Sunday, 31. July 2016
21.01.2014
 
 

Die Wahrheit über Séralinis Ratten-Tumor-GVO-Studie bricht sich Bahn

Jon Rappoport

Erinnern Sie sich an einen Wissenschaftler namens Gilles-Éric Séralini, seine GVO-Studie von 2012 und die Kontroverse, die darüber entbrannte? Séralini fütterte Ratten mit GVO, konkret mit Monsantos Roundup-resistentem (RoundupReady) Mais, und die Tiere entwickelten Tumoren. Einige starben. Die Studie wurde in der Zeitschrift Food and Chemical Toxicology veröffentlicht. Medien brachten Bilder der Ratten.

Es hagelte Kritik von der Biotech-Industrie. Der Druck stieg. »Experten« behaupteten, die Studie sei grob unwissenschaftlich, die angewendeten Methoden unprofessionell, und überhaupt sei Séralini von Beginn an gegen GVO voreingenommen gewesen. Monsanto gefiel Séralini überhaupt nicht. Die Zeitschrift, die Séralinis Studie veröffentlicht hatte, knickte ein und zog sie zurück.

Warum? Nicht etwa, weil Séralini etwas Unethisches getan hätte, nicht, weil er Material plagiiert hätte, nicht, weil er in irgendeiner Weise unehrlich gewesen wäre, sondern weil er Ratten verwendete, die (angeblich) eine angeborene Neigung zur Entwicklung von Tumoren zeigten (den Sprague-Dawley-Stamm), und weil er zu wenig Ratten verwendete (zehn). Das ist alles, das waren seine Fehler.

 

Und stellen Sie sich vor – acht Jahre vor Séralini hatte auch Monsanto eine Ratten-Tumor-GVO-Studie durchgeführt und in derselben Zeitschrift veröffentlicht. Monsantos Studie ergab, dass bei den Ratten kein Problem mit Tumoren bestand. Und der eigentliche Clou dabei ist: Monsanto verwendete genau denselben Rattenstamm wie Séralini und auch genauso viele Ratten (zehn). Und niemand beschwerte sich darüber.

 

In einem Interview mit Steve Curwood auf loe.org erklärt Michael Hansen, leitender Wissenschaftler der Verbraucherschutzorganisation Consumer’s Union (den ganzen Artikel können Sie hier nachlesen):

»Nun, im Wesentlichen führte Dr. Séralini dieselbe Fütterungsstudie durch, die Monsanto acht Jahre zuvor durchgeführt und in derselben Zeitschrift veröffentlicht hatte. Und in dieser Studie verwendeten sie [Monsanto] genauso viele Ratten und denselben Rattenstamm. Und sie kamen zu dem Schluss, es gebe kein Tumor-Problem. Plötzlich aber, acht Jahre später, wenn jemand [Séralini] dasselbe Experiment durchführt, nur eben über zwei Jahre statt nur über 90 Tage, und die Daten zeigen, dass es Probleme gibt, dann ist die Zahl der Ratten plötzlich zu gering? Nun, wenn sie zu gering ist, um zu zeigen, dass es ein Tumor-Problem gibt, wäre sie dann nicht auch zu gering, um zu zeigen, dass es kein Problem gibt? Sie haben bereits gesagt, eine größere Studie sei nötig, und es stellt sich heraus, dass die Europäische Kommission drei Millionen Euro ausgibt, um die Séralini-Studie zu wiederholen, über zwei Jahre, aber mit 50 oder mehr Ratten, um dabei die Kanzerogenität zu prüfen. Sie werden also tatsächlich die volle Krebsstudie durchführen, ein Hinweis darauf, dass Séralinis Arbeit wichtig war, denn man würde doch keine Nachuntersuchung für drei Millionen Euro durchführen, wenn es eine völlig wertlose Studie war.«

 

Rumms.

 

Ich höre die Monsanto-Schurken schon schnattern: »Nun, wir von der Biotech-Industrie haben unsere Studie veröffentlicht. Wir haben zehn Ratten verwendet und zwar vom Sprague-Dawley-Stamm. Und das war in Ordnung, insbesondere, da unsere Studie ergab, dass GVO sicher waren. Aber dann kommt dieser Séralini daher und führt dieselbe Studie durch, mit derselben Art und derselben Zahl an Ratten und entdeckt Tumore. Das ist nicht in Ordnung. Das ist sehr schlecht. Er … er … verwendete die falschen Ratten … ja … und zu wenig Ratten. Er ist ein Fälscher. Ich meine, wir haben dieselbe Art und dieselbe Zahl von Ratten verwendet, aber als wir das Experiment durchführten, waren wir GUT und Séralini war SCHLECHT. Verstehen Sie?«

 

Ja, der Nebel hebt sich und die Dinge werden deutlich erkennbar.

 

 

 

 


 

 

 

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