Saturday, 1. October 2016
15.02.2013
 
 

Virale Gene in kommerziellen Gen-Feldfrüchten gefunden

Jonathan Benson

Erst vor wenigen Monaten hat eine inzwischen berühmte Studie ergeben, dass der gentechnisch veränderte Mais NK603 der Firma Monsanto bei Säugetieren ernsthafte Organschäden und Tumoren verursacht. Nun zeigt eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass die meisten heute kommerziell genutzten GVO ein verstecktes virales Gen enthalten, das für den menschlichen Verzehr nicht sicher scheint.

Unter dem Titel Possible consequences of the overlap between the CaMV 35S promoter regions in plant transformation vectors used and the viral gene VI in transgenic plants (Mögliche Folgen der Überlappung zwischen den CaMV-35S-Promotor-Regionen in verwendeten Pflanzen-Transformationsvektoren und dem viralen Gen VI bei transgenen Pflanzen) zeigt der Bericht,

dass 54 der 86 zurzeit für den Anbau zugelassenen Gen-Pflanzen – das sind immerhin 63 Prozent – ein merkwürdiges virales Gen, das so genannte »Gene VI« enthalten, das nach Erkenntnissen der Wissenschaftler die normale Funktion der Feldfrüchte verändert.

 

Diese Veränderung gibt es in den meisten der kommerziell angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen, darunter die Maissorten NK603 und MON810 sowie Roundup-resistente Sojabohnen, alles Produkte der Firma Monsanto. Forscher haben entdeckt, dass dieses Schurken-Gen unbeabsichtigte phänotypische Veränderungen bewirken kann, die in Organismen zu schwerwiegenden physischen und biochemischen Mutationen führen.

 

»Im Rahmen der Analyse zur Identifizierung potenzieller Allergene in gentechnisch veränderten Feldfrüchten hat die EFSA erst spät entdeckt, dass die am häufigsten verwendete Gen-Frequenz in kommerziellen GVO auch ein größeres Fragment eines viralen Gens enthält«, erklärt Independent Science News (ISN) die Entdeckung.

 

Auf der Grundlage früherer Untersuchungen der Verbindung zwischen viralen Genen und Pflanzen und der menschlichen Gesundheit weckt diese neue Entdeckung ernsthafte Sorgen über die Sicherheit von heute erzeugten GVO. Virale Gene schalten den Wirtsorganismus so weit aus, dass Krankheitserreger eindringen können; ihr Auftreten in der von GVO belasteten Nahrungskette stellt deshalb für die Gesundheit von Pflanzen und Menschen eine ernsthafte Bedrohung dar.

 

Gene VI, der »rauchende Colt«, der belegt, dass GVO nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind

 

Bisher hat die Biotech-Industrie stets behauptet, die GVO seien mit natürlichen Organismen praktisch identisch, es gebe bei der Verarbeitung im Körper des Menschen keine strukturellen und funktionellen Unterschiede zwischen gentechnisch veränderten und natürlichen Feldfrüchten. Das erweist sich nun angesichts des Gene VI in den meisten GVO als Märchen.

 

Da natürliche Feldfrüchte das Gene VI nicht enthalten, sind sie nicht wie die gentechnisch veränderten Sorten anfällig für Virusinfektionen. Laut der Analyse von ISN über die Funktion von Gene VI erleichtert der Gendefekt nicht nur, dass sich potenziell tödliche Viren im Pflanzengewebe ansammeln, sondern er unterdrückt auch die natürliche Abwehr gegen Krankheitserreger. Dadurch werden die Feldfrüchte und potenziell auch die Menschen, die sie verzehren, anfälliger für Krankheiten.

 

Gene VI macht transgene Pflanzen praktisch schutzlos gegen pathogene und virale Eindringlinge; man nimmt an, dass es in den betroffenen Feldfrüchten eine anormale Genexpression verursacht. Das bedeutet nichts anderes, als dass die gesamte Gensequenz einer Pflanze durch Gene VI mutieren kann, was in der Pflanzenzelle zu willkürlicher Proteinbildung, zu einer willkürlichen Genexpression im gesamten Organismus und sogar zu Wachstumsstörungen führt.

 

Wissenschaftlern ist das Vorliegen von ähnlichen viralen Genen in GVO seit Jahren bekannt, sie haben jedoch niemals genau erläutert, wie sich diese Gene und die durch sie verursachten massiven genetischen Veränderungen auf die menschliche Gesundheit auswirken. Und keine der Regierungen, die GVO mit viralen Genen für die kommerzielle Nutzung zugelassen haben, hat jemals Sicherheitsüberprüfungen verlangt, um eine mögliche Gesundheitsgefährdung auszuschließen. Das heißt im Klartext: Bei diesem massiven Biotechnologie-Experiment ist der Mensch das kollektive Versuchskaninchen.

 

»Schon vor der ersten Biotech-Zulassung waren die relevanten Informationen über das Vorliegen von Gene VI in der wissenschaftlichen Literatur zu finden«, schreibt ISN über den Skandal.

 

Lesen Sie den gesamten ISN-Bericht (in englischer Sprache).

 

Die Studie selbst finden Sie hier.

 

 

Quelle:

 

IndependentScienceNews

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