neue Revolution« bevor.

 

 

.

Leser-Kommentare (6) zu diesem Artikel

14.12.2014 | 19:49

wite

Hallo Wandale. Es wird immer vermutet dass die Menschheit in Bezug auf freie Energie noch nicht so weit ist. Wenn man die Ölmultis und Großkonzerne als Menschheit bezeichnet, dann stimmt es. Der kleine Rest der Menschheit , ohne Ölmultis und Großkonzerne, ist sicher aufgeschlossener.


13.12.2014 | 15:21

Wandale

Viktor Schauberger wurde abgeschaft als er wagte freie Energie Maschinen zu bauen. Der Mensch ist für freie Energie noch nicht bereit, denn er meint immer für alles zahlen zu müssen. Und wenn man jetzt jemanden etwas zeigen würde das kostenlos Energie erzeugt oder nur günstigere,so wird man zum Deppen erklärt. Man will keine Freie Energie da man sonst nichts zum jammern hätte und jammern ist die Lieblingsbeschäftigung aller DEUTSCH


13.12.2014 | 14:24

Boris

Dieses Konzept sieht neben der fliegenden Untertasse von Mehran Keshe ziemlich alt aus. Für alle die sich für neue Technologien interessieren hier reinschauen: http://www.keshefoundation.org/ oder http://spaceshipinstitute.org/


13.12.2014 | 13:53

José M. Rocha

Ob Nunflügler oder nicht, dies scheint zweitrangig zu sein. Die wahre Revolution würde darin bestehen, eine gültige, umweltverträgliche Ablösung für die bestehenden, primitiven Düsentriebwerke zu entwickeln. Das sollte die eigentliche Herausforderung sein, ehe uns die Atemluft und normales Klima abhanden kommen.


13.12.2014 | 12:29

Habnix

@Letterman Der Sieger schreibt die Geschichte....weiter.


13.12.2014 | 12:26

Letterman

Ach Amerika, ja du Amerika Hast früher schon gestohlen und geraubt. Menschen sterben in deinem Bereich und werden dadurch alle tierisch reich.. Alles übern großen Teich, heimlich haben sie es weggebracht, du bist kein großer Held auf dieser Welt. Auf deinen Heiligenschein fall´ ich nicht mehr rein, Folterst, mordest ganz allein Muss das so sein. Und das ist alles nur geklaut das ist alles gar nicht deines, das ist alles nur geklaut, doch das weißt du nur ganz...

Ach Amerika, ja du Amerika Hast früher schon gestohlen und geraubt. Menschen sterben in deinem Bereich und werden dadurch alle tierisch reich.. Alles übern großen Teich, heimlich haben sie es weggebracht, du bist kein großer Held auf dieser Welt. Auf deinen Heiligenschein fall´ ich nicht mehr rein, Folterst, mordest ganz allein Muss das so sein. Und das ist alles nur geklaut das ist alles gar nicht deines, das ist alles nur geklaut, doch das weißt du nur ganz alleine, das ist alles nur geklaut und gestohlen nur gezogen und geraubt. Wer hat dir das erlaubt? Wer hat dir das erlaubt? Und man fragt sich wo alle diese Patente aus Deutschen Landen geblieben sind. Und auch heute werden wir noch immer ausgebeutet, bestohlen, betrogen, belauscht und gegängelt. Von uns wird nur gefordert und die Polit Marionetten in Berlin machen mit.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

USA entwickeln neue Mega-Waffe: Der Gedächtnis-Killer

Markus Gärtner

Was ist erfolgreicher, als eine angreifende Armee zurückzuschlagen? Ganz einfach: Man löscht das Gedächtnis der Angreifer. Sie vergessen, warum sie gekommen sind und ziehen ab. Der Angriff auf Kobane durch die IS-Fanatiker wäre in Kürze abgewendet.  mehr …

200.000 Dollar teurer Roboter tastet Gelände ab, lokalisiert Menschen und erschießt sie vollautomatisch aus bis zu zwei Meilen Entfernung

J. D. Heyes

Eine südkoreanische Firma hat einen tödlichen Roboter entwickelt, der mit verschiedenen Waffen ausgerüstet ist und über eine Reichweite von zwei Meilen (3,2 km) verfügt. Er kostet weniger als ein Einfamilienhaus in manchen Gegenden der USA.  mehr …

Die NSA ist bleich vor Neid: US Air Force bekommt revolutionäre Mini-Drohne, die durch Fenster fliegen kann

Markus Gärtner

Die US-Luftwaffe hat eine Überwachungs-Drohne im Taschenformat in Auftrag gegeben. Der fliegende Mini-Spion hat eine Spannweite von nur 17 Zentimetern und kann damit locker durch offene Fenster fliegen.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

GEZ 2.0 – »Tolle« Tipps mit schlimmen Nebenwirkungen

Bernd Höcker

Während meiner Kur im Oktober bekam ich vom Kopp Verlag einen Leserbrief weitergeleitet, den ich hiermit – etwas verspätet – für die Allgemeinheit beantworten möchte.  mehr …

200.000 Dollar teurer Roboter tastet Gelände ab, lokalisiert Menschen und erschießt sie vollautomatisch aus bis zu zwei Meilen Entfernung

J. D. Heyes

Eine südkoreanische Firma hat einen tödlichen Roboter entwickelt, der mit verschiedenen Waffen ausgerüstet ist und über eine Reichweite von zwei Meilen (3,2 km) verfügt. Er kostet weniger als ein Einfamilienhaus in manchen Gegenden der USA.  mehr …

USA entwickeln neue Mega-Waffe: Der Gedächtnis-Killer

Markus Gärtner

Was ist erfolgreicher, als eine angreifende Armee zurückzuschlagen? Ganz einfach: Man löscht das Gedächtnis der Angreifer. Sie vergessen, warum sie gekommen sind und ziehen ab. Der Angriff auf Kobane durch die IS-Fanatiker wäre in Kürze abgewendet.  mehr …

Geheimsache Geschichte: So haben die Geschichtslehrer uns belogen

Udo Ulfkotte

In der Schule des Dominikanerklosters in Warburg habe ich wie viele  andere meiner Generation im Geschichtsunterricht gelernt, dass die Deutschen im Dritten Reich wussten, dass Juden vergast wurden. Historiker und die Vereinten Nationen sehen das heute völlig anders.  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.