Wednesday, 1. June 2016
08.10.2013
 
 

Zur Erläuterung der phytochemischen Wirkung von Kurkuma

Willow Tohi

Kurkuma, manchmal auch »indischer Safran« genannt, wird seit Jahrhunderten in der ayurvedischen Medizin in Indonesien und ganz Südasien als entzündungshemmendes und antioxidatives Mittel verwendet. Und natürlich spielt es auch in der Küche eine große Rolle.

Als in Südasien beheimatete Pflanze gehört die Kurkuma zur Ingwer-Familie. In manchen Regionen werden die Blätter verwendet oder die Wurzel roh gegessen, doch meistens wird die Wurzel geerntet, gekocht, anschließend in heißen Öfen getrocknet und zu Pulver gemahlen. Das gelbrote Pulver wird als Gewürz, als Lebensmittelfarbstoff oder überhaupt zum Färben verwendet. Es ist der Hauptbestandteil von Currypulver, das überall in der thailändischen und indischen Küche benutzt wird. Ärzte der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schätzen Kurkuma als reinigende Pflanze für den ganzen Körper.

 

Der aktive Wirkstoff in Kurkuma, das seit alters her beim Kochen auch wegen seiner heilenden Wirkung verwendet wird, ist der sekundäre Pflanzenstoff Curcumin. Als entzündungshemmendes Mittel unterstützt es die Behandlung bei Virusinfektionen, Krebs und Arthritis. Aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften neutralisiert Kurkuma freie Radikale, regt die Gallenblase an und schützt die Leber. Wie sich gezeigt hat, mindert es entzündliche Prozesse auf der Zellebene und auch oxidativen Stress, die beide degenerative Erkrankungen hervorrufen. Es steigert die Durchblutung, und das wiederum stärkt die kognitive Leistung und beschleunigt die Wundheilung.

 

Forscher untersuchen zurzeit den Nutzen von Kurkuma bei der Behandlung von Alzheimer, Krebs, Diabetes, Arthritis, HIV, grauem Star, Gallensteinen, Endometriose, Arteriosklerose, Herzinfarkt und weiteren Erkrankungen. Nach Angaben der Autorin Phyllis Balch wirkt die Wurzel antioxidativ, das heißt sie hemmt die Entwicklung freier Radikale und neutralisiert bestehende. Einige Studien haben ergeben, dass Kurkuma auch antimykotische und antibakterielle Substanzen enthält. Sie gehört zu den am besten untersuchten Heilpflanzen. Kurkuma ist ein echtes Superfood.

 

Die Phytonährstoffe in Kurkuma

 

Bisher wurden in Kurkuma über 90 aktive Inhaltsstoffe entdeckt, manche mit überlappender biologischer Aktivität. Einige Beispiele:

• Curcuminoide: Natürliche Polyphenole, die die Zellkommunikation verbessern, die Prostaglandine und Cytokine senken und dadurch die Entzündung mindern.

• Vitamine: A, C, E, B1, B2 und B3.

• Mineralstoffe: Kalzium, Eisen, Phosphor, Chrom, Mangan, Kalium, Selen, Zink.

• Mehrere Carotinoide, Xanthophylline und Carotine, kenntlich durch ihre leuchtende gelbe, orangene und rote Farbe. Sie werden bei Bedarf im Körper entweder in Vitamin A (für die Abwehrkräfte) umgewandelt, oder sie bekämpfen freie Radikale und verhindern Herzinfarkte, so die Mayo-Klinik.

• Stärke und Eiweiß.

• Resin, eine fettige Substanz in der Wurzel, die in Äther löslich ist, und ein Glucosid, das Turpethin, mindern Schmerzen und Entzündung.

• Ätherisches Öl mit Turmeron und Zingiberen.

• COX-2-Hemmer (Schmerzmittel), die die Körperfunktion nicht beeinträchtigen. COX-1 findet sich in Aspirin und anderen entzündungshemmenden Mitteln.

• Cineol und andere Monoterpene.

• Weitere wichtige sekundäre Pflanzenstoffe: Alpha-Pinen, Alpha-Terpineol, Azulen, Beta-Carotin, Borneol, Kaffeesäure, Caryophyllen, Zimtsäure, Eugenol, Guajacol, Limonen, Linalool, p-Cumarinsäure, p-Cymol, Turmeron, Vanillinsäure, Phellandren, Sabinen und noch viele andere.

Jeder Inhaltsstoff ist gleich mehrfach gesund, aber sie wirken auch synergistisch zusammen, so dass die gesamte Heilpflanze wirksamer ist als jeder isolierte Inhaltsstoff allein. Das Pulver ist praktisch ölfrei. Das ist deshalb wichtig, weil einige Forscher das Öl für entscheidend halten. Außerdem ist das Curcumin aus Kurkuma zwar ein kräftigeres Antioxidans als das Kurkuma, doch andere gesunde Eigenschaften der Pflanze gehen verloren.

 

Wirkung und Anwendung der wichtigsten Inhaltsstoffe

 

Laut der Website herballegacy.com ist die gesunde Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe enorm vielfältig. Laut dieser phytochemischen und ethnobotanischen Datenbank besitzen die genannten Inhaltsstoffe die folgende biologische Wirkung:

 

Curcumin ist das vorherrschende Curcuminoid in Kurkuma und die aktivste biologische Substanz. Curcuminoide sind natürliche Phenole, die der Kurkuma ihre typisch gelb-orange Farbe verleihen. Kurkuma enthält bis zu fünf Prozent ätherische Öle und fünf Prozent Curcumin. Das Curcumin, ein Polyphenol, ist ein pH-Indikator; es verfärbt sich in saurer Lösung gelb und in alkalischer rot. Es ist ein kräftiges Antioxidans, das anti-mutagen wirkt, das heißt, es verhindert, dass Zellen mutieren. Außerdem verhindert es, dass Giftstoffe mit dem Körpergewebe reagieren. Curcumin wird auch mit verbesserter Zellkommunikation in Verbindung gebracht. Zurzeit wird sein Einsatz bei Alzheimer untersucht.

 

Die beiden anderen Curcuminoide sind das Desmethoxycurcumin und das bis-Desmethoxycurcumin. Beide zusammen wirken den Ursachen vieler koronarer, chronischer und Autoimmunerkrankungen entgegen, die zumeist durch schlechte Ernährung und andere Giftstoffe wie beispielsweise Pharmazeutika hervorgerufen werden.

 

Ein weiterer wichtiger sekundärer Pflanzenstoff in Kurkuma ist das 1,8-Cineol. Es wirkt antiseptisch und schleimlösend, hilft bei Blähungen und regt das Zentralnervensystem an. Das heißt: Es unterstützt die Durchblutung, hält die Blutgefäße gesund und elastisch, senkt den Wert des schlechten Cholesterins, steigert die Ausdauer und verhindert das Verkleben der Blutplättchen.

Zusätzlich zu all den sekundären Pflanzenstoffen und Nährstoffen in Kurkuma bedeutet sein hoher ORAC-Wert von fast 160 000, dass die eigenen Ressourcen des Körpers aktiviert werden, wie beispielsweise die natürlichen Antioxidantien Glutathion, Superoxid-Dismutase und Katalase. Diese Stoffe helfen den Zellen, optimal zu arbeiten, sie schützen Organe und Gewebe vor Oxidation.

 

Kurkuma wird manchmal schlecht absorbiert. Deshalb mischt man es oft mit schwarzem Pfeffer, was die Bioverfügbarkeit erhöht. Curcuminoide sind löslich in Dimethyl-Sulfoxid, Aceton und Ethanol, aber nicht in Lipiden. Deshalb lassen sie sich nur schwer synthetisieren.

 

Ratschläge für die Anwendung

 

Wer blutverdünnende oder gerinnungshemmende Mittel einnimmt oder an einer Verengung der Gallenwege leidet, sollte kein Kurkuma oder Curcumin einnehmen, weil es die Sekretion der Gallenflüssigkeit anregt. Wenn Kurkuma für ihre Beschwerden indiziert ist, dann sollten sie sich genau informieren, ob für Sie das Pulver, eine Tinktur oder eine Packung infrage kommt. Steigern Sie die Absorption durch zusätzliche Einnahme von schwarzem Pfeffer oder Bromelain/Ananas. Ananas beruhigt auch den Magen nach längerer Einahme von Curcumin. Menschen mit Herzkrankheiten unklarer Ursache sollten ebenfalls Curcumin meiden, genauso wie Menschen mit Blutgerinnungsstörungen. Außerdem wird es für Menschen mit Gallensteinen, toxischer Leber, Gallenkolik oder obstruktiver Gelbsucht laut Balch nicht empfohlen. Wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten, konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Arzt.

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

Balch, Phyllis A., CNC, Prescription for Herbal Healing. Penguin Putnam, New York, 2002. S. 136 f.

 

NaturalNews.com

NaturalNews.com

NaturalNews.com

HerbalLegacy.com

Wikipedia.org

NIH.gov

NIH.gov

 

 

 


 

 

 

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