Wednesday, 1. June 2016
25.01.2016
 
 

Zu intensive Nutzung von Elektronikgeräten führt zu weltweiter Zunahme von Kurzsichtigkeit bei Kindern

PF Louis

Die Zahl der Fälle von Myopie oder Kurzsichtigkeit hat in den vergangenen Jahrzehnten unter Erwachsenen deutlich zugenommen und tritt verstärkt bereits bei sehr jungen Menschen auch schon im Vorschulalter auf. Von dieser Art der Fehlsichtigkeit betroffene Menschen können im Nahbereich besser sehen, während sie Objekte in mittlerer oder größerer Entfernung nur unscharf erkennen. Augenärzte und Augenoptiker führen diese starke Zunahme von Kurzsichtigkeit auf die elektronischen Displays zurück.

 

Computer, iPads, Handys und Videospiele nehmen immer mehr Zeit in Anspruch, heute weitaus mehr als noch vor einigen Jahrzehnten, bevor die rasante Zunahme der Fälle von Kurzsichtigkeit einsetzte. Die Augäpfel von Kurzsichtigen besitzen oft eine eher eiförmige als runde Form. Diese Eigenschaft wird mit einem höheren Risiko in Verbindung gebracht, an schwereren Augenerkrankungen wie Linsentrübung, Netzhautablösung oder Grünem Star zu erkranken.

 

Der Augenoptiker und klinische Direktor des Unternehmens LensCrafters, Mark Jacquot, verweist auf die »großen Veränderungen unserer Lebensweise, die sich über die letzten 30 Jahre hinweg entwickelt haben … [sie] tragen zur Abnahme der Fähigkeit bei, weiter entfernte Dinge zu erkennen, und das bezeichnet man im Wesentlichen als Kurzsichtigkeit oder Myopie«.

 

Jacquot spielt hier auf eine Lebensweise und Arbeitsumgebung an, die sich eher in geschlossenen Räumen vollzieht und in der vor allem im Nahbereich des Sehfeldes gearbeitet wird (etwa an Bildschirmarbeitsplätzen).

 

Diese Veränderung fand zunehmend seit den 1970er-Jahren statt. Mit der Einführung einer immer größeren Zahl elektronischer Geräte bei der Kommunikation, der Arbeit und zunehmend auch zu Hause, die in den 1980er-Jahren einsetzte, stieg auch die Zahl der Fälle von Kurzsichtigkeit exponentiell an.

 

In den frühen 1970er-Jahren waren 25 Prozent der Amerikaner im Alter zwischen zwölf und 54 Jahren kurzsichtig. Um das Jahr 2000 herum war dieser Anteil bereits auf 41 Prozent angestiegen. Heute ist die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass zum Beispiel Christine Wildsoet, Professorin für Sehvermögen und Optometrie an der Universität von Kalifornien in Berkeley, Probleme hat, bei ihren Forschungen zur Kurzsichtigkeit Personen für Kontrollgruppen zu finden, die nicht kurzsichtig sind.

 

Kurzsichtigkeit betrifft heute sehr viele jüngere Kinder als zuvor. In der Myopia Control Clinic in Berkeley wurden Kinder vorgestellt, die bereits im Alter von vier Jahren eine starke Kurzsichtigkeit aufwiesen. Und Ihnen sind vielleicht auch schon Kleinkinder aufgefallen, die in der Öffentlichkeit mit iPads oder Spielkonsolen spielen, während sich ihre Eltern mit anderen Erwachsenen unterhalten oder selbst mit ihren Notebooks arbeiten.

 

Auch in anderen Teilen der Welt nimmt die Kurzsichtigkeit fast epidemisch zu


In Ostasien werden Kinder früher eingeschult, und ihre Schulzeit dauert in der Regel länger als bei amerikanischen Kinder. Und es ist kein Geheimnis, dass asiatische Kinder und Jugendliche für fast alles Tragbare elektronische Geräte mit Displays benutzen.

 

Das Militär in Singapur hatte kurzsichtige Rekruten und Freiwillige in der Vergangenheit zurückgestellt. Das ist jetzt nicht mehr möglich, weil das Land sonst nicht mehr über eine ausreichende Zahl von Rekruten oder anderen Bewerbern verfügte. Heute bietet man einigen Rekruten an, deren Kurzsichtigkeit mithilfe von Lasern zu behandeln.

 

In Taiwan stieg die Häufigkeit von Kurzsichtigkeit in der Altersgruppe der Siebenjährigen von 5,8 Prozent im Jahr 1983 auf 21 Prozent im Jahr 2000 an, wie eine Studie ergab.

 

Und in Südkorea stellte man im Rahmen einer umfangreichen, repräsentativen Studie von 19-jährigen männlichen Wehrpflichtigen fest, dass im Jahr 2010 mehr als 96 Prozent von ihnen kurzsichtig waren. »Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass praktisch jeder dort kurzsichtig ist«, fasste Professorin Wildsoet das Ergebnis knapp zusammen.

 

Einige sinnvolle Vorbeugungsmaßnahmen


Sich mehr im Freien aufzuhalten gehört sicher zu den ersten Ratschlägen. Den Blick einfach einmal in die Ferne schweifen zu lassen und entfernte Objekte anzuvisieren, ist oft im alltäglichen Leben verloren gegangen. Gerade Bildschirmarbeit überfordert die Augen, weil sie sich ständig an wechselnde Helligkeiten und Entfernungen anpassen müssen. Aber schon ein Blick zwischendurch aus dem Fenster in die Ferne kann Erholung schaffen.

 

Vor allem Kinder sollten angehalten werden, mehr draußen zu spielen. »Wenn wir es schaffen, dass sich Kinder gerne so lange und so oft wie möglich draußen aufhalten, trägt dies schon deutlich dazu bei, einer Verschlimmerung der Situation vorzubeugen«, sagte Dr. Maria Liu, die Leiterin der Myopia Control Clinic in Berkeley. Erwachsene, die arbeitsbedingt täglich viel Zeit in Großraumbüros in kleinen Zellen oder Boxen am Computer verbringen müssen, sollten sich an die »20-20-20-Regel« von Jacquots halten:

 

Nach 20 Minuten Bildschirmarbeit oder anderer Tätigkeit im Nahbereich sollte man 20 Sekunden lang auf etwas blicken, das 20 Fuß (etwa sechs Meter) entfernt ist. »Dies verschafft den Augen – und natürlich auch dem Verstand – eine kleine Verschnaufpause«, erklärte Jacquot.

 

 

 

 

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