Tuesday, 27. September 2016
18.02.2014
 
 

Pflanzenschutzmittel sind bis zu 1000 Mal giftiger als ihre auf Sicherheit getesteten aktiven Inhaltsstoffe

Jonathan Benson

Dem Universitätsgelehrten, dessen umstrittene Studie die krebsverursachende Wirkung des gentechnisch veränderten (GV) Bt-Maises und des Unkrautvernichters Roundup (Glyphosat) von Monsanto belegte, ist eine neue bahnbrechende Entdeckung gelungen. Dieses Mal geht es um die unterschätzte Toxizität von Pflanzenschutzmitteln im Allgemeinen.

Wie Professor Gilles-Éric Séralini und sein Team von der französischen Universität Caen vor Kurzem entdeckten, sind die allermeisten Pflanzenschutzmittel auf dem Markt weit giftiger als man uns allen bisher weisgemacht hat. Es stellt sich heraus, dass die »inaktiven« Inhaltsstoffe die angeblich harmlosen Präparate um das Hundert- wenn nicht gar Tausendfache giftiger machen als die zugelassenen aktiven Inhaltsstoffe.

In der brisanten Studie, die in der expertenbegutachteten Zeitschrift BioMed Research International (BRI) veröffentlicht wurde, untersuchte Prof. Séralini neun Pflanzenschutzmittel, die Landwirten derzeit zur Verfügung stehen. Acht dieser neun Pestizide, also fast 90 Prozent, erwiesen sich nach den vorliegenden Daten als deutlich giftiger als staatliche Behörden auf der Grundlage der Bewertung ihrer aktiven Inhaltsstoffe allein angenommen hatten.

 

Genauso wie die Impfstoffe enthalten praktisch alle Pflanzenschutzmittel so genannte »inaktive« oder »inerte« Inhaltsstoffe, die als Wirkungsverstärker agieren und die Gesamtwirksamkeit ihrer primären aktiven Inhaltsstoffe erhöhen. In der Praxis ging man automatisch davon aus, diese unbedeutenden Zutaten wären sicher. Deshalb werden sie von den zuständigen Behörden im Rahmen des Zulassungsprozesses in der Regel gar nicht erst getestet.

 

Doch in fast allen Fällen stellten sich die getesteten Pflanzenschutzmittel als um Größenordnungen giftiger heraus als ihre aktiven Inhaltsstoffe. Der Grund dafür sind die vielen »inaktiven« Zusätze, die die Zulassungsbehörden regelmäßig unberücksichtigt lassen. In mindestens einem Fall zeigte sich, dass ein Pflanzenschutzmittel 1000 Mal giftiger war als der aktive Inhaltsstoff allein.

»Pestizide enthalten Zusatzstoffe, die von den Herstellern oftmals geheim gehalten und als inert bezeichnet werden, plus ein deklariertes Wirkprinzip, das normalerweise isoliert getestet wird«, heißt es im Abstract der Studie. »Vor allem aber waren acht von neun Präparaten mehrere Hundert Mal giftiger als ihr aktives Wirkprinzip.«

 

Roundup erwies sich als das giftigste Pflanzenschutzmittel auf dem Markt

 

Wenig überraschend erwies sich Roundup, der berüchtigte Unkrautvernichter-Cocktail von Monsanto, bei der Studie als das giftigste Pflanzenschutzmittel. Roundup, das nur so strotzt vor toxischem Glyphosat, das mit Geburtsschäden, Hormonstörungen, Krebs und anderen Krankheiten in Verbindung gebracht wird, erwies sich als exponentiell toxischer als das Glyphosat allein.

 

Das ist ein echtes Problem, denn der geltende Rahmen für die Bestimmung der duldbaren täglichen Aufnahme für Pflanzenschutzmittel beruht ausschließlich auf der angenommenen Toxizität ihrer isolierten aktiven Inhaltsstoffe und nicht der der Pflanzenschutzmittel, als die sie tatsächlich verkauft werden. Die Folge ist, dass die allgemeine Bevölkerung über die Umwelt und über die Nahrungskette substanziell mehr Giften ausgesetzt ist, als man sich je hätte vorstellen können.

 

»Die tatsächliche Toxizität von Pestiziden, die in der intensiven Landwirtschaft zum Einsatz kommen, ist Landwirten, Politikern und Bürgern bisher vorenthalten worden«, betonte Professor Séralini nach der Veröffentlichung seiner Studie. »Wissenschaftliche Experten in Gesundheitsbehörden sind gefordert, das Zulassungssystem zu überarbeiten, um Pestizide realistischer zu bewerten. Nichts zu tun bedeutet im besten Fall Leugnung der Kenntnis und schlimmstenfalls eine Gefährdung von Menschenleben.«

 

Die Website GMWatch.org hat eine Besprechung von Prof. Séralinis neuer Studie eingestellt (in englischer Sprache). Dort finden Sie auch das Abstract der Zeitschrift BRI.

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

GMWatch.org

FoodNavigator.com

NaturalNews.com

 

 

 

 

 


 

 

 

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