Friday, 26. August 2016
30.07.2014
 
 

Amerikanische Studie zeigt: Synthetische Vitamine in »angereicherten« Frühstücksmüslis sind schädlich für Kinder

Jonathan Benson

Frühstücksmüslis, die mit synthetischen Vitaminen wie Zink, Niacin und Vitamin A »angereichert« sind, können für Kinder schädlich sein. Das besagt ein neuer Bericht der US-Umwelt- und Verbraucherorganisation Environmental Working Group (EWG). Nach Angaben von Forschern der Organisation enthalten viele Müslis, Müsliriegel und andere Frühstücksprodukte, die für Kinder vermarktet werden, hohe Anteile von synthetischen Vitaminen, die langfristig lebenswichtige Organe und das Immunsystem schädigen können.

 

Bei der Untersuchung wurde vor allem nach den drei erwähnten Zusätzen Ausschau gehalten, die den Frühstücksmüslis als synthetische Produkte zugegeben werden. Die Autoren wollten wissen, wie die Hersteller sie einsetzen. Dafür untersuchten sie die Nährstoffangaben von 1556 Frühstücksmüslis und 1025 Snack- und Energieriegeln, um den Gehalt an Vitamin A, Zink und Niacin zu ermitteln und die Werte mit der empfohlenen Tagesdosis zu vergleichen.

 

Sie stellten fest, dass 114 Müslisorten mit Vitamin A, Zink oder Niacin – oder allen drei gleichzeitig – angereichert waren, und zwar in Mengen, die um 30 Prozent über der empfohlenen Tagesdosis lagen. 27 Snack- und Energieriegel enthielten dieselben Nährstoffe in einer Konzentration von 50 Prozent über der empfohlenen Tagesmenge.

 

Isolierte synthetische Vitamine können die Nährstoffabsorption beeinträchtigen

 

Das ist ein Problem, denn jeder dieser wichtigen Nährstoffe birgt Gefahren für die Gesundheit, wenn er in synthetischer Form konsumiert wird. Zu viel synthetisches Vitamin A beispielsweise kann potenziell zu Leberschäden, Skelettabnormitäten, schuppender Haut und/oder Haarausfall führen. Und zu viel synthetisches Zink kann die Absorption von bioverfügbarem Kupfer hemmen, das für ein funktionierendes Immunsystem wichtig ist.

 

Die gleichen Nährstoffe, die von Natur aus in vollwertigen Nahrungsmitteln gefunden werden, sind völlig harmlos. Werden sie jedoch im Labor hergestellt und industriell erzeugten Lebensmitteln zugegeben, denen ihr natürlicher Nährstoffgehalt entzogen wurde – fertiges Frühstücksmüsli ist ein perfektes Beispiel dafür – kann die Wirkung ganz anders sein.

 

»Lebensmittelhersteller reichern ihre Produkte oft mit großen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen an, damit ihre Produkte nährstoffreicher wirken und sich besser verkaufen«, erklärt der EWG-Bericht. »Angereicherte Frühstücksmüslis sind meistens die Ursache des übermäßigen Verzehrs, weil alle drei Nährstoffe den Lebensmitteln in Mengen zugegeben werden, die für Erwachsene, nicht für Kinder, berechnet sind«.

 

Vitamine in vollwertigen Nahrungsmitteln sind auch in großen Mengen sicher

 

Der EWG-Bericht unterscheidet zwar nicht eindeutig zwischen vollwertigen, nahrungsmittelbasierten Vitaminen und den chemischen Nachahmern, die industriell verarbeiteten Lebensmitteln häufig zugegeben werden, aber die Rechnung belegt eindeutig, dass synthetische Vitamine ein Problem darstellen. Ihnen fehlen die notwendigen Cofaktoren, um richtig verstoffwechselt zu werden. Deshalb belasten synthetische Vitamine den Körper in der Regel eher, als das sie ihn nähren.

 

»Ein zu hoher Konsum von angereicherten Nährstoffen ist das Ergebnis skrupellosen Marketings, fehlerhafter Kennzeichnung und einer überkommenen Anreicherungs-Politik«, heißt es im EWG-Bericht weiter. »Das derzeitige System der Nährstoff-Angaben gefährdet die Gesundheit von Kindern und muss dringend reformiert werden.«

 

Den EWG-Bericht können Sie in voller Länge (auf Englisch) hier nachlesen .

 

Um es noch einmal zu betonen: Diese Erkenntnisse beziehen sich auf synthetische Vitamine, die übermäßig industriell verarbeiteten Lebensmitteln zugegeben werden, nicht auf vollwertige Nahrungsmittel, die von Natur aus vitaminreich sind. Die Ergebnisse beziehen sich auch nicht auf Vitamin-Ergänzungsmittel, die aus vollwertigen Nahrungsmitteln gewonnen werden und keine synthetischen Chemikalien enthalten.

 

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

EWG.org

USAToday.com

EWG.org [PDF]

NaturalNews.com

 

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Leser-Kommentare (3) zu diesem Artikel

30.07.2014 | 23:12

Jemand

Zwar sollte man tatsächlich über die gesundheitlichen Effekte vom Konsum angereicherter Lebensmitteln sprechen, aber nirgendwo im Artikel und den angegebenen Links bestätigt sich die effekthaschende Überschrift. Es gibt bisher keine Studie, die die gesundheitlichen Auswirkungen untersucht hat. Es gibt hier nur Überlegungen zur Menge der angereicherten Stoffe in Lebensmitteln, und diese basieren auf dem Tolerable Upper Intake Level, der sich leicht von den Empfehlungen der FDA...

Zwar sollte man tatsächlich über die gesundheitlichen Effekte vom Konsum angereicherter Lebensmitteln sprechen, aber nirgendwo im Artikel und den angegebenen Links bestätigt sich die effekthaschende Überschrift. Es gibt bisher keine Studie, die die gesundheitlichen Auswirkungen untersucht hat. Es gibt hier nur Überlegungen zur Menge der angereicherten Stoffe in Lebensmitteln, und diese basieren auf dem Tolerable Upper Intake Level, der sich leicht von den Empfehlungen der FDA unterscheidet. Die hier zitierte EWG unterscheidet nicht zwischen synthetischen und natürlichen Vitaminen, und die toxischen Effekte können in beiden Fällen auftreten. Ebenso handelt es sich nicht um Vitamin A, sondern meist Beta Carotin, welches in keiner Dosis toxisch ist. Es gibt afaik bisher keine bekannten Vorfälle von Niacin, Zink oder Vitamin A -Vergiftung bei Kleinkindern in den USA. Unabhängig von den potentiellen Problematiken ist Schaden also bisher nicht bewiesen. Diese "News" ist als News nur Effekthascherei und allenfalls wertvoll, um eine Diskussion über das Thema anzustoßen, doch handfeste Resultate einer "amerikanischen Studie" gibt es einfach nicht.


30.07.2014 | 12:09

shania

Endlich mal einer, der zwischen synthetisch hergestellten Vitaminen und Mineralstoffen deutlich unterscheidet. Das wird ja immer so gerne in den Mainstreammedien unterschlagen. Da werden Studien mit synthetischen Vitaminen durchgeführt, in denen dann festgestellt wird, dass diese Vitamine überhaupt nichts bewirken. Aber man darf nicht glauben, dass hier mit einem Sterbenswörtchen erwähnt wird, dass es sich ausschließlich um synthetische Vitamine gehandelt hat. Ganz zu schweigen...

Endlich mal einer, der zwischen synthetisch hergestellten Vitaminen und Mineralstoffen deutlich unterscheidet. Das wird ja immer so gerne in den Mainstreammedien unterschlagen. Da werden Studien mit synthetischen Vitaminen durchgeführt, in denen dann festgestellt wird, dass diese Vitamine überhaupt nichts bewirken. Aber man darf nicht glauben, dass hier mit einem Sterbenswörtchen erwähnt wird, dass es sich ausschließlich um synthetische Vitamine gehandelt hat. Ganz zu schweigen davon, dass diegleichen Studien mit natürlichen Vitaminen durchgeführt werden. So etwas nennt man Betrug. Das ist ebenso ein Verbrechen an unseren Kindern.


30.07.2014 | 09:01

Livia

Früher gab es diese fertigen Mischungen überhaupt nicht, sondern nur eine Tüte Haferflocken - ganz zu schweigen von irgendwelchen Riegeln! Wenn man irgendeine Industrie an eine Sache läßt wird sie sie verderben und umweltunfreundlich machen. Das Obst hat man sich selber in die Haferflocken geschnippelt - oder eben den Klechs selbsteingekochte Marmelade hinzu - da wußte man genau was man zuvor hineingetan hatte. Aber man brauchte für diese Arbeiten eine Vollzeithausfrau - und...

Früher gab es diese fertigen Mischungen überhaupt nicht, sondern nur eine Tüte Haferflocken - ganz zu schweigen von irgendwelchen Riegeln! Wenn man irgendeine Industrie an eine Sache läßt wird sie sie verderben und umweltunfreundlich machen. Das Obst hat man sich selber in die Haferflocken geschnippelt - oder eben den Klechs selbsteingekochte Marmelade hinzu - da wußte man genau was man zuvor hineingetan hatte. Aber man brauchte für diese Arbeiten eine Vollzeithausfrau - und leider darf diesen wunderbaren Beruf keine Frau mehr ausüben! Weshalb eigendlich nicht???

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