Thursday, 17. April 2014
19.12.2011
 

Meine persönliche Adventsgeschichte: Die kleine grüne Flasche

Eva Herman

Meist wird an dieser Stelle über aktuelle Themen informiert, die uns alles andere als glücklich machen: Kriege, Krisen, Katastrophen. Und immer öfter erhalten wir in letzter Zeit Zuschriften von Menschen, die sich auch einmal positive, schöne Nachrichten wünschen, denn es wird offenbar immer schwieriger, die rasante globale Talfahrt, in die wir alle verwickelt sind, noch zu verarbeiten. Deswegen kommt – gerade rechtzeitig zur besinnlichen Weihnachtszeit – eine kleine, im politischen Tagesgeschehen völlig unbedeutende Geschichte, die das einfache Leben schrieb und die einen glücklichen Ausgang fand. Es sind keine Illuminaten, Geheimdienste oder dubiose Weltregierungen verwickelt, auch politisch, geostrategisch oder finanzpolitisch spielt das hier Erzählte überhaupt keine Rolle. Zuweilen genügen nur kleine, banale Entdeckungen und Siege, die unser Leben plötzlich stärken, mehr, als wir manchmal denken.

Manchmal ereignen sich Dinge, die wirken so, als würden sie geschickt von höherer Hand geführt. So geschehen vor einiger Zeit. Eine gute Freundin besuchte mich und brachte ein kleines Geschenk mit. Als ich das Päckchen auswickelte, hielt ich ein Fläschchen in den Händen, das mich an frühere Heilwässerchen erinnerte, die meine Oma stets in ihrem Küchenschrank stehen

hatte. Gefüllt war die Buddel mit einer grünen, wohlriechenden Flüssigkeit, die fast einen herzhaften Adventsduft verströmte. Was sollte ich damit tun? Meine Freundin lachte: Du kannst damit alles machen, es hilft immer.

Ah, ja, sieh mal an! Eine prima Voraussetzung für ein gesundes Leben, oder? Immer das kleine grüne Fläschchen dabei, und nichts kann mehr schiefgehen. Ein leichtes Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen. »Reines Naturerzeugnis«, stand auf dem Aufkleber, »mit 21 Kräutern«.

Nun, gegen reine Naturerzeugnisse und Kräuter hegte ich noch nie Argwohn. Etwas neugieriger studierte ich den Beipackzettel, und der versprach eine ganze Menge. Das Wunderwasser sollte tatsächlich gegen alles gut sein: Gegen Stress und Erschöpfung, gegen Verspannung, gegen müde Beine, gegen Muskelkater, gegen Konzentrationsschwäche, gegen strapazierte Haut, gegen Gelenkprobleme, gegen wer weiß, was noch alles. Auf die Haut geschmiert, hinter die Ohren, ins Badewasser gekippt oder als Duftaroma erwärmt, ein Tausendsassa? Vielleicht half das Zeug ja auch noch gegen Übergewicht? Nur die entsprechenden Stellen damit massieren, und schon schmelzen sie dahin?

Ich stellte die kleine grüne Flasche auf meinen Schreibtisch, und da stand sie dann auch erst einmal. Aus ein paar Tagen wurden Wochen, aus den Wochen Monate. Beim Staubwischen schob ich die Flasche ordentlich von rechts nach links und von links nach rechts. Und immer dann, wenn ich beschlossen hatte, sie nun doch zu entsorgen, vergaß ich es wieder.

Der Anblick wurde mir so vertraut, dass ich sie nicht mehr wahrnahm, diese kleine, grüne Flasche.

Und dann geschah es einmal: Es war Abend geworden, die Dunkelheit brach herein und ich ging mit unserem Hund die letzte Runde. Ein wunderschöner Sonnenuntergang verfärbte den Abendhimmel, und daneben: Ja, was war das denn? Ein herrlich großer Stern erstrahlte und funkelte wie ein Brillant vom Himmel herunter. Ich konnte mich kaum sattsehen. Und wie Hans-Guck-in-die-Luft höchstpersönlich hielt ich den Blick geradeaus nach oben gerichtet, während wir weiterliefen und unser Hund auf dem Kieselweg laut vor sich hin schnüffelte. Plötzlich stolperte ich, konnte mich gerade noch fangen, um nicht lang hinzuschlagen und knickte mit einer ungesund schnellen Bewegung um.

Aus. Vorbei. Laufen war unmöglich, hinken auch, es war ein wahres Kriechwunder, dass ich überhaupt noch irgendwie, irgendwann unsere Haustür erreichte, Lichtjahre entfernt, während unser Hund aus dem Staunen über meine neue Gangart  offenbar gar nicht mehr herauskam. Ja, auch Vierbeiner können sich wundern. Ich zitterte am ganzen Körper, Schüttelfrost, erhöhte Temperatur, und jeder normale Mensch wäre sofort zum Arzt gegangen.

Da Ärzte aber keine Wunderheiler sind, und ich dies auch genau weiß, entschloss ich mich, einfach direkt ins Bett zu gehen. Gebrochen war nichts, das spürte ich. Mein Mann,  vor vielen Jahren haarscharf an einer Profi-Fußballer-Karriere vorbei geschrammt, schaute nur kurz auf den inzwischen dreifach angeschwollenen Fußknöchel, bettete ihn hoch  und stellte fachmännisch fest: Bänderdehnung, da hilft nur Eis und Ruhe.

Am nächsten Morgen war der Fuß immer noch so dick. Trotz Ruhe. Er schmerzte ebenso heftig. Trotz Eis. Mit Mühe krebste ich zur Kaffeemaschine, um gleich darauf erschöpft in einen Sessel zu fallen. Ich war erledigt. Und mir wurde klar: Leider hilft jetzt wohl doch nur noch der Doktor. Mein Mann suchte die Heilcreme weiter, die er am Vorabend schon nicht gefunden hatte, und während er wühlte, fiel mein Blick auf die kleine, grüne Flasche, die dort auf meinem Schreibtisch stand, ganz friedlich und still, wie immer.

Entschlossen ächzte ich aus dem Sessel. So, du grandioses Wundermittel, dann kannst du ja jetzt endlich einmal zeigen, was du drauf hast. Entschlossen schraubte ich den Deckel ab, tröpfelte die etwas ölige Flüssigkeit auf den schmerzhaften Triple-A-Knöchel und massierte das reine Naturerzeugnis vorsichtig ein. Uff. Dann legte ich den Fuß auf eine Fußbank und versuchte, mich auf meine Texte zu konzentrieren, die ich in den PC einhämmerte. Ablenkung hilft bekanntlich immer. Der Arzt war erst mal aufgeschoben, die 21 Kräuter sollten ihre faire Chance erhalten.

Was nun folgt, ist, wie immer, höchstmögliche Wahrheit. Nach etwa 45 Minuten war die Schwellung fast fort. Ungläubig drehte ich meinen Fuß hin und her: Der Schmerz war ebenfalls so gut wie weg. Weitere zwei Stunden später erinnerte nur noch ein kleines Ziehen, das beim Laufen manchmal auftrat, an den vorabendlichen Unfall. Ein Wunder war geschehen.

Wieder war es ein herrlicher Sonnenuntergang, als ich genau einen Tag nach meinem schweren Unfall mit dem Hund die letzte Runde drehte. Den Funkelstern suchte ich vorsichtshalber lieber nicht mehr, man weiß ja nie. Außerdem hatte dieser ja seinen Zweck erfüllt: Denn durch ihn hatte ich jetzt einen wertvollen, meinen eigenen, grünen Diamantenstern gefunden.

Nachbemerkung: Es ist tatsächlich so: Das Öl hilft gegen fast alles: Gegen Stress und Erschöpfung, gegen Verspannung und Kopfschmerzen, gegen müde Beine, gegen Muskelkater, gegen Konzentrationsschwäche, gegen strapazierte Haut, gegen Gelenkprobleme, gegen wer weiß, was noch alles. Ein paar Tropfen des grünen Wundermittels, und die Linderung ist auch schon im Anzug. Ich habe es gnadenlos ausprobiert. Man kann darin baden, mit Sahne oder Milch im Badewasser ein Hochgenuss. Auf die Haut geschmiert, hinter die Ohren, auf die Stirn oder auch als Duftaroma erwärmt – es hält, was es verspricht. Man muss es nur ausprobieren, und nicht monatelang herumstehen lassen und sinnlos anstarren.

Nur mit dem Übergewicht habe ich den Bogen noch nicht raus. Aber sollte ich den Trick finden, wie man es dagegen anwenden kann, werde ich es Sie wissen lassen.

 

Ach ja, die Tinktur heißt übrigens Soli-Chlorophyll-Öl S 21, und die Beschreibung klingt so:
Naturreine ätherische Öle sind das flüssige Gold der Pflanzen – sie konzentrieren in sich die Kraft der Sonne, des Lichts und der Natur. 21 Kräuteröle sind nach Art und Menge einander so zugeordnet, dass sie ihre Vitalkraft vollkommen entfalten können! Gerade in unserer heutigen Zeit wird es immer wichtiger, Energiereserven schnellstmöglich wieder aufzufüllen, um die Lebensqualität zu erhalten.

Wie wahr!

 

 


 

 

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