Friday, 1. July 2016
26.12.2015
 
 

Per aspera ad astra!

Axel Dörr und Thomas Mehner

Der Kienberg zwischen den thüringischen Ortschaften Luisenthal und Crawinkel gehört zu jener mysteriösen Zone, in der während des Zweiten Weltkriegs im Untergrund an Geheimwaffen der zweiten Generation geforscht wurde. Neueste Untersuchungen zeigen, dass der Berg und sein Umfeld noch so manches Geheimnis bergen.

 

»Durch Raues zu den Sternen«, so lautet die wörtliche Übersetzung dieses lateinischen Spruchs aus alter Zeit. Er gilt auch für die Bemühungen, Licht ins Dunkel zu bringen, wenn es um die Bedeutung Thüringens in der Militärforschung des Dritten Reichs geht. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Versuche unternommen, um herauszufinden, was im »Schutz- und Trutzgau« vor allem in unterirdischen Gefilden diesbezüglich unternommen wurde.

 

Begriffe wie »Jonastal«, »Truppenübungsplatz Ohrdruf«, »letztes Führerhauptquartier«, »deutsche Atombombe« und dergleichen mehr machten in den vergangenen Jahrzehnten die Runde. Zu dem Thema ist bereits eine Reihe von Büchern erschienen, und trotz oft gegensätzlicher Darstellungen hat es seinen Reiz bis heute nicht verloren.

 

Die Suche nach der Wahrheit gestaltet sich insbesondere deshalb schwierig, weil viele Zeugen, die etwas zur Bedeutung insbesondere des Großraums Jonastal hätten sagen können, geschwieg haben bis in den Tod. Behördlicherseits wurde – insbesondere nach der politischen Wende in der DDR im Jahre 1989 – stets so getan, als sei das Thema ohne Belang, während sich seltsamerweise vor diesem Zeitpunkt das Ministerium für Staatssicherheit der DDR sehr dafür interessierte.

 

Wer heutzutage versucht, Informationen zu erhalten, indem er Behördenvertreter befragt, wird feststellen müssen, dass eine derartige Recherche höchst unbefriedigend und unergiebig ist. Niemand will etwas wissen.

 

Was das Gebiet des Kienbergs betrifft, so handelt es sich um einen Bereich, der für frühere Bergbauaktivitäten bekannt ist. Zeitzeugen berichteten vor Jahren, dass sich in der Tiefe des Berges und in seinem Umfeld militärische Führungsstrukturen, eine Raketenfabrik, ein Flugzeughangar und eine Anlage, in der sich ein Atomreaktor befand, befunden haben sollen.

 

Ein Dokument der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD), Bereich Thüringen, vom September 1945 enthüllte dazu passend, dass sich im Kienberg mehrere große Bunkeranlagen befinden würden, mit einer Fläche von rund 200 000 Quadratmetern!

 

Sicher ist, dass diese unterirdischen Bereiche von den Russen unmittelbar nach dem Krieg begangen worden sein müssen. Kein Offizier hätte sich getraut, falsche Angaben gegenüber seiner vorgesetzten Dienststelle (die in Berlin saß) zu machen, denn das hätte zu Stalins Zeiten den sicheren Exitus nach sich gezogen. Es muss also Zugänge gegeben haben, die über Stollensysteme zu den Anlagen im Berg führten.

 

Wenn man schon kaum Informationen aus Zeugen, Behörden und ähnlichen »Lieferanten« herausholen kann, muss man nach anderen Wegen suchen, um zumindest ansatzweise zu dokumentieren, dass unbekannte Hohlräume existieren.

 

Ist man im Gebiet des Kienbergs unterwegs, so stößt man auch heute noch auf bauliche Überreste scheinbar kleinerer Bunkeranlagen, die meist etwas voreilig, was ihre Entstehung angeht, russischen Aktivitäten zugeschrieben werden.

 

Zunächst fand sich anlässlich einer Geländebegehung bzw. einer Vor-Ort-Recherche eine motorisierte Zweimannpatrouille der thüringischen Forstverwaltung, die sich ausgiebig nach dem Begehr sowie dem Woher und Wohin des Autors und seiner Begleitung erkundigte und die ein ausgedehntes visuelles Studium der anwesenden Personen und des Nummernschilds des geparkten Fahrzeugs vornahm.

 

Man machte darauf aufmerksam, dass sich in einigen Metern Entfernung im Gebüsch ein alter Bunker befinde, was aber sowieso allgemein bekannt sei. Mit dem großen Indianerehrenwort (»Nein, niemand will hier graben«) in der grünen Jackentasche fuhr die ansonsten recht freundliche Patrouille schließlich ihres Weges.

 

Das Studium des betreffenden Bunkergeländes ergab neben dem relativ gut zugemüllten unterirdischen Bauwerk die Reste einer Betonfläche, einen runden Stahldeckel mit Kammer und verbogener Leiter darunter sowie dubiose Vertiefungen im Gelände und und ließ letztlich einige interessante Fragen aufkommen.

 

Die ursprünglichen Erbauer sollen in den 1930er- und frühen 1940er-Jahren hier gewirkt haben. Später nutzte auch das russische Militär das Bauwerk für seine Zwecke, was an diversen »Neu-« bzw. »Umbau- und Renovierungsmaßnahmen« erkennbar ist, bei denen neuere Baustoffe und Installationen verwendet wurden.

 

Es entstand bei näherem Hinsehen der Eindruck, als wäre dem älteren Bauwerk ein neueres hinzugefügt worden. Sehr auffällig wird dies, wenn man die Ziegel in der Grube, die eine verbogene Leiter beinhaltet, mit denen der größeren Kammern vergleicht. Feldbackene Ziegel und industriell gefertigte mit Hohlräumen stechen hier deutlich voneinander ab.

 

Bilder 1 und 2: Bunkerimpressionen

 

Die Decke des heute vorhandenen Bauwerks besteht aus Stahlschienen, in die Deckenelemente eingeschoben wurden. Sie ist kein massiver Gussbeton, wie man es bei einem Bunker aus den 1930er- oder 1940er-Jahren erwarten würde.

 

Bild 3: Die Decke des Bunkers

 

Aus einer Wand ragt der Rest eines zwischen drei und vier Zentimeter dicken Kabels heraus, das mit seinen fünf Aluminiumseelen für die nötige Stromversorgung zuständig war. Die Leitung kommt von »irgendwo« aus dem Untergrund. In der Umgebung sind allerdings keine Strommasten auszumachen.

 

Der Boden in den einzelnen Bunkerkammern ist mit Müll und den Überresten von Wand- und Deckenverkleidungen übersät. Eine Besonderheit jedoch fällt dem aufmerksamen Beobachter ins Auge:

 

Mit dem Boden stimmt etwas nicht. Alle Stufen, die in den Bunker hinunterführen, weisen den gleichen Höhenabstand auf, bis auf die letzte. Diese liegt mit ihrer Trittfläche nur wenige Zentimeter über dem Bodenniveau. Irgendjemand hat irgendwann mindestens zehn Zentimeter Beton auf den ursprünglichen Boden aufgetragen. Und das muss einen triftigen Grund gehabt haben.

 

Bild 4: Die letzte Stufe weist eine abnormale Höhe auf

 

Sofern man in diesem Zusammenhang die Geschichte eines Mannes kennt, der als Junge mit einem russischen Offizier in diesem Bauwerk war, kommt man der Lösung des Rätsels schon einen großen Schritt näher. Der Mann wusste zu berichten, dass ihn der freundliche Offizier an die Hand genommen hatte und mit ihm zusammen etwa 120 Stufen (!) hinabgestiegen war. Stellt sich also die Frage: Wo sind die etwa 105 heute fehlenden Stufen geblieben?

 

Der Mann, dessen Name wunschgemäß ungenannt bleiben soll, hat im Übrigen nie ein Wort darüber verloren, was für Dinge er dort in etwa 20 Metern Tiefe wahrnehmen konnte. Was haben die russischen Besatzungstruppen dort unten möglicherweise noch gesehen, das so wichtig war, dass es mit einem »falschen Fußboden« getarnt und unzugänglich gemacht wurde?

 

Eine leise Ahnung davon bekommt man beim Einsatz moderner Technik, die es erlaubt, einen Blick in diese verfüllten und zubetonierten Tiefen zu erhaschen. (Mit einem freundlichen Gruß an die Forstbediensteten: Niemand hat gegraben, großes Indianerehrenwort! Das ist unnötig, denn man kann völlig zerstörungsfrei forschen.)

 

Eine Messreihe in 2-D parallel gelegt zwischen Bunker und Waldweg ergab ein Bild, das auf eine lockere Verfüllung im Bereich der gedachten, geraden Fortsetzungslinie der Treppe schließen lässt. In der 3-D-Darstellung des anschließend untersuchten, 40 mal 15 Meter großen Messareals mit der Grundlinie des Waldweges und Messrichtung Crawinkel eröffnet sich dem Betrachter dann der Blick auf einen winzigen Bruchteil der eigentlich wichtigen, unterirdischen Gegebenheiten, über die bis heute allgemeines Schweigen herrscht.

Bild 5: Georadaraufnahme 1 (Draufsicht)

Bild 6: Georadaraufnahme 2 (vom Bunker her gesehen)

Bild 7: Georadaraufnahme 3 (Treppenbereich; vom Bunker her gesehen)

 

Ergebnis: Die Anlage ist weitaus größer, als sie heute erscheint. Ihr größter Teil liegt verborgen im Untergrund unterhalb des Betonbodenbereichs mit der abnormal hohen Stufe.

 

Die Messergebnisse sind insofern überraschend, als es ja offiziell heißt, dass es bis auf 25 unvollendete Stollen im Jonastal in dieser Gegend niemals irgendwelche (anderen) unterirdischen Anlagen gegeben habe.

 

Seit Jahren wird gebetsmühlenartig behauptet, dass alle anderslautenden Behauptungen »Verschwörungstheorien« seien. Angesichts der aktuell gewonnenen Erkenntnisse wird man den Eindruck nicht los, dass es verantwortliche Personen gibt, die, gelinde gesagt, wenig Wert darauf legen, die Geheimnisse der Vergangenheit zu lüften. Und damit sind nicht nur die Verwalter der Bundesrepublik Deutschland gemeint …

 

An dieser Stelle sei noch ein Hinweis an all diejenigen Zeitgenossen erlaubt, die nach der erstmaligen Veröffentlichung der obigen dreidimensionalen Bilder nach den sogenannten »handfesten Beweisen« für die Echtheit der in ihnen dargestellten Informationen verlangen: Zum einen haben in der Vergangenheit Referenzmessungen stattgefunden, die eindeutiger Natur waren, und zum anderen steht es den betreffenden Herrschaften jederzeit frei, bei den zuständigen Stellen um eine Bohr- oder Grabungsgenehmigung nachzusuchen.

 

Ich wünsche viel Erfolg, denn dafür ist erfahrungsgemäß sehr, sehr intensives Wünschen notwendig! (Von einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit Kompressor und Presslufthammer kann nur dringend abgeraten werden, denn das führt bei Entdeckung zu einem Verfahren wegen Landfriedensbruchs.) Momentan scheint das zerstörungsfreie Messen mittels eines leistungsfähigen Georadars die einzige Möglichkeit zu sein, den Geheimnissen der jüngeren deutschen Vergangenheit auf die Spur zu kommen.

 

Der Weg ist noch weit, aber: »Per aspera ad astra!« Wobei hinzuzufügen ist, dass bereits einiges messtechnisch erfasst werden konnte, über das vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft zu berichten sein wird und das offiziell in seiner Existenz bis heute als nicht vorhanden gilt.

 

 

 

 

 

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