Friday, 26. August 2016
01.07.2014
 
 

Alarmierende Tests in den USA: Glyphosat in der Muttermilch entdeckt

F. William Engdahl

Tests in den USA haben alarmierend hohe Werte des Unkrautvernichters Glyphosat in der Muttermilch ergeben. Bei einer ersten Studie über das Herbizid wurden bei drei von zehn getesteten Blutproben »hohe« Werte festgestellt. Das schockierende Ergebnis belegt, dass sich die Glyphosat-Werte im Körper der Frauen aufbauen, was bisher von Monsanto und der Agrobusiness-Lobby, aber auch von Lebensmittelsicherheitsbehörden der USA und der EU – die fest in der Hand der Agrobusiness-Lobby sind – vehement bestritten wurde. Die Werte, die in der Muttermilch nachgewiesen wurden, liegen um das 760- bis 1600-Fache über dem in der Europäischen Trinkwasserverordnung für einzelne Pestizide festgelegten Grenzwert.

 

Glyphosat ist der aktive Wirkstoff in Roundup von Monsanto, dem meistverkauften Herbizid/Pestizid, das, wie beim Kauf vertraglich festgelegt, zusammen mit Monsantos gentechnisch veränderten Feldfrüchten wie Mais und Sojabohnen verwendet werden muss. Seit die Regierung von Präsident George H. W. Bush mit der Freigabe des Anbaus von Gen-Feldfrüchten in Amerika die Büchse der Pandora geöffnet hat, werden immer mehr mit Roundup behandelte Pflanzen angebaut. Wie verschiedene Studien zeigen, gelangt Roundup auch in den Boden und das Grundwasser.

Mit der möglichen Ausnahme Argentiniens, wo Monsantos Gen-Sojabohnen ein staatliches Monopol genießen, ist die Landwirtschaft in keinem Land infolge des Anbaus von Gen-Pflanzen so stark mit Glyphosaten verseucht. Über 88 Prozent des in den USA angebauten Maises ist heute genmanipuliert und wird mit Glyphosat besprüht.

 

Fast 100 Prozent der Sojabohnen, die in den USA wachsen, sind gentechnisch verändert und mit Glyphosat behandelt, das meiste mit Roundup von Monsanto, dem weltweit meistverkauften Unkrautkiller. Gen-Soja und Gen-Mais werden hauptsächlich als »Kraftfutter« für Tiere verwendet und gelangen dadurch in die menschliche Nahrungskette. Fast alles Fleisch von Rindern, Schweinen oder Geflügel in den USA stammt von Tieren, die mit Gen-Getreide gefüttert werden, und enthält deshalb Glyphosat.

 

Jetzt haben zwei Organisationen, Sustainable Pulse und Moms Across America, erstmals Muttermilch auf das toxische Glyphosat untersucht. Mit Unterstützung von Environmental Arts & Research analysierten die Gruppen 35 Urinproben und 21 Trinkwasserproben aus verschiedenen Regionen Amerikas. Die festgestellten Urinwerte lagen um das Zehnfache über denen, die die Organisation Friends of the Earth 2013 bei ähnlichen Tests in Europa ermittelt hatte.

 

Initiatorin der Tests war Zen Honeycutt, die berichtet: »Als mir vor einem Jahr mehrere Ärzte und Labors sagten, ich könne mich und meine Kinder nicht auf das weltweit meistverwendete Herbizid testen lassen, entschied ich, einen Weg zu finden … Mit diesem Glyphosat-Test soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich Glyphosat in unserem Wasser, im Körper von Kindern und in der Muttermilch findet. Ich hoffe, dass unsere Untersuchungen den Anstoß zu weiteren wissenschaftlichen Studien geben.«

 

Die Ergebnisse der Tests widerlegen Monsantos Behauptung, Glyphosate seien harmlos und sammelten sich im Körper nicht an, sondern würden über den Urin ausgeschieden. Monsanto und Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt stützen ihre Richtlinien auf die Annahme, Glyphosat sei nicht bioakkumulierbar. Dan Goldstein, ein führender Wissenschaftler bei Monsanto, betonte kürzlich sogar: »Glyphosat, das mit der Nahrung in den Körper gelangt, wird schnell ausgeschieden, es akkumuliert nicht im Körperfett oder Gewebe und wird bei Menschen nicht verstoffwechselt. Vielmehr wird es unverändert über den Urin ausgeschieden.«

 

In einer Stellungnahme über die Konsequenzen aus der amerikanischen Studie sagte Dr. Dr. Angelika Hilbeck, leitende Wissenschaftlerin am Institut für Integrative Biologie in Zürich: »Wenn sich die Ergebnisse bei einer umfassenden Untersuchung bestätigen, ist Glyphosat, was Präsenz und Wirkungsdauer angeht, wohl zu einer allgegenwärtigen Chemikalie geworden. Diese Zahlen geben einen ersten Hinweis auf eine mögliche Akkumulation im menschlichen Körper, durch die Neugeborene eine erhebliche Dosis von synthetischen Chemikalien als ›Geschenk‹ für den Start ins Leben bekommen – mit ungewissen Folgen. Es ist ein rücksichtsloses und unverantwortliches Verhalten in einer demokratischen Gesellschaft, in der die Erinnerung an frühere rücksichtslose Fälle von Kontaminierung wie bei DDT noch lebendig ist.«

 

Menschen werden Glyphosat durch belastetes Essen, Wasser und Luft ausgesetzt, oftmals als Folge des Besprühens der Felder mit dem Herbizid. Das gilt nicht nur für ländliche Gebiete, in denen Roundup-resistente (»Roundup-Ready«) Gen-Pflanzen in großem Stil angebaut werden. Glyphosat-Herbizide werden auch in Städten eingesetzt, zur Unkrautbekämpfung an Straßenrändern, auf Bürgersteigen, in öffentlichen Parks und auf Schulhöfen. Und nicht zuletzt versprühen es auch viele Hausgärtner.

 

 

 


 

 


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