Donnerstag, 8. Dezember 2016
10.02.2016
 
 

Soja: Die ganze Wahrheit über ein beliebtes Nahrungsmittel

Janne Jörg Kipp

Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Kaayla T. Daniel, in den USA als »The Whole Nutritionist« sehr bekannt, hat ein Buch vorgelegt, das einen Irrglauben entzaubert, dem viele von uns erlegen sind. Soja ist kein wertvolles Nahrungsmittel. Die Sojaindustrie vornehmlich aus den USA hat sehr erfolgreich viele Menschen an der Nase herumgeführt. Ein ungemein wichtiger und aufrüttelnder Enthüllungsbericht.

 

Vor mir liegt ein Buch, das zu den wichtigsten der vergangenen Jahre zählen dürfte. Mehr als 450 Seiten stark. 30 Kapitel, eines erschütternder als das andere. Dr. Kaayla T. Daniel, die bekannte Ernährungswissenschaftlerin und -beraterin aus den USA, hat einen Meilenstein gesetzt. Soja, erfahre ich unmissverständlich, ist ein minderwertiges Nahrungsmittel, das die Industrie uns allen als wertvoll verkaufen wollte. Zu Unrecht, und deshalb empfehle ich dieses Buch allen, die Wert auf ihre Ernährung legen. Es sollte in keinem Haushalt fehlen.

 

Worum geht es? Soja gilt oder galt bislang als die »gesunde Alternative zu Fleisch«. Es liefert Protein für viele »hungernde Menschen«, dient als Muttermilchersatz, findet sich in zahlreichen Haushalten in Form von Tofu und wendet sich an die Kostenbewussten unter uns. Kurz, ein Wundernahrungsmittel mit einem bedeutenden Schönheitsfehler: Es fördert schlicht das Wachstum einer Branche, die außergewöhnlich erfolgreich ist, die Sojabohnen erzeugende und verarbeitende Industrie. Und die hat faktisch alle Kommunikationswege so besetzt, dass die frohe Botschaft uns seit Jahrzehnten erreicht.

 

Der Siegeszug begann 1975. »Von den ärmeren Bevölkerungsschichten wird ein Produkt am schnellsten akzeptiert, wenn sie sehen, dass es sich aus eigener Kraft auf dem Markt der Wohlhabenderen durchsetzt«, erkannte die Sojaindustrie damals. Also musste man sich an die etwas kaufkräftigere Kundschaft wenden, die sich nicht nur ernähren möchte, sondern Gesundheit sucht. Soja, so hieß es fortan, hilft gegen Herzkrankheiten, Krebs, beseitigt Hitzewallungen, festigt die Knochen und hält den Essenden jung. Also all das, was wir uns vom Leben wünschen könnten.

 

Die zweite Säule der künftigen Propaganda, erfahren wir aus dem Buch der Wissenschaftlerin Kaayla T. Daniel, ist die Forschungsfinanzierung. Gerade in den USA sorgt privates Kapital in vielen Fällen für die passende Forschung. So auch hier: »Angesehene Universitätsprofessoren (verteufelten) die Konkurrenz – Fleisch, Milch, Käse, Butter und Eier – gnadenlos.« Dies dürfte Ihnen bekannt vorkommen.

 

Hochglanzmagazine, alternative Newsletter, Internetberichte, Interviews in Frauenzeitschriften, so ziemlich alle Medien wurden über Jahre zur Plattform für die wichtige Botschaft: Soja ist gesund. Soja macht uns gesund. Soja ersetzt in allen möglichen Formaten bis hin zum Sojabrot die schlechten Lebensmittel, die uns krank machen. Soja schaffte es auch in diverse Diätrezepte und -programme. Sojazusätze, erläutert das Buch von Kaayla T. Daniel, senkt den Fettgehalt von Lasagne oder Hamburgern beispielsweise auf weniger als 30 Prozent der Gesamtkalorienmenge. Weniger Fett und Cholesterin dank Soja, dies ist die scheinbar gute Botschaft.

 

Förderlich bei der Propaganda war die berühmte und auch schon berüchtigte Lebens- und Arzneimittelbehörde Food an Drug Administration (FDA), die schon zahlreiche Patente an den Markt brachte, nachdem die Industrie nur intensiv genug drängelte. 1998 also gab die Behörde grünes Licht. Fortan wurden gesundheitsbezogene Aussagen zu Soja zugelassen. Ein Durchbruch für die Gesundheitspropaganda.

 

So schaffte es die Sojaindustrie, sich weltweit breit zu machen. Forschungsprojekte, so ein Kommentar zu den Ergebnissen der Autorin, verwandelten sich einfach in Werbetexte und Zeitungsartikel. Anwaltskanzleien kümmerten sich um die politische Lobby. Im Ausland finanzierte der Internationale Währungsfonds Sojabetriebe, die nebenher traditionelle Nahrungsmittelunternehmen verdrängten. Und schließlich sorgten und sorgen die Freihandelsabkommen dafür, dass die Sojaerzeugnisse auch nicht mehr verdrängt werden können und Sojabohnenüberschüsse aus den USA in Europa oder Asien aufgenommen werden müssen.

 

Gewagte Behauptungen, könnte man meinen. Denn Soja ist doch möglicherweise dennoch gesund. Obwohl die Nahrungsmittelindustrie so viel Kraft darauf verwendet, die Wunderbohnen weltweit anzupflanzen, zu verarbeiten und schließlich andere Nahrungsmittel und deren Produzenten zu vertreiben. Ist Soja vielleicht doch ein Grundnahrungsmittel? Wird Soja nicht etwa in Asien als Ersatz für andere Nahrungsmittel verwendet?

 

Die Autorin räumt auf. Dies ist eines der vielen Mythen. Tatsächlich machen Sojalebensmittel nur etwa 1,5 Prozent der Kalorienaufnahme in der chinesischen Bevölkerung aus. 65 Prozent stammen, so erfahren wir, aus Schweinefleisch. Und wer genau hinsieht, wird feststellen, dass es in Asien keine Sojawürste gibt, keine Sojabürger und keine hühnerfleischähnlichen Sojabratlinge. Und dennoch:

 

Soja ist billig. Deshalb kam es in den Westen. Produziert und verarbeitet von einem bekannten Unternehmen, das die meisten von uns bereits mit Konsum beglückt haben. John Harvey Kellogg hat in »Flugschriften, Büchern und vom Rednerpult« aus gegen den Fleischkonsum gekämpft. Und Soja propagiert. Er wurde bekanntermaßen zum Cornflakes-König. So kam Soja – in den USA – in den Westen. In Europa übernahmen Hitler und Mussolini die Einführung (fast) höchstselbst. Aus demselben Grund vermutlich, die Sojabohne ist schlicht billig. In Italien findet sich das minderwertige Nahrungsmittel in der Polenta.

 

Angefeuert durch großartige Erfolge in Europa übernahm bald auch die Kommunistische Partei in der Sowjetunion das Wundermittel. Sojaeiweiß oder Sojamargarine wurden zu Schlagern im Ernährungsprogramm. Die Argumente überzeugen, sodass schließlich auch Fidel Castro in Kuba dazu überging, Sojaernährung zu propagieren. Legendär sind Sojajoghurt sowie Sojagetränke, die kleinere Kinder kostenfrei bekamen. Kurz und gut: Dr. Kaayla zeichnet das Bild eines billigen Fleischersatzes.

 

Deshalb ist Soja so beliebt. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass Sie die »ganze Wahrheit über Soja« erfahren. In einzelnen Abschnitten sehen Sie, was Soja ist. Was Soja anrichtet und woher Soja kommt. Kapitel wie »Das Sojakomplott«, »Die Babynahrungs-Katastrophe«, »Insiderinfos: Sojaprotein« oder eines meiner Lieblingskapitel »Sojafett: Verkürzte Lebensdauer«.

 

Leichthändig erklärt die Autorin auch Laien, mit welchen biochemischen Prozessen sie rechnen müssen. Sie erfahren von Lektinen (»Die große Verklumpung«) oder »Saponinen« (»Seife im Mund«). Giftiges Aluminium oder giftiges Fluroid, giftiges Mangan oder Soja-Kohlenhydrate – hier spart Dr. Kaayla nichts aus.

 

Sehr praktisch wird es wiederum in den abschließenden Kapiteln. Säuglingsnahrung, die schon bei den Babys für spätere Empfängnisverhütung sorgt, Soja und das Fruchtbarkeitsproblem, Soja und Krebs, ein Abschnitt, in dem ganz besonders große Lügen aufgedeckt werden, oder der sogenannte »Jodfaktor«, der Schilddrüsenerkrankungen hervorruft. Hier erfahren Sie viel über den – wie es im hintersinnigen Wortspiel heißt – »(r)eingelegten Erwachsenen«.

 

Die »ganze Wahrheit« ist schockierend. Ein Buch, das sehr wichtig ist.

 

 

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