Tuesday, 24. May 2016
29.04.2015
 
 

Lösungen jenseits der Giftattacke: Das Ende der Pestizide?

Andreas von Rétyi

Britischen Forschern sei erstmals gelungen, einen Stoff zu schaffen, der natürlich vorkommende Abwehrdüfte gegen Insekten ersetze. Die Substanz könnte anstelle Chemiegiften eingesetzt werden, doch: Wird die große Industrie sich das bieten lassen? Der amerikanische Botaniker Paul Stamets hält schon seit Jahren faszinierende Lösungen bereit, doch über seine Arbeit wird kaum berichtet. Wieder ein Fall unterdrückten Wissens.

 

»Pflanzenschutzmittel« (PSM) werden allein in Deutschland jährlich zu zigtausenden Tonnen verkauft. Nun ist der Begriff »Schutzmittel« bewusst euphemistisch gewählt, dahinter aber verbergen sich, wie letztlich jeder weiß, gefährliche Agrargifte. Doch was sonst tun gegen Schädlingsbefall? Die industrielle Landwirtschaft scheint von solchen Substanzen geradezu abhängig.

Oder doch nicht? Britische Wissenschaftler haben nun offenbar einen weit sanfteren Weg gefunden, Pflanzen wirksam zu schützen, ohne dabei die gesamte Umwelt und nicht zuletzt die Gesundheit von Mensch und Tier nachhaltig in Mitleidenschaft zu ziehen.

 

Die an der Universität Cardiff sowie Rothamsted Research, dem größten britischen Agrarforschungsinstitut, tätigen Experten haben nun erstmals eine chemische Verbindung geschaffen, die einen natürlich vorkommenden Duft imitiert, der bekannt dafür ist, Insekten fernzuhalten. Die Wissenschaftler versorgten ein für den Duft verantwortliches Enzym mit veränderten Substratmolekülen und konnten bei ihren Experimenten größtenteils den erhofften Effekt feststellen.

 

Versuchsleiter Professor Rudolf Allemann erinnert an die zahlreichen Funktionen von Duftstoffen in der Natur: »Wir wissen, dass viele Organismen Gerüche nutzen, um sich mit anderen Mitgliedern der selben Spezies auszutauschen und Nahrungsquellen zu orten oder aber auch Angriffe von Parasiten zu vermeiden.«

 

Wie Allemann ausführt, bestand die Schwierigkeit bisher vor allem darin, »dass im Labor erzeugte Duftmoleküle oft extrem flüchtig und chemisch instabil sind. Außerdem ist ihre Imitation kostspielig«.

 

Dadurch habe es auf dem Gebiet kaum Fortschritte gegeben. Nun aber sei es mit Hilfe moderner Methoden möglich geworden, strukturell zwar verschiedenartige, aber von der Wirkung her eben ähnlich funktionierende Moleküle zu produzieren.

 

Sie könnten dazu beitragen, die toxischen Pestizide zu vermeiden. Professor John Pickett, Forscher bei Rothamsted Research, spricht von einem echten Durchbruch.

 

Einen anderen effektiven Weg geht der brillante amerikanische Botaniker Paul Stamets schon seit vielen Jahren und macht sich damit die Industrie wohl zum Erzfeind: Stamets nennt völlig natürliche Mittel, um Insekten davon abzuhalten, die ganze Ernte zu zerstören.

 

Wenn der Forscher von SMART-Pestiziden spricht, meint er damit nichts anderes als Pilze, genauer gesagt, entomopathogene Pilze.

 

Auf gut Deutsch gesagt, handelt es sich einfach um Pilze, die für Insekten tödlich sind. Sie dienen schon heute zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers.

 

Doch Stamets, ein international renommierter Pilzwissenschaftler, sieht insgesamt ein weit größeres Potenzial für seine sichere und nachhaltige Methode, rund 200 000 Insektenarten natürlich unter Kontrolle zu bekommen.

 

Für Stamets bergen Pilze ohnehin schier unglaubliche Möglichkeiten, unserer Welt auf verschiedenste Weise sehr nützlich zu sein. Darüber referierte er 2008 auch ausführlich auf einer durchaus vielbeachteten TED-Konferenz.

 

Wenn es nun um Schädlingsbekämpfung geht, verändert Stamets die entomopathogenen Pilze so, dass sie keine Sporen mehr produzieren. Die Pilze ziehen Insekten an, verzehren sie und töten sie ab. Zwar erhielt Stamets bereits im Jahr 2006 ein Patent auf seine Entwicklung, doch seitdem geschah eher wenig.

 

Niemand schien sich allzu sehr für das alternative Konzept zu interessieren, wobei von Aussagen eines Pestizidherstellers berichtet wird, der erklärt habe, dies sei »die vernichtendste Technologie, die wir je erlebt haben«, wohl aber insbesonders mit Blick auf den Fortbestand der herkömmlichen Chemieindustrie.

 

Für die riesigen Konzerne bedeutet die weiterhin breite Akzeptanz und Nutzung toxischer Bekämpfungsmittel, verlässliche Milliardenprofite, die sich auch in Zukunft niemand nehmen lassen will. Die Folgen für Mensch und Umwelt – schlicht unmenschlich. Und genau das muss sich in jedem Falle ändern.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (30) zu diesem Artikel

01.05.2015 | 16:12

edmundotto

Solange es keinen profitbringen Ersatz für Glyphsat und Co. gibt, habe ich Zweifel das die Chemie-Pharmamafia etwas anderes zulässt. Ich habe seit Jahren tagtäglich vor Augen, wie Boden, Natur und Grundwasser, man kann schon sagen systematisch vergiftet werden. Man pumpt aus Tiefen von 40-50 Metern Grundwasser aus dem Aller-Urstromtal ab, verrieselt es und übergibt es zusammen mit einem Teil der vorab versprühten Biozide wieder dem Boden. Die "verantwortlichen"...

Solange es keinen profitbringen Ersatz für Glyphsat und Co. gibt, habe ich Zweifel das die Chemie-Pharmamafia etwas anderes zulässt. Ich habe seit Jahren tagtäglich vor Augen, wie Boden, Natur und Grundwasser, man kann schon sagen systematisch vergiftet werden. Man pumpt aus Tiefen von 40-50 Metern Grundwasser aus dem Aller-Urstromtal ab, verrieselt es und übergibt es zusammen mit einem Teil der vorab versprühten Biozide wieder dem Boden. Die "verantwortlichen" Behörden dulden diese Schweinerei. Hunderttausende Kubikmeter, Millionen ist wohl zutreffender, werden vergiftet, um den Ertrag um Prozente zu steigern. Ich behauptet, die Schweinerei setzt sich insofern fort, als das anschließend die Ernte dieses Tuns nicht ´mal beprobt wird. Vor der Kartoffelernte z.B. wird das Kraut "totgespritzt" ( so die Ausdrucksweise eines naiven Jungbauerns) und wenn die Kartoffeln aus dem trockenen Boden geholt werden, atmen die Beteiligten den dabei entstehenden Staub inkl. Gift ein. Mir graust bei der jährlichen Betrachtung dieses Schauspiel und ich frage mich, ob die Leute es wirklich nicht besser wissen. In Argentinien haben bereits vor Jahrzehnten viele Sojabauern ähnliches praktiziert und mit Glyphosat tödliche Erfahrungen gemacht. Wenigstens hat die WHO dieses Mittel in diesem Jahr als Erbgutschädigend und krebserregend eingestuft und das will bei einer korrumpierten Behörde schon etwas heißen. So bleibt zu hoffen, das eine späte Einsicht die horrenden Umstände verändert.


01.05.2015 | 11:08

Di Dago

Es wäre schon seit den 80er Jahren Möglich , teilweise ohne Agrogifte auszukommen. Die Ciba Geigy (heute Novartis) hat eine Bahnbrechende Erfindung in die Schublade verbannt, da man ja wegen dem Selbsterhalt wirtschaftet. Hier das Beweis Video! https://www.youtube.com/watch?v=6Au2qn5WJo8


01.05.2015 | 07:16

jeanette

@frieda, so sie es noch liest. ganz nach meinem geschmack. toll sie sind auch eine aufgewachte. wir teilen die gleiche ansicht. sollten uns mal zusammenfinden. einverstanden?


30.04.2015 | 20:59

jeanette

der nicht bio.bauer kauft das gift, spritzt es und isst es selber. unwissenheit? profitgier? der verbraucher kauft im supermarkt, weil angebl.. billiger, isst s auch und schmeisst meistens die haelfte weg. solange der michel nicht mit seiner entscheidung gegen gift und geiz den fluss austroknet, so lange uebt er seine macht nicht aus und alles bleibt beim alten! der kunde ist koenig nur der faule kunde ist weiter unterdrueckt -freiwillig -. mir unverstaendlich!


30.04.2015 | 14:03

frieda

zugegeben, Seagal ist/war ein sehr gut aussehender Mann, so manche Frau oder oder bezirzt hat und bezirtzte, wer ihn heute sich so anschaut, nun, die Auswirkung des US-Foods sind deutlich erkennbar. Ohne Frage und nicht zur Disposition steht die fundamentale Rede, die alles sagt was zu sagen ist. Mir stellt sich die Hintergrundsfrage. Hollywood IST der Transmitter des Bösen. Wer sich dem entgegenstellt wird den letzten eigenen Filmabgang erleben. Siehe Robbie Williams und v.a Wie...

zugegeben, Seagal ist/war ein sehr gut aussehender Mann, so manche Frau oder oder bezirzt hat und bezirtzte, wer ihn heute sich so anschaut, nun, die Auswirkung des US-Foods sind deutlich erkennbar. Ohne Frage und nicht zur Disposition steht die fundamentale Rede, die alles sagt was zu sagen ist. Mir stellt sich die Hintergrundsfrage. Hollywood IST der Transmitter des Bösen. Wer sich dem entgegenstellt wird den letzten eigenen Filmabgang erleben. Siehe Robbie Williams und v.a Wie schlimm unsere Jungstars von heute dem Satanismus Hollywoods zerfallen sind, kann dies auf U-tube ergründen. Der Film, in dem Seagal diese Rede hielt müsste "the patriot" gewesen sein. Wer auf dem dem klebrigem Wikipedia diesen Film aufruft, erkennt in der Inhaltsbeschreibung exact die wahre Begebenheit unseres hier und jetzt. Es stimmt überein, mit dem was Orwell in "1984"und Dr.Patrick Day in the new order of the barbarisme 1969 minutiös erörtert haben. Betrachtete ich allerdings die Filmkritik und wie Seagal niedergemacht wird, wundert mich dann nichts mehr. Was gut ist, ist böse, was natürlich heilbar ist, ist grundsätzlich schlecht. Esotherik, Naturheilkunde,Homöophatie und grundsätzlich das Wissen von Indianern und Schamanen. Böse. Ganz böse und muss bekämpft und ausgerottet werden. So sprechen die NEOKONS, so spricht Rothschild,Rockefeller,Big Pharma und der Fliegenprof K.Lauterbach Oberlobbyist der Dr.Industrie. Seagal spricht aber mit gespaltener Zunge. Seine Filmographie ist brutal, grausam und selbst gerecht. Ein falscher Rächer der Enterbten?? Es ist denkbar, dass er ein verdeckter " Angestellter" der Cooperation ist, denn anders kann ich mir sein Wirken und vor allem in diesem Filmausschnitt nicht erklären, warum er diese tief greifende Reden VOR der Admiralsflagge der USA-Cooperation, die mit dem goldenen Rahmen, Symbol der Coop, gehalten hat. Warum hat der Regisseur diesen Hintergrund uns, die darum wissen, dies sichtbar gemacht. Eine verdeckte Botschaft? Das gab mir zu denken, auch wenn er ein toller Typ ist und seine deutsche Sycronstimme die Illusion des verführt sein wollen unterstreicht. Gut, dass alles Illusion und diese süß ist, die Realität dahingegen bitter und ekelerregend. Wer sich das alles nüchtern immer wieder vor Augen führt, geht gestärkt und vorbereitet daraus hervor und weiss, was zu tun ist, um sich und seine Familie zu schützen ohne in blinde Ohnmacht und Schockstarre zu verfallen.


30.04.2015 | 13:43

Di Dago

https://www.youtube.com/watch?v=6Au2qn5WJo8 Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!!!!!!!!!

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