Neue Studie belegt: teure MRT zum Brustkrebs-Screening medizinisch nutzlos
S. L. Baker
In den USA wird die Magnetresonanztomografie, besser bekannt als MRT, immer häufiger sowohl im Brustkrebs-Screening als auch während Operationen von Brusttumoren eingesetzt. Die Kosten für das Gesundheitssystem schnellen dadurch naturgemäß in die Höhe, zumal immer mehr Frauen empfohlen wird, zusätzlich zur Mammografie auch eine MRT durchführen zu lassen. Diese Entwicklung begann 2007. Laut einem damals erschienenen Bericht der New York Times kostete eine MRT zwischen 1.000 und 2.000 Dollar, bisweilen sogar noch mehr – das ist mindestens zehnmal so viel wie eine Mammografie. Die Belastung für das Gesundheitssystem steigt also pro einer Million Brust-MRTs jährlich um mindestens eine Milliarde Dollar. Manchmal, aber längst nicht immer, werden die Kosten von der öffentlichen Krankenversicherung Medicare oder anderen Versicherungen übernommen.

Dass Ärzte und Kliniken trotz dieser enormen Kosten den Frauen zu dieser Untersuchung raten, wäre gerechtfertigt, wenn es überzeugende Beweise dafür gäbe, dass die MRT bei der Brustkrebsfrüherkennung oder in der Überwachung des Therapieverlaufs bei Brustkrebs wirklich bessere Ergebnisse bringt. Dem ist aber nicht so.
Auch wenn man es kaum glauben mag, hier ist die schockierende Wahrheit, die soeben in der angesehenen medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde: Monica Marrow und Kollegen vom Memorial-Sloan-Kettering-Krebszentrum in New York haben Forschungsdaten aus
den vergangenen zehn Jahren geprüft, um zu ermitteln, ob die MRT bei Erkennung und Behandlung von Brustkrebs wirklich effektiv ist. Das Ergebnis: Es gibt wenige bis gar keine Beweise dafür, dass eine Brust-MRT der Mehrzahl der Frauen nutzt. Es lässt sich nicht einmal belegen, dass der Einsatz der Brust-MRT während einer brusterhaltenden Operation von Nutzen ist.
Kein Beweis für verbesserte Überlebenschancen durch Brust-MRT
Allerdings ergab die neue Studie, dass eine Brust-MRT beim Screening von Frauen mit einer hohen erblichen Vorbelastung für Brustkrebs sinnvoll sein kann. Sehen wir uns diese Erkenntnis jedoch ein wenig genauer an. Laut einer Presseerklärung berichteten die Forscher, die MRT könne zwar bei Frauen mit einer bekannten Genmutation in der Familie Tumoren aufspüren, die bei einer Mammografie oder Ultraschalluntersuchung unentdeckt bleiben, es sei aber nicht bekannt, ob sich die »verbesserte Erkennung auf die Überlebenschancen auswirkt«.
»Die MRT hat in den vergangenen Jahren Einzug in die klinische Praxis gehalten, weil man davon ausging, dass die höhere Empfindlichkeit bei der Krebserkennung die Chancen der Patienten verbessere«, schrieben die Autoren in der Pressemitteilung. Fazit: Sie fanden keinen direkten Beweis dafür, dass Hochrisiko-Patientinnen, bei denen durch eine MRT ein Tumor aufgespürt wird, deshalb länger überlebten, als wenn sie keine solche Untersuchung hätten durchführen lassen.
Nach Angaben des Forscherteams wirkt sich die bessere Bildgebung bei einer Brust-MRT nicht positiv auf chirurgische Ergebnisse oder auf die präoperative Prognose für die Frauen aus. »Die vorliegenden Daten können die Annahme nicht bestätigen, die MRT verbessere die Möglichkeit für eine brusterhaltende Therapie oder erhöhe die Wahrscheinlichkeit negativer Befunde im Randgebiet [keine Krebszellen in der Umgebung der Resektion]«, hieß es in dem abschließenden Bericht.
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Quellen für diesen Beitrag waren unter anderen:
The Lancet
NewYork Times
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