Freitag, 9. Dezember 2016
25.12.2011
 
 

Geheimkommando Weltuntergang: Wie Machteliten uns vernichten (2)

Peter Dale Scott

Ich möchte hier auf vier größere und häufig missverstandene Ereignisse – die Ermordung John F. Kennedys, Watergate, der Iran-Contra-Skandal und die Geschehnisse des 11. September – eingehen. Dabei will ich sie als Teile eines tiefergehenden politischen Prozesses analysieren, der sie miteinander verbindet, und der dazu beigetragen hat, in Amerika repressive Kräfte freizusetzen, die die Demokratie einschränken.

 

Fortsetzung des Artikels...

 

Vergleichbare Fälle behördlichen »Versagens« im Zusammenhang mit dem 11. September

Vor den Anschlägen vom 11. September hielt die CIA im Zeitraum 2000–2001 wiederum schamlos entscheidende Hinweise gegenüber dem FBI zurück. Diese Informationen hätten, wenn sie weitergegeben worden wären, das FBI dazu veranlasst, zwei der mutmaßlichen Entführer – Khalid al-Mihdhar und Nawaz al-Hazmi – zu überwachen. Dieses anhaltende Zurückhalten von Informationen veranlasste einen FBI-Agenten im August 2001 zu der zutreffenden Prognose: »Eines Tages wird [deswegen] jemand sterben.« [22] Nach den Anschlägen erklärte ein anderer FBI-Agent zur Rolle der CIA: »Sie [die CIA] wollte nicht, dass sich das FBI in ihre Angelegenheiten einmischt – deshalb haben sie keine Informationen an das FBI weitergegeben … Und aus diesem Grund

konnte es zu den Anschlägen vom 11. September kommen. Genau deshalb konnte es passieren … Es klebt Blut an ihren Händen …, das Blut von 3000 Menschen.« [23] Auch die NSA hatte wie die CIA relevante Informationen vor dem 11. September nicht weitergegeben (obwohl die Weitergabe solcher Informationen ihren eigenen Regeln entsprechend zu ihren Aufgaben gehört). [24]

Mit anderen Worten hätten weder die Ermordung Kennedys, noch die Anschläge vom 11. September ohne diese Nichtweitergabe von Informationen so stattgefunden, wie sie sich dann ereignet haben. In meinem Buch American War Machine schrieb ich, es hätte den Anschein, als ob Oswald (und später al-Mihdhar) zu einem bestimmten Zeitpunkt als Hauptakteure einer Operation ausgewählt worden seien. Dabei sei es anfangs nicht um die Begehung einer Straftat gegen das amerikanische Gemeinwesen gegangen; wahrscheinlich habe man im Gegenteil Oswald wahrscheinlich auf eine Aktion im Zusammenhang mit einer Operation gegen Kuba und im Falle von al-Mihdhar [wie ich annehme] auf eine Operation gegen al-Qaida vorbereiten wollen. Aber als sich diese [gut nutzbaren] Legenden hinsichtlich der beiden Personen im weiteren Verlauf immer mehr zu entwickeln begannen, waren einige gerissene Personen offenbar in der Lage, die genehmigten Operationen in einen Attentatsplan umzumünzen, der später dann vertuscht werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt war Oswald (und entsprechend al-Mihdhar) nicht nur dazu ausersehen, an einer Operation beteiligt zu sein, sondern auch als »Täter« vorgesehen.

In seinem ausführlichen Buch Disconnecting the Dots kommt Kevin Fenton im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September zur gleichen Schlussfolgerung: »… im Sommer 2001 stand hinter dem Zurückhalten von Informationen die Absicht, die Anschläge möglich zu machen«. [26] Und er nennt auch die Person beim Namen, die maßgeblich für dieses Fehlverhalten verantwortlich ist: der CIA-Mitarbeiter Richard Blee, Leiter der Bin-Laden-Arbeitsgruppe der CIA. Bereits unter Präsident Clinton gehörte Blee einer Fraktion der CIA an, die sich für ein offensiveres und aggressiveres Vorgehen der Agency in Afghanistan im Verbund mit der afghanischen Nordallianz einsetzte. [27] So geschah es dann auch unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September, und Blee wurde zum neuen Stationschef in Kabul ernannt. [28]

 

Wie CIA und NSA Informationen im zweiten Zwischenfall im Golf von Tonkin zurückhielten und damit zum Ausbruch des Krieges mit Nordvietnam beitrugen

Ich will Ihnen die Einzelheiten dieser Machenschaften ersparen, Sie können sie aber in meinem Buch American War Machine auf den Seiten 200 bis 202 nachlesen. Die Vorgehensweise im Falle des Zwischenfalls im Golf von Tonkin ist, was die Manipulation von Beweisen angeht, dahingehend mit der Kennedy-Ermordung und den Anschlägen vom 11. September vergleichbar, dass auch sie dazu beitrug, Amerika – in diesem Fall relativ schnell – in einen Krieg hineinzuziehen.

Historiker wie Fredrik Logavall stimmten mit der Einschätzung des früheren Staatssekretär George Ball überein, nach der die Mission des amerikanischen Zerstörers im Golf von Tonkin, die dann zu den bekannten Zwischenfällen im Golf führte, »vorrangig in der Provokation bestand«. [29] Die Planungen zu dieser provokativen Mission oblagen der Abteilung J-5 des Vereinigten Generalstabes, derselben Abteilung, die 1963 in Bezug auf Kuba berichtet hatte: »… die Inszenierung einer Reihe von Provokationen zur Rechtfertigung eines militärischen Eingreifens ist machbar«. [30]

Die Unterdrückung der Wahrheit durch NSA und CIA am 4. August erfolgte im Einklang mit einer auf hoher Ebene vorhandenen (aber umstrittenen) Entschlossenheit, Nordvietnam anzugreifen. In dieser Hinsicht weist der Zwischenfall im Golf von Tonkin eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Unterdrückung der Wahrheit auf, die dann zu den Anschlägen am 11. September führte – auch damals existierte auf hoher Ebene eine  (allerdings umstrittene) Entschlossenheit, Krieg zu führen.

 

Zunahme der Unterdrückung nach tiefgreifenden Ereignissen

Die oben diskutierten Tiefenereignisse haben alle dazu beigetragen, die Unterdrückungsmacht Washingtons zu verstärken und auszubauen. Es ist offensichtlich, dass die Warren-Kommission die Ermordung Kennedys dazu nutzte, die Überwachung der amerikanischen Bevölkerung durch die CIA auszubauen. In meinem Buch Deep Politics schrieb ich dazu, dies sei die Folge »der umstrittenen Empfehlungen der Warren-Kommission, dem Geheimdienst müsse eine Ausweitung der Überwachungstätigkeit im Inland erlaubt werden. (WR 25-26). Nicht ganz folgerichtig schlussfolgerte der Warren-Bericht, dass Oswald als Einzeltäter gehandelt habe (WR 22), aber gleichzeitig auch, dass der Geheimdienst, das FBI und die CIA ihre Überwachung organisierter Gruppen enger koordinieren sollen (WR 463). Insbesondere wird empfohlen, der Geheimdienst solle eine computergestützte Datenbank einrichten, die mit der kompatibel sei, die die CIA bereits entwickelt habe.« [31]

Das gleiche Muster wiederholte sich vier Jahre später im Zusammenhang mit der Ermordung Robert Kennedys. In den 24 Stunden, die nach dem Attentat auf Robert Kennedy und dessen Tod verstrichen, verabschiedete der Kongress in aller Eile ein Gesetz – das offensichtlich schon gut vorbereitet war (ähnlich wie im Falle der Resolution zu den Ereignissen im Gold von Tonkin 1964 und beim PATRIOT-Gesetz 2001) –, das die geheimen Befugnisse des Geheimdienstes angeblich zur Verbesserung des Personenschutzes der Präsidentschaftskandidaten noch einmal erweiterte. [32] Auch hier ging es nicht um eine banale oder wohlmeinende Veränderung: Auf der Grundlage dieses unter Präsident Johnson rasch verabschiedeten Gesetzes kam es zu einigen der schlimmsten Exzesse der Präsidentschaft Richard Nixons. [33]

Diese Änderung trug auch zu dem Chaos und der Gewalt auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten 1968 in Chicago bei. Agenten des Militärgeheimdienstes, die mit der Überwachung beauftragt und zum Geheimdienst abgeordnet waren, hielten sich sowohl im Parteitagssaal als auch außerhalb auf. Einige von ihnen rüsteten die Schläger der sogenannten »Legion der Gerechtigkeit« aus, die dann von [der berüchtigten nachrichtendienstlichen Abteilung der Chicagoer Polizei,] den Red Squads, gegen örtliche Friedensgruppen aufgehetzt wurden. [34]

Auf diese Weise trugen die geheimen Sonderbefugnisse, die sie nach der Ermordung Robert Kennedys erhalten hatten, zu den schrecklichen Unruhen in Chicago bei, die die alte Demokratische Partei, die sich als Repräsentant der Gewerkschaften verstand, zerstörten: Alle drei folgenden demokratischen Präsidenten waren seitdem deutlich konservativer eingestellt.

Watergate und der Iran-Contra-Skandal brachten in gewisser Weise Rückschläge und keine Ausweitung der repressiven Befugnisse, derer sich Richard Nixon und das Weiße Haus unter Ronald Reagan bedienten. Oberflächlich betrachtet trifft dies zu: Auf der gesetzgeberischen Ebene führten beide Ereignisse zu »Reformen«, die meiner Behauptung, die repressiven Befugnisse seien erweitert worden, scheinbar widersprechen.

Aber wir müssen hier zwischen den zwei Jahren der Watergate-Krise und dem sie auslösenden Einbruch in das Watergate-Gebäude unterscheiden. Die Watergate-Krise zeigte einen Präsidenten, der durch zahlreiche Kräfte, zu denen die Liberalen und auch Konservative zählten, zum Rücktritt gezwungen wurde. Aber die Schlüsselfiguren des ursprünglichen Watergate-Einbruches – Howard Hunt, James W. McCord, G. Gordon Liddy und ihre kubanischen Verbündeten – standen alle weit rechts von Nixon und Kissinger. Und das Ziel ihrer Machenschaften wurde erst mit dem sogenannten »Halloween-Massaker« 1975 endgültig erreicht, als Kissinger als Nationaler Sicherheitsberater entlassen wurde und Vizepräsident Nelson Rockefeller mitgeteilt wurde, er werde 1976 nicht als Präsidentschaftskandidat aufgestellt werden. Diese größere Umbesetzung wurde hinter den Kulissen von zwei anderen Rechten organisiert: Donald Rumsfeld und Dick Cheney, die im Weißen Haus unter Gerald Ford arbeiteten. [35]

An jenem Tag 1975 wurde der endgültige Untergang der sogenannten »Rockefeller«- oder liberalen Fraktion innerhalb der Republikanischen Partei besiegelt, die durch die konservative Fraktion um Goldwater und Casey ersetzt wurde, die bald darauf dafür sorgte, dass Ronald Reagan die Nominierung gewann und anschließend zum Präsidenten gewählt wurde. [36] Diese wenig beachtete Palastrevolte Mitte der 1970er-Jahre trug zur Umwandlung Amerikas von einer dem Gemeinwohl verpflichteten kapitalistischen Ökonomie mit einer schrittweisen Verringerung der Unterschiede in der Einkommens- und Wohlstandsverteilung zu einer zunehmend finanzialisierten Reichenwirtschaft, in der die Trends der vorangegangenen Epoche umgekehrt wurden. [37]

Auch in der Iran-Contra-Affäre werden wir Zeuge einer weiteren Ausweitung der repressiven Befugnisse, die sich unter der Oberfläche liberaler Reformen verbirgt. Damals feierten nicht nur die Medien, sondern auch Akademiker wie ich selbst die Einstellung der Unterstützung für die nicaraguanischen Contras und die Durchsetzung des Contadora-Friedensprozesses. Dabei ging die Tatsache etwas unter, dass Oliver North zwar aus seiner Funktion im Doomsday-Projekt ausschied, die Planungen der Projektgruppe zu Überwachung, Inhaftierung und Militarisierung der USA auch nach seinem Ausscheiden aber weiterverfolgt und sogar erweitert wurden. [38]

Ebenso unbemerkt blieb, dass der Kongress zwar die Hilfsgelder für eine kleine, mit Drogengeldern finanzierte Stellvertreterarmee verringerte, aber gleichzeitig die amerikanische Unterstützung einer weitaus größeren Koalition aus mit Drogengeldern finanzierten Stellvertreterarmeen in Afghanistan ausweitete. [39] Im Verlauf der Untersuchung des Iran-Contra-Skandals kam zwar heraus, dass Saudi-Arabien auf Drängen des damaligen CIA-Direktors William Casey 32 Millionen Dollar an die Contras übergeben hatte, aber niemand verlor ein Wort über die 500 oder mehr Millionen Dollar, die die Saudis wiederum auf Drängen Caseys im gleichen Zeitraum an die afghanischen Mudschaheddin gezahlt hatten. [40] So gesehen könnte man die Iran-Contra-Untersuchung des amerikanischen Kongresses als den Versuch werten, die öffentliche Aufmerksamkeit von dem viel stärkeren Engagement der Amerikaner in Afghanistan abzulenken – eine verdeckte Politik, die sich seither zum längsten Krieg entwickelt hat, den Amerika jemals führte.

Wir sollten unser Verständnis der Iran-Contra-Affäre erweitern und sie als Iran-Afghanistan-Contra-Affäre betrachten. Denn dann müssen wir anerkennen, dass die CIA in diesem komplexen und vielfach missverstandenen Tiefenereignis in Afghanistan wiederum auf seine paramilitärischen Kapazitäten zurückgriff, die Stansfield Turner zu zerschlagen versuchte, als er unter Präsident Jimmy Carter CIA-Direktor war. Dies war ein rascher Sieg für die Fraktion um Richard Blee, den Beschützer von al-Mihdhar sowie den vehementen Befürworter einer Ausweitung der paramilitärischen Aktivitäten in Afghanistan im Jahr 2000. [41]

 

Personelle Überschneidungen bei aufeinanderfolgenden Tiefenereignissen

Ich werde die Titelgeschichte der New York Times vom 18. Juni 1972, dem Tag nach dem Watergate-Einbruch, niemals vergessen. Es waren Fotografien der Watergate-Einbrecher zu sehen, unter denen sich auch ein Bild von Frank Sturgis alias Fiorini befand, über den ich bereits zwei Jahre zuvor in meinem bisher unveröffentlichtem Buchmanuskript The Dallas Conspiracy im Zusammenhang mit der Ermordung John F. Kennedys geschrieben hatte.

Sturgis war keine unbedeutende Figur: Er war früher freiberuflicher Mitarbeiter der CIA und verfügte auch über gute Verbindungen zu den früheren Kasinobesitzern in Havanna, die mit dem Organisierten Verbrechen zusammenhingen. [42] Meine frühen Arbeiten zur Kennedy-Ermordung konzentrierten sich auf die Verbindungen zwischen Frank Sturgis und einem Ausbildungslager von Castro-Gegnern in der Nähe von New Orleans, für die sich Oswald interessiert hatte, aber auch auf die Verwicklung von Sturgis in die gefälschten »Phase 1«-Geschichten, die Oswald als Teil einer kommunistischen kubanischen Verschwörung darstellten. [43]

Bei der Verbreitung dieser »Phase 1«-Geschichten 1963 wurde Sturgis durch eine Reihe von Kubanern unterstützt, die der von der CIA unterstützten Streitmacht Manuel Artimes in Mitteamerika angehörten. Artimes Hauptquartier in Costa Rica war 1965 angeblich wegen seiner Verwicklung ins Drogengeschäft geschlossen worden. [44] In den 1980er-Jahren waren einige dieser im Exil lebenden Kubaner an mit Drogengeldern finanzierten Aktivitäten der Contras beteiligt. [45]

Der politische Mentor der MRR-Bewegung von Artimes war der frühere Watergate-Verschwörer Howard Hunt; und Artime sollte 1972 die Kaution für die kubanischen Watergate-Einbrecher bezahlen. Der Geldwäscher der Drogengelder, Ramón Milián Rodríguez, hat behauptet, er habe 200.000 Dollar von Artime erhalten, um einige der kubanischstämmigen Watergate-Einbrecher zu bezahlen; später leitete er als Unterstützung für die Contras zwei Unternehmen für Krustentiere in Coata Rica, Frigorificos und Ocean Hunter, die Drogengelder wuschen. [46]

Es wird behauptet, sowohl Hunt, als auch McCord seien in die Invasionspläne von Artime 1963 verwickelt gewesen. [47] Es war meiner Ansicht nach kein Zufall, dass die Organisation von Hunts Protégé Artime später im Drogenhandel aktiv war. Hunt hatte, wie ich an anderer Stelle erläuterte, seit seiner Funktion als Leiter des Büros für politische Koordination in Mexiko-Stadt mit einer amerikanischen Drogenverbindung zu tun. [48]

Aber McCord verfügte 1963 nicht nur über Erfahrungen in gegen Castro gerichtete Aktivitäten, er gehörte auch zum nationalen Notfallplanungsstab, der später eine wichtige Rolle im Hintergrund der Iran-Contra-Affäre und des 11. September spielen sollte. McCord war Angehöriger einer kleinen  Reservisteneinheit der Luftwaffe in Washington, die dem Büro für Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr (OEP) angeschlossen war und »Listen von Radikalen erstellen und Notfallpläne für eine Zensur der Nachrichtenmedien und der amerikanischen Post in Kriegszeiten« ausarbeiten sollte. [49] Seine Einheit gehörte zum Programm für Informationssicherheit in Kriegszeiten (WISP), das für die Aktivierung von »Notfallplänen für die Errichtung einer Zensur der Presse, des Postverkehrs und der gesamten Telekommunikation (einschließlich der Kommunikation der Regierung) in Kriegszeiten [und] für die Sicherungsverwahrung von zivilen ›Sicherheitsrisiken‹, die gegebenenfalls in Militär-›Lagern‹ untergebracht werden sollten« verantwortlich war. [50] Diese Pläne wurden mit anderen Worten in den1980er-Jahren als das Doomsday-Projekt, den Planungen zur »Gewährleistung der Handlungsfähigkeit der Regierung« (COG), bekannt, an denen Dick Cheney und Donald Rumsfeld 20 Jahre lang vor den Ereignissen des 11. September gemeinsam arbeiteten.

 

__________________________

 

Anmerkungen/Endnoten:

 

* Unter »deep events« (hier als »tiefgreifende Ereignisse« oder »Tiefenereignisse« übersetzt) versteht Peter Dale Scott nach eigenen Angaben »die traumatischen und unerwarteten Episoden, die in unserer Geschichte immer wieder vorkommen und sie grundlegend verändern, allerdings immer zum Schlimmeren. Diese ›tiefgreifenden Ereignisse‹ können niemals angemessen untersucht oder verstanden werden, weil sie eine geheimdienstliche Dimension aufweisen, die sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der etablierten Medien zu einem gesellschaftlich auferlegten Mantel des Schweigens führt.« (»The Assassinations of the 1960s as ›Deep Events‹«, 17. Oktober 2008)

 

[22] 9/11 Commission Report, S. 259, 271; Lawrence Wright, The Looming Tower: Al-Qaeda and the Road to 9/11, New York, 2006, S. 352–354 (FBI-Mitarbeiter).

[23] James Bamford, A Pretext for War: 9/11, Iraq, and the Abuse of America’s Intelligence Agencies, New York, 2004, S. 224. Zu einer ausführlicheren Darstellung der Zurückhaltung von Hinweisen durch die CIA vor dem 11. September siehe: Fenton, Disconnecting the Dots; Rory O’Connor und Ray Nowosielski, »Insiders Voice Doubts about CIA’s 9/11 Story«, in: Salon, 14, Oktober 2011.

[24] Fenton, Disconnecting the Dots, S. 7–12, 142–147 ff.

[25] Scott, American War Machine, S. 203.

[26] Fenton, Disconnecting the Dots, S. 371, siehe auch: S. 95. Unabhängig davon erhob der frühere Leiter der Antiterrorabteilung des Weißen Hauses, Richard Clarke, den Vorwurf, »in der CIA war auf hoher Ebene die Entscheidung getroffen worden, die Mitarbeitern anzuweisen, keine Informationen weiterzugeben«. (Rory O’Connor und Ray Nowosielski, »Insiders Voice Doubts about CIA’s 9/11 Story«, in: Salon, 14, Oktober 2011).

[27] Coll, a. a. O., S. 67–69.

[28] Fenton, Disconnecting the Dots, S. 107–108.

[29] James Bamford, Body of Secrets, S. 201; siehe dazu auch: Fredrik Logevall, Choosing War: The Lost Chance for Peace and the Escalation of War in Vietnam, Berkele, 1999, S. 200, dort Zitat aus: John Prados, The Hidden History of the Vietnam War, Chicago, 1995, S. 51.

[30] Courses of Action Related to Cuba (Case II), Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, 1. Mai  1963, JCS 2304/189, NARA #202-10002-10018.

[31] Peter Dale Scott, Deep Politics and the Death of JFK, S. 280.

[32] Public Law 90-331 (18 U.S.C. 3056); Erörterungen dazu in: Peter Dale Scott, Paul L. Hoch und Russell Stetler, The Assassinations: Dallas and Beyond, New York, 1976, S. 443–446.

[33] Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes wurden dem Geheimdienst zugeteilt, und zu dieser Zeit wurde ihre Zahl erheblich aufgestockt. Die Zeitung Washington Star erklärte später dazu, der »massive Ausbau der Informationssammlung [durch die Armee] … erfolgte erst nach der Ermordung von Pfarrer Martin Luther King«. (Washington Star, 6. Dezember 1970; nachgedruckt in: Federal Data Banks Hearings, S. 1728).

[34] George O’Toole, The Private Sector, New York, 1978, S. 145, zitiert nach: Scott, Deep Politics and the Death of JFK, S. 278–279.

[35] Scott, Road to 9/11, S. 52–53.

[36] Scott, The Road to 9/11, S. 53–54.

[37] Scott, The Road to 9/11, S. 50–64.

[38] Peter Dale Scott, »Northwards without North«, in: Social Justice, Sommer 1989. Überarbeitete Veröffentlichung als »North, Iran-Contra, and the Doomsday Project: The Original Congressional Cover Up of Continuity-of-Government Planning«, in: Asia-Pacific Journal: Japan Focus, 21. Februar 2011.

[39] Scott, The Road to 9/11, S. 132.

[40] Jonathan Marshall, Peter Dale Scott und Jane Hunter, The Iran-Contra Connection, 13 (Contras); Richard Coll, Ghost Wars, S. 93–102 (Mudschaheddin).

[41] Richard Coll, Ghost Wars, S. 457–459 und S. 534–536.

[42] Nach Aussage des früheren stellvertretenden CIA-Direktors Vernon Walters waren nur »Hunt und McCord jemals CIA-Vollzeitbeschäftigte. Die anderen [darunter auch Sturgis] waren für einen kürzeren oder längeren Zeitraum als freiberufliche Mitarbeiter beschäftigt«. (Watergate-Hearings, S. 3427), vergleiche dazu auch: Marshall, Scott und Hunter, The Iran-Contra Connection, 45 (Kasino-Besitzer).

[43] Peter Dale Scott, »From Dallas to Watergate«, in: Ramparts, Dezember 1973; nachgedruckt in: Peter Dale Scott, Paul L. Hoch und Russell Stetler, The Assassinations: Dallas and Beyond, S. 356 und 363.

[44] Peter Dale Scott, Crime and Cover-Up, S. 20.

[45] Peter Dale Scott und Jonathan Marshall, Cocaine Politics, S. 25–32.

[46] Alexander Cockburn und Jeffrey St. Clair, Whiteout: The CIA, Drugs, and the Press, London, 1998, S. 308–309; Martha Honey, Hostile Acts: U.S. Policy in Costa Rica in the 1980s, Gainesville, 1994, S. 368 (Frigorificos).

[47] Tad Szulc, Compulsive Spy: The Strange Career of E. Howard Hunt, New York, 1974, S. 96–97.

[48] Scott, American War Machine, S. 51–54. Hunt war am Aufbau der später mit dem Drogenhandel verbundenen World Anti-Communist League (WACL) beteiligt. Artimes Hauptquartier in Costa Rica befand sich auf Grund und Boden, dessen Eigentümer der WACL-Ortsgruppe angehörten. (Scott und Marshall, Cocaine Politics, S. 87, 220)

[49] Woodward und Bernstein, All the President’s Men, New York, 1974, S. 23.

[50] Jim Hougan, Secret Agenda, New York, 1984, auf Seite 16 wird die Direktive 5230 vom 25. Juni 1965 des Verteidigungsministeriums zitiert, die am 21. Mai 1971 geändert wurde.

 

 


 

 

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