Adolf Hitler – Kaute er an seinen Fingernägeln und machte Altherrengeräusche?
Udo Ulfkotte
Im Mai wird in Großbritannien ein angeblich bislang geheim gehaltenes Papier über Adolf Hitler versteigert. Die vier Seiten langen Aufzeichnungen hätten angeblich eigentlich 1945 binnen 48 Stunden vernichtet werden müssen. Ein britischer Agent nahm sie angeblich an sich. Und jetzt wurden sie im Südwesten Englands bei einem Hausverkauf auf einem Dachboden gefunden. Angeblich enthalten sie endlich die reine Wahrheit über den wahren Adolf Hitler.
Mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges glaubte man eigentlich alles über Adolf Hitler zu wissen. Doch nun kommen angebliche Peinlichkeiten ans Licht, die ein unbekanntes Bild auf den »Führer« werfen: Ein Nazi-Funktionär, der etwa 30 Mal mit Hitler gespeist hatte, wurde gegen Kriegsende über Hitlers Privatleben befragt. In dem jetzt wieder aufgefundenen Geheimbericht heißt es etwa: »Am Tisch und in seinen Reden zeigte er ein ziemlich ungehobeltes Verhalten. Er kaute geistesabwesend an seinen Nägeln, er rieb sich ständig mit seinem Zeigefinger an der Nase und seine Tischmanieren waren schockierend.«
Schlimmer noch: der »Führer« soll ständig Darmgeräusche von sich »"Er aß ungeheure Mengen an Kuchen, wodurch er Verdauungsschwierigkeiten bekam.« Hitler habe zu jeder Mahlzeit ein bis zwei Bier getrunken. Die britischen Zeitungen Daily Mail und Telegraph berichten nun groß über die bislang völlig unbekannte Seite Hitlers. Müssen wir nun die Geschichtsbücher umschreiben? Britische Medien freuen sich jedenfalls und werden nicht müde, die angeblichen ständigen Verdauungsstörungen Hitlers auszumalen.
Vielleicht aber kennen die britischen Journalisten das Wort »Schtonk!« auch nicht. Das ist der Name einer Filmsatire, die nach der Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher mit Regisseur Helmut Dietl entstand. Das Hamburger Stern-Blatt hatte 1983 vom Maler Konrad Kujau gefälschte »Hitler-Tagebücher« gekauft und als »echt« veröffentlicht. In dem Film Schtonk! fälscht Kujau etwa die vermeintlichen Worte Hitlers, der in sein Stern-Tagebuch geschrieben haben soll: »Die ständigen Anstrengungen der letzten Wochen verursachen mir Blähungen, und Eva sagt, ich habe Mundgeruch.« Der Fälscher Kujau ist im September 2000 gestorben. Allerdings hatte er vor seinem Tode wissen lassen, er habe noch einige Überraschungen parat. Vielleicht sind die nun in Großbritannien zur Versteigerung kommenden »Geheimdokumente« ja genauso alt wie die vom Stern veröffentlichten Hitler-Tagebücher. Wer weiß das schon. Ein Käufer wird sich in der Auktion sicher finden. Vielleicht greift ja das Hamburger Stern-Blatt wieder einmal zu. Die Stern-Mitarbeiter hatten 1983 ja auch 9,3 Millionen Mark für 62 gefälschte Hitler-Tagebücher bezahlt, die angeblich die reine Wahrheit enthielten …
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