Samstag, 21. Januar 2017
30.03.2016
 
 

Studie sieht Verbindung zwischen Fettleibigkeit und schlechtem Erinnerungsvermögen

J. D. Heyes

Die Liste der Gesundheitsprobleme, die mit Fettleibigkeit in Verbindung gebracht werden, wird länger und länger. Offenbar können wir jetzt auch noch Erinnerungslücken mit auf die Liste setzen.

 

Fettleibige hätten ein schlechteres Erinnerungsvermögen als ihre dünneren Mitmenschen, zitiert die BBC aus einer kleinen, aktuellen Studie. Wissenschaftler führten Tests mit 50 Menschen durch, von denen bei einigen Fettleibigkeit diagnostiziert worden war. Dabei zeigte sich, dass Übergewicht in Verbindung mit einem schlechteren »episodischen Gedächtnis« zu stehen scheint, beziehungsweise mit der Fähigkeit, sich an frühere Erlebnisse zu erinnern.

 

Die Studie erschien im Magazin Quarterly Journal of Experimental Psychology und stellt die These auf, dass Überessen auch darin begründet sein kann, dass man sich an Einzelheiten kürzlich gegessener Mahlzeiten nicht mehr erinnern kann. Andere Aspekte des Gedächtnisses, beispielsweise das Allgemeinwissen, waren nicht betroffen.

 

In dem BBC-Artikel heißt es weiter:

»Frühere Tests an Ratten haben gezeigt, dass ein wachsender Taillenumfang mit schlechterem Abschneiden in Erinnerungstests einhergeht. Bei Menschen fielen die Untersuchungsergebnisse nicht eindeutig aus.

Bei den jüngsten Versuchen drehte es sich um das episodische Gedächtnis – das Videoband in Ihrem Kopf. Das episodische Gedächtnis erinnert sich an den Geruch einer Tasse Kaffee oder das Gefühl, jemanden an der Hand zu halten.«

Forscher untersuchten 50 Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI), der von 18, was als gesund gilt, bis 51 reichte, was als sehr fettleibig gilt. Jede Person nahm an einem Erinnerungstest teil, einer Art Schnitzeljagd, bei der man ganz alleine antritt. Die Personen wurden gebeten, Gegenstände, die zu bestimmten Zeiten und auf unterschiedlichen Computerbildschirmen gezeigt wurden, zu »verstecken«. Später fragten die Forscher die Personen, wann und wo sie welche Gegenstände versteckt hatten. Das Ergebnis: Fettleibige schnitten 15 Prozent schlechter ab als die normalgewichtigen Teilnehmer.

»Wir stellen die These auf, dass ein höherer BMI die Lebendigkeit der Erinnerung reduziert, aber es ist nicht so, als ob die Menschen einen Totalausfall hätten und an Amnesie leiden würden«, sagte Dr. Lucy Cheke von der Universität Cambridge der Website BBC News. »Aber wenn sie sich weniger stark an eine kurz zurückliegende Mahlzeit erinnern und sich das Essen weniger stark im Geist festgesetzt hat, dann sind sie später vielleicht auch weniger gut imstande, zu regulieren, wie viel sie essen.«

Wissenschaftler wissen: Hungerhormone spielen eine wichtige Rolle bei der Frage, wie viel wir bei einer Mahlzeit zu uns nehmen. Gleichzeitig wissen sie aber auch, welch zentrale Rolle dem Geist zukommt. Auch die Lebensmittelhersteller wissen das, was erklärt, warum sie ihre Produkte so vermarkten, wie sie es tun. Ein Beispiel: Wenn Menschen beim Abendessen fernsehen, essen sie mehr oder fühlen sich rascher wieder hungrig, wie Untersuchungen gezeigt haben. Und noch etwas haben Forscher herausgefunden: Menschen mit Amnesie essen über einen kürzeren Zeitraum hinweg häufiger Mahlzeiten.

»Es ist zu früh, irgendwelche Handlungsempfehlungen abzuleiten, aber wir fangen an, die Mechanismen zu erkennen, die die Fettleibigkeit selbst vorantreiben«, so Cheke. »Man soll sich auf sein Essen konzentrieren, das ist seit Langem die Botschaft. Wenn man übergewichtig ist, könnte sich das aber als ein wenig schwieriger erweisen.«

Cheke weiter: »Wenn wir erkennen, was passiert, können wir hoffentlich auch Methoden entwickeln, den Menschen zu helfen.«

 

In einem separaten Bericht meldete unterdessen die Website WorldLifeExpectancy.com, ein Gewichtsverlust könne die Gedächtnisfunktion verbessern.

 

Ein Bericht im Fachmagazin Surgery for Obesity and Related Diseases verweist auf eine Studie, derzufolge immer mehr für einen Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und diversen kognitiven Defiziten spricht, darunter auch Gedächtniseinbußen.

 

Der Studie zufolge trägt Fettleibigkeit nicht nur zu Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs und anderen Krankheiten bei, sondern blockiert auch diverse Abläufe im Stoffwechsel, die Einfluss darauf nehmen können, wie Menschen Informationen verarbeiten.

 

»Fettleibigkeit beeinflusst eine Reihe physiologischer Mechanismen, die sich negativ auf das Gehirn auswirken können«, sagte John Gunstad von der Universität Kent State, einer der Autoren der Studie.

 

Die Untersuchungen wurden an Menschen mit einem Durchschnittsgewicht von 300 Pfund durchgeführt, aber der Faktor im Bereich der Fettleibigkeit, der zu Gedächtniseinbußen führt, ist an Gewichtsverlust gekoppelt. Das bedeutet, er kann die Funktion des Gedächtnisses auch verbessern!

 

Menschen, die 20, 25 Pfund abnehmen können, sollten rasch denselben gesundheitlichen Nutzen verspüren wie Menschen, die einen Magenbypass hinter sich haben, sagte Gunstad.

 

 


Wie ein kaum bekanntes Vitamin Ihr Leben retten kann

Millionen von Menschen nehmen für die Gesundheit ihrer Knochen Ergänzungsmittel mit Vitamin D und Calcium ein. Neue Forschungen haben jedoch ergeben, dass dies die Gefahr von Herzinfarkten und Schlaganfällen sogar noch vergrößert, da überschüssiges Calcium sich in den Arterien ablagert.

Mehr...


 

.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Walking ist gut, aber noch besser ist Intervalltraining

Julie Wilson

Wenn es um sportliche Betätigung geht, kann man seinem Körper kaum etwas Besseres tun, als ihn immer wieder an seine Grenzen zu führen, und sei es nur für ein paar Minuten pro Woche. Hochintensives Intervalltraining (HIIT), starke körperliche Anstrengung über eine sehr kurze Zeit hinweg, gefolgt von kurzen Ruhepausen – effektiver kann man  mehr …

Zucker und Fette sind Gift für Ihr Gehirn

David Gutierrez

Die Beweise mehren sich: Westliche Ernährung mit ihrem hohen Anteil an Zucker und Fetten kann Gehirnschäden verursachen. Sie hat zur Folge, dass das Gehirn nicht mehr so gut steuern kann, wann und wie viel wir essen. Das geht aus einem Artikel hervor, den Terry Davidson und Camille Sample von der American University im Magazin The Conversation  mehr …

Diese fünf einfachen Strategien verhindern, dass Sie zu viel essen

Jennifer Lea Reynolds

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Menschen in den USA ­– etwa ein Drittel aller Erwachsenen und 17 Prozent der Jugendlichen – stark übergewichtig sind. Von Adipositas oder Fettleibigkeit spricht man laut WHO, wenn der Körpermasseindex (BMI) einen Wert vom 30 kg/m2 erreicht. In der Öffentlichkeit sieht man viele Menschen, deren Hüftfett über  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Walking ist gut, aber noch besser ist Intervalltraining

Julie Wilson

Wenn es um sportliche Betätigung geht, kann man seinem Körper kaum etwas Besseres tun, als ihn immer wieder an seine Grenzen zu führen, und sei es nur für ein paar Minuten pro Woche. Hochintensives Intervalltraining (HIIT), starke körperliche Anstrengung über eine sehr kurze Zeit hinweg, gefolgt von kurzen Ruhepausen – effektiver kann man  mehr …

Die zehn besten Lebensmittel gegen das Altern

Sarah Landers

Im Kampf gegen das Altern kann man keinen besseren Arzt an seiner Seite haben als Mutter Natur. Fast jeden Tag erscheint eine neue Studie oder ein neuer Bericht, der belegt, wie wirksam natürliche Lebensmittel sein können, wenn es darum geht, Krankheiten zu heilen, die allgemeine Gesundheit zu stärken, fitter zu bleiben und länger gesund.  mehr …

Diese fünf einfachen Strategien verhindern, dass Sie zu viel essen

Jennifer Lea Reynolds

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Menschen in den USA ­– etwa ein Drittel aller Erwachsenen und 17 Prozent der Jugendlichen – stark übergewichtig sind. Von Adipositas oder Fettleibigkeit spricht man laut WHO, wenn der Körpermasseindex (BMI) einen Wert vom 30 kg/m2 erreicht. In der Öffentlichkeit sieht man viele Menschen, deren Hüftfett über  mehr …

Zucker und Fette sind Gift für Ihr Gehirn

David Gutierrez

Die Beweise mehren sich: Westliche Ernährung mit ihrem hohen Anteil an Zucker und Fetten kann Gehirnschäden verursachen. Sie hat zur Folge, dass das Gehirn nicht mehr so gut steuern kann, wann und wie viel wir essen. Das geht aus einem Artikel hervor, den Terry Davidson und Camille Sample von der American University im Magazin The Conversation  mehr …

Werbung

Cannabis als Medizin

Hanf: das erstaunliche Heilpotenzial einer uralten Nutzpflanze

Die Verwendung von Hanf als Nutz- und Heilpflanze hat eine lange Tradition. Seit mehr als 12 000 Jahren liefert die Cannabis-Pflanze den Menschen Nahrung, Textilfasern und Arzneien. Kaum eine andere Pflanze wurde so häufig in fast allen Kulturen und zu fast allen Zeiten angebaut. Heutzutage wird Cannabis hauptsächlich als Rauschmittel wahrgenommen. In Vergessenheit geraten ist Hanf als alternatives und wirkungsvolles Heilmittel bei vielen Krankheiten.

mehr ...

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Die Fett-weg-Bibel

Sie möchten jedes unerwünschte Gramm Körperfett loswerden? So geht's!

Sind Sie Ihr schwabbeliges Aussehen leid und möchten endlich rank, schlank und straff dastehen? Wollen Sie endlich Kleidung tragen, die Ihren Körper betont, anstatt ihn zu verhüllen? Raufen Sie sich frustriert die Haare, weil Sie immer wieder scheitern, wenn Sie versuchen, ein paar Pfunde loszuwerden? Dann ist es Zeit, sich von all diesen Problemen zu verabschieden - und zwar für immer!

mehr ...

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Wunderwurzel Kurkuma

Die Wunderknolle mit der großen Wirkung

Kurkuma, hierzulande auch Gelbwurz genannt, wird schon in den uralten Sanskrit-Schriften der Ayurveda-Lehre erwähnt. Sie gilt dort als heißes, aber trotzdem leichtes und trockenes Gewürz mit reinigender und energiespendender Kraft. Auch die antiken Griechen schätzten die magische Knolle aus Indien. Dann geriet die Heilpflanze im Zuge der modernen Pharmazie erst einmal in Vergessenheit, doch mittlerweile feiert sie eine beachtliche Renaissance. Zu keiner anderen Heilpflanze gibt es so viele wissenschaftliche Studien wie zu Kurkuma.

mehr ...

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.