Friday, 26. August 2016
10.11.2011
 
 

Gefährliche Aromatherapie? Der Wahrheitsgehalt von Fehlinformationen

Niki Vogt

Duftöle, Aromaöle oder auch »ätherische Öle« erfreuen sich großer Beliebtheit. Und sie sind oft sehr nützliche Heilmittel, bisweilen sogar effektiver als schulmedizinische Medikamente. Sie wirken gegen Erkältungen und beruhigen. Lavendel beispielsweise vertreibt Kopfschmerzen und Motten, Johanniskrautöl ist gut gegen Ohrenentzündung und Depressionen, Teebaumöl ein wahres Naturantibiotikum. Allerdings sollte auch hier mit Maß und Ziel und vorsichtiger Handhabung gearbeitet werden. Diese Substanzen sind wirkungsvoll, natürlich, aber nicht unbedingt harmlos. Was wirklich wirkt, hat auch Nebenwirkungen. Wie alle Heilmittel müssen sie zielgerichtet und im richtigen Maß angewendet werden. Wie schon Paracelsus sagte: »Die Dosis macht das Gift«. Was aber zur Zeit als neueste wissenschaftliche Warnung in den englischsprachigen Medien – und sicher bald auch hier – die Runde macht, grenzt an bewusste Fehlinformation.

Aromaöle oder ätherische Öle sind in Öl gelöste oder aus den pflanzeneigenen Ölen bestehende Destillate. Sie riechen stark nach den markanten Bestandteilen der Herkunftspflanze. Diese pflanzlichen Bestandteile sind hochwirksam.

Nun wollen Wissenschaftler herausgefunden haben, dass diese aromatischen Pflanzenextrakte, wenn sie heißen Bädern und Massageölen zugesetzt werden oder in Duftlampen verdampft werden, mit der Luft reagieren und winzige Partikel entstehen, die hochgradig reizend wirken können. Die »flüchtigen organischen Verbindungen« produzierten »sekundäre organische Aerosole«. Diese neu

entstandenen Verbindungen könnten zu Augenirritationen, Nasen und Atemwegsreizungen führen, Kopfschmerzen verursachen und zu Leber- und Nierenschäden führen.

Die Studie wurde von Wissenschaftlern in Taiwan durchgeführt, die Messungen in sogenannten »Spas« (Wellnesszentren und Bädern) aufzeichnete. Eine zehnfache Konzentration dieser möglicherweise schädlichen Partikel sei dort zu messen. Zehnfache Menge im Vergleich zu was?

Die Wissenschaftler der Chia-Nan-Universität für Pharmazie und Wissenschaft in Tainan (Taiwan) warnten eindringlich davor, die negativen Auswirkungen dieser sekundären pflanzlichen Aerosole zu unterschätzen.

Die Studie wurde veröffentlicht im »Environment Engineering Science«-Journal.

Hier steht zu lesen: »Da die Aromatherapie in der breiten Öffentlichkeit und von vielen Gesundheitsinstituten angewandt wird, ist sie zu einer der populärsten ergänzenden Therapien avanciert. Daher darf ihre Auswirkung auf die Luftqualität in geschlossenen Räumen nicht unterschätzt werden«.

Und weiter: »Die Degradation flüchtiger organischer Verbindungen führt durch die Reaktion dieser Verbindungen mit in der Luft vorhandenem Ozon zu kleinen, ultrafeinen Nebenprodukten, »sekundäre, organische Aerosole« genannt, die möglicherweise Augen- und Atemwegsirritationen verursachen können.«

Und dann kommt die Schlussfolgerung, die hier so wörtlich wie möglich wiedergegeben werden soll:

»Wir verglichen die Level der ›sekundären organischen Aerosole‹ in Verbindung zu den getesteten unterschiedlichen Düften und essenziellen Kräuterölen und schlussfolgern daraus, dass die räumliche Anordnung, Verteilung und Bewegung mit der Luft im Raum innerhalb eines bestimmten »Spa« den Level der durch Massagen mit Aromatherapie verursachten Luftverschmutzung innerhalb des geschlossenen Raumes beeinflussen kann.«

Hier der Originaltext: »We compared secondary organic aerosol levels associated for the various fragrant and herbal essential oils tested and conclude that the layout and ventilation within a particular spa may affect the level of indoor air pollutants produced during massage with aromatherapy.«

Nicht nur Sie haben da Fragezeichen in den Augen. Was soll das eigentlich aussagen? Es sagt eigentlich gar nichts aus. Dass die Aerosole der Aromatherapie natürlich genau auf die Schleimhäute wirken sollen und müssen – das ist ja gerade der Sinn der Aromatherapie – ist genau der gewünschte Effekt. Dadurch wird ja gerade die beabsichtigte Wirkung herbeigeführt. Selbstverständlich kann es bei einer zu hohen Konzentration zu Problemen kommen wie bei allem, was wirkt. Zuviel Salz ist ebenfalls tödlich. Sogar zu viel Wasser zu trinken kann tödlich sein. Deshalb gibt es keine warnenden Artikel in den Medien.

Ein paar Aspirin zu viel bergen auch schwere Gesundheitsgefahren.

Dann kommt noch eine Aussage, für die jeglicher Beweis ausbleibt. Man habe herausgefunden, dass Aromatherapie Atmungsprobleme verschlimmere, besonders bei Lungenkranken oder Asthmatikern. Das Gegenteil ist belegt. Gerade bei Asthmatikern werden gute Erfolge mit Aromatherapie bewirkt. Es kommt halt darauf an, mit welchen ätherischen Ölen man was behandelt.

Auch Krankenschwestern hätten schon berichtet, dass es zu Hautverbrennungen und Rötungen führe, wenn man zuviel der ätherischen Öle ins Badewasser schüttet oder auf die Haut aufbringt.

Außerdem seien die meisten Heilwirkungen der ätherischen Öle nur auf den Placebo-Effekt zurückzuführen. Die Leute seien einfach nur überzeugt davon und fühlten sich dann nur besser oder entspannter. Es gebe auch kaum einen wissenschaftlichen Beweis, dass die Aromatherapie Schmerzen lindern, Wunden heilen oder das Immunsystem stärken könne.

Die Heilwirkung der ätherischen Öle ist natürlich sehr wohl und mannigfaltig nachweisbar.

Wer von uns erinnert sich im Übrigen nicht an das gute, alte, blaue »WICK«-Döschen und die etwas klebrige, weiß-transparente Paste, die man uns schon als erkälteten Kindern auf die Brust auftrug, wenn der Husten quälte und die Nase verstopft war? Wie heißkalt sich der Eukalyptus-Menthol-Film auf der Haut anfühlte und wie stark der Geruch in die Nase stieg? Und wie man fünf Minuten später schon wieder durchatmen konnte und wie ein Baby schlief?

Aromatherapie kann in vielen Fällen nicht nur hervorragend unterstützend wirken, sie kann helfen, viele Medikamentengaben zu vermeiden.

Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Chia Nan Universität, die diese Studie durchgeführt hat, lehrt in den Feldern »Pharmazie und Wissenschaft«, »Humanökologie«, »Gesundheit und Information«, »Menschheits- und Sozialwissenschaften«, »Nachhaltige Umweltentwicklung« und »Freizeit- und Erholungsmanagement«.

Also mit einem Wort: Die gesamte Wunschliste der Top-Ten-Themen der schönen Neuen Weltordnung, Klima-Alarmisten und Verfechtern eines Codex-Alimentarius rauf und runter. Bingo!

Dazu passt, dass diese Universität besonders renommiert ist auf den Feldern Pharmazie, Ernährung, Biotechnologie (Gentechnik!) und Schutz vor Umweltverschmutzung. Eine Kaderschmiede des grünen Ökofaschismus.

Der Schwerpunkt Pharmazie und Gentechnik lässt die wahre Intention hinter der wirren Warnung vor Aromatherapien erahnen: Die Pharmaindustrie hat natürlich soviel Interesse am Erfolg und guten Ruf von Naturheilmethoden wie Aromatherapie wie der Teufel am Weihwasser.

Interessant in diesem Zusammenhang ist immer, wer da PR für solche neuen Erkenntnisse betreibt. So sind auf den Webseiten Science Daily und ForbodyHealth Beiträge über genau diese Aromatherapie-Untersuchung veröffentlicht worden, in der sich ein Domenico Grasso (Domenico Grasso, PhD Editor-in-Chief and Vice President for Research, Dean of the Graduate College, University of Vermont (Burlington) voll des Lobes über diese verdienstvolle Arbeit äußert. Endlich mache mal jemand auf diese Gefahr aufmerksam. Dies ist ihm ja unbenommen, doch wer ist er denn, dass er sich da fachmännisch berufen fühlt?

Er ist Dekan des Collegs für Ingenieur- und Mathematikwissenschaften in Vermont.

Und wie kommt er dazu, sich über Aromatherapie zu äußern?

Kurze Nachforschung … Der Herr ist Diplomat der Amerikanischen Akademie der Umweltingenieure (AAEE).

Ein kurzer Besuch auf der Webseite des AAEE und die Durchsicht der Publikationen dieser hochnoblen Institution bestätigen den Eindruck, dass es sich ebenfalls um eine der Organisationen handelt, die sich das gesamte ökofaschistische Programm auf die Fahnen geschrieben hat, angefangen vom Klimawandel, die IPCC an CO2-Reduzierungskampagnen und dem letzten Imperativ auf den »Georgia Guide Stones«.

Auch das Journal Environmental Engineering Science (Umweltingenieurswissenschaften), in dem die Untersuchung der Chia-Nan-Universität erschienen ist, bietet auf seiner Webseite das gesamte einschlägige Arsenal auf: vom Klimawandel über Grüne Technologien, Umweltpolitik, Energiepolitik. Und unter »Audience« listet man auch gern und offen auf, dass »government agencies« – also Regierungsinstitutionen – zu denen gehören, die sich dort informieren und unterrichten lassen. Einen Chefredakteur hat das Journal auch. Das ist niemand anderer als Herr Domenico Grasso. Für die europäische Sektion zeichnet Frau Julia Stegemann sich verantwortlich, die Mitverfasserin bei dem umstrittenen IPCC-Report ist.

Eine sehr erhellende Publikation von Environmental Engineering Science heißt »Environmental Justice« (Umweltgerechtigkeit/Umweltrechtsprechung). Das ist, nach eigener Darstellung, eine wichtige »peer-reviewed«-Grundlagenarbeit, die die Gleichbehandlung aller Menschen thematisiert, sowie die globale Durchsetzung von Umweltgesetzen, Reglementierungen und Umweltpolitik. Und was wohl in der Publikation »Ökopsychologie« unter dem Punkt »Effektive Methoden zur Motivation für nachhaltige Verhaltensweisen« zu verstehen ist …?

 

 


 

 

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