Krebszahlen steigen weltweit, da in den Entwicklungsländer immer mehr amerikanische Nahrungsmittel gegessen und US-Produkte genutzt werden
David Gutierrez
Die Zahl der Krebskranken steigt weltweit an, besonders aber in den Industrienationen, heißt es in einem Bericht, der von der Amerikanischen Krebsgesellschaft (ACS) anlässlich des Weltkrebstages in der Fachzeitschrift der Gesellschaft – CA: A Cancer Journal for Clinicians – veröffentlicht wurde. In dem Bericht heißt es weiter, 2008 wurden schätzungsweise 12,6 Millionen neue Krebsfälle diagnostiziert und 7,6 Millionen Menschen starben an Krebs. Die überwältigende Mehrzahl dieser Fälle – 7,1 Millionen Erkrankungen und 4,8 Million Todesfälle – trat in den Industrienationen auf. Die Verbreitung einer sogenannten »Wohlstandskrankheit« wie Krebs auf die ärmeren Länder kann unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass in diesen Regionen in zunehmendem Maße ungesunde Lebensweisen wie zum Beispiel Rauchen, Sesshaftigkeit und eine schlechte Ernährungsweise übernommen werden.
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Die Forscher weisen darauf hin, dass ein Drittel der Krebstoten 2008 durch einfache Maßnahmen wie etwa Aufhören zu rauchen, weniger trinken von Alkohol, eine gesündere Ernährungsweise und mehr körperliche Bewegung sowie eine Reduzierung des Infektionsrisikos hätte verhindert werden können. Mehr als 7.300 Menschenleben könnten so täglich gerettet werden.
In den Industrienationen werden nur zehn Prozent der Krebserkrankung durch Infektionen
hervorgerufen, in den Entwicklungsländern sind es dagegen 25 Prozent. »Die weltweite Anwendung bekannter Maßnahmen zur Eindämmung und Verhinderung von Krebs, entsprechend den Kapazitäten und der wirtschaftlichen Entwicklung von Ländern oder Regionen, könnte dazu führen, noch weitaus mehr Krebserkrankung in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten zu verhindern«, erklärte Otis W. Brawly von der Amerikanischen Krebsgesellschaft. »Aber um dies zu erreichen, müssten sich die nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden, Regierungen, Spender und der private Sektor weltweit stärker bei der Entwicklung und Anwendung der nationalen oder regionalen Programme zur Eindämmung von Krebs engagieren.«
In den Industrienationen erkranken Männer am häufigsten an Prostata-, Lungen- und Kolorektalkrebs, während Brust-, Kolorektalkrebs und Lungenkrebs bei Frauen die häufigsten Krebsarten ausmachen. In den Entwicklungsländern treten bei Männern am häufigsten Lungen-, Magen- und Leberkrebs auf, während Frauen vor allem unter Brust-, Gebärmutterhalskrebs und Lungenkrebs leiden.
Leider muss man damit rechnen, dass sich diese Lage noch weiter verdüstert. Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Krebserkrankungen bis zum Jahr 2030 aufgrund einer Zunahme ungesunder Lebensweisen und einer wachsenden und zunehmend älteren Weltbevölkerung fast verdoppeln.
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Quellen zu diesem Artikel unter http://www.businessweek.com/lifestyle/content/healthday/649585.html
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