Mittwoch, 16. August 2017
18.10.2015
 
 

Kleinkindern Erdnüsse zu geben, kann das Allergierisiko um 81 Prozent senken

PF Louis

Jahrelang hieß es, wer an Allergien gegen Erdnüsse leide, müsse strikt auf Erdnüsse, Erdnussbutter und Erdnuss-Süßigkeiten verzichten. Eine Allergie gegen Erdnüsse geht oft mit Allergien gegen Baumnüsse wie Walnüsse, Cashewnüsse und Paranüsse einher.

 

Die allergischen Reaktionen können unterschiedlich schwer ausfallen: von leicht bis tödlich. Von leichten Hautirritationen oder Heuschnupfen-ähnlichen Reaktionen über Ausschlag und Juckreiz, Nesselsucht mit Quaddeln und Gesichtsschwellung, Atemproblemen und Angst, bis hin zur Anaphylaxie, einer schweren Überreaktion des Immunsystems, die tödlich verlaufen kann, weil die Atemwege eingeschnürt werden.

 

Solch eine tödliche anaphylaktische Reaktion trat bei einer 13-Jährigen in einem Sommerferienlager in Sacramento, Kalifornien, auf. Natalie Giorgi mied sorgsam alles, was Erdnüsse enthielt. Man bot ihr einen Rice-Krispies-Riegel an, der mit Schokolade und Erdnussbutter umhüllt war. Als sie die Erdnussbutter schmeckte, spuckte sie den Riegel sofort aus. Trotzdem trat eine allergische Reaktion auf.

 

Zuerst gab ihr ihre Mutter Benadryl, das auch zu wirken schien. Doch 20 Minuten später fiel dem Mädchen das Atmen schwer. Ihr Vater, selbst Arzt, gab ihr mit einem EpiPin drei Injektionen Epinephrin, dennoch kam es zum Atemstillstand.

 

Auch andere Nahrungsmittelallergien können eine Anaphylaxie auslösen: Eier, Milch – obwohl Rohmilch oft weniger Probleme verursacht als konventionelle Milch –, Nüsse, Bienenprodukte, Schalentiere, Soja und Weizen. Statistisch treten Ei-Allergien am häufigsten auf, gefolgt von Erdnuss-Allergien.

 

Vorschlag für die Prävention von Lebensmittelallergien

 

In den letzten Jahrzehnten haben Lebensmittelallergien bei Kindern sprunghaft zugenommen. Besonders Allergien gegen Erdnüsse und Baumnüsse sind in den USA in den letzten 13 Jahren um das Vierfache gestiegen, wie die Zeitschrift The New England Journal of Medicine berichtet. Das häufigste und gefährlichste Allergen sind Erdnüsse.

 

Bis vor Kurzem bestand die Behandlung von Lebensmittelallergien bei Kindern in völligem Verzicht. 2000 empfahl die American Academy of Pediatrics (AAP, Akademie der Kinderheilkunde), Kindern unter drei Jahren keines der häufigen Allergen-Lebensmittel zu essen zu geben.

 

Man hoffte, das Immunsystem der Kinder werde sich gut genug entwickeln, um diese Nahrungsmittel zu verkraften. Die Empfehlung wurde 2008 zurückgezogen, weil Erdnussallergien trotzdem weiter zunahmen.

 

Scott Sicherer, Kinderarzt und Wissenschaftler am Mount Sinai’s Jaffe Food Allergy Institute, erklärte: »Wir haben den Anstieg möglicherweise verursacht, indem wir den Menschen rieten, diese Dinge nicht zu essen.« Die Wissenschaftler waren aufmerksam geworden, als sie beobachteten, dass jüdische Kinder in London, die dem offiziellen Rat folgten, auf Erdnüsse zu verzichten, zehnmal häufiger allergisch waren als israelische Kinder, die bereits im ersten Lebensjahr an Erdnüsse gewöhnt wurden.

 

Eine Studie Früh über die Erdnussallergie lernen, die im Februar 2015 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, war eine randomisierte Prospektivstudie an 500 Kleinkindern, die in zwei Gruppen unterteilt wurden; die eine erhielt zunächst keine Erdnüsse, der anderen wurden schon früh Erdnüsse zu essen gegeben.

 

Die potenzielle Reaktion der Kinder wurde durch Haut-Stichtests überprüft. Ergab der Hauttest eine zu starke Reaktion, wurden die Kinder von der Studie ausgeschlossen. Kinder, die beim Hauttest nicht oder nur leicht reagierten, wurden in die Studie aufgenommen. Mit fünf Jahren wurden alle der »Erdnuss-Herausforderung« unterzogen.

 

Die Forscher empfahlen Kinderärzten, ebenfalls durch Hauttests zu ermitteln, ob Erdnussprodukte problemlos konsumiert werden können, die im späteren Leben immunisierend wirken können.

 

Bei mehreren Studien wurde beobachtet, dass zu viel Hygiene und mangelnder Kontakt mit Mikroorganismen zu verminderter Immunität führen kann.

 

Kinder, die in der Stadt in einer keimfreien Umgebung leben, nie im Dreck spielen und ohne Haustiere aufwachsen, sind häufiger krank als Kinder, die in ländlichen Regionen oder auf dem Bauernhof leben und dort vielen Mikroben in geringer Konzentration ausgesetzt sind.

 

 

Quellen:

 

sacbee.com

cbsnews.com

nejm.org

huffingtonpost.com

 


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Leser-Kommentare (3) zu diesem Artikel

18.10.2015 | 18:45

eigene Erkentnisse

@Thomas Wunderlich Das hängt vermutlich mit Bigfarma und der einseitigen Ausbildung der Ärzte zusammen. Ich vermute auch das seit einiger Zeit die Lehrbücher der Mediziner von Bigfarma geschrieben werden. So wie die meiste Fachprese von Bigfarma abhängig ist. Es war aber schon immer so das die Lehrmeinung von dominanten Profesoren beeinflusst wurde. Auch bei Irrwegen. Es gab mal Zeiten da war Aderlass und Schröpfen das Heilmittel für fast alles.


18.10.2015 | 17:48

Thomas Wunderlich

Das hängt jetzt aber nicht mit Monsanto zusammen, oder doch......? www.DDRZweiPunktNull.de


18.10.2015 | 12:38

eigene Erkenntnisse

„Kinder, die in der Stadt in einer keimfreien Umgebung leben, nie im Dreck spielen und ohne Haustiere aufwachsen, sind häufiger krank als Kinder, die in ländlichen Regionen oder auf dem Bauernhof leben und dort vielen Mikroben in geringer Konzentration ausgesetzt sind.“---- Zu dieser Erkenntnis bin ich aus eigenem Erleben gekommen. Meine Mutter hatte schon Anfang der 50iger Jahre, also vor langer Zeit versucht mit Desinfektionsmitteln fast alles zu reinigen auf Grund ihres...

„Kinder, die in der Stadt in einer keimfreien Umgebung leben, nie im Dreck spielen und ohne Haustiere aufwachsen, sind häufiger krank als Kinder, die in ländlichen Regionen oder auf dem Bauernhof leben und dort vielen Mikroben in geringer Konzentration ausgesetzt sind.“---- Zu dieser Erkenntnis bin ich aus eigenem Erleben gekommen. Meine Mutter hatte schon Anfang der 50iger Jahre, also vor langer Zeit versucht mit Desinfektionsmitteln fast alles zu reinigen auf Grund ihres ungeklärten Gesundheitszustandes. Die Folge war ich war bis zum Wehrdienst ständig krank. Ihr hat das Ganze wenig geholfen da die Ärzte ihre TBC bis zur Obduktion, sie wurde nur 45 Jahre, nicht erkannten. Als ich mein Leben nach dem Wehrdienst selbst in die Hand nahm wurde ich dann weniger anfällig. Allerdings habe ich mein Leben lang immer noch irgendwelche wechselnden Unverträglichkeiten. Eine Allergie handelte ich mir allerdings bei den Zwangsimpfungen bei der Armee ein. Durch meine Unverträglichkeiten beschäftige ich mich schon länger mit den Problemen der Ernährung. - Meine Erkenntnis ist, viele Studien sind schlampig bis mangelhaft, Ursache und Wirkung wird oft vertauscht, Erklärungsversuche sind fast immer von Lobbyisten beeinflusst und einer schreibt von dem Anderen ab. Tabellenvergleiche von Inhaltsstoffen sind oft in den Werten so weit auseinander wo sich dann die Frage stellt welche ist nun glaubwürdig und wo hat der prüfende Wissenschaftler oder Laborant sich den Standard einfach nur ausgedacht und dann seine Messwerte ermittelt. Genauso sieht es bei den im Leben langsam entstehenden Krankheiten aus. Wenn man sich mal zielgerichtet Studien in ihrer Durchführung ansieht und die unter dem Aspekt von physikalischen Versuchen beurteilt, in der Technik würde kaum was funktionieren. Ein reines hin und her von Ursache und Wirkung, deswegen steht ja überall das Wort k a n n und damit hat jeder der sich was aus den Fingern gesogen hat recht. +++Deswegen ist Eigenverantwortung wichtig denn fast alle Ratgeber und Ärzte handeln nach Statistiken.

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