Wednesday, 28. September 2016
02.12.2015
 
 

Menschheit steht multiresistenten Keimen hilflos gegenüber

David Gutierrez

Immer häufiger erweisen sich Infektionen als resistent gegenüber den herkömmlichen Medikamenten. Mehr und mehr Menschen werden deshalb mit sogenannten Reserveantibiotika behandelt, warnt ein neuer Bericht von Public Health England, einer Behörde des britischen Gesundheitsministeriums. Außerdem heißt es dort, dass eine wachsende Zahl von Menschen zwischen 2010 und 2014 eine »schwere Antibiotika-resistente Infektion« erlitten hat.

 

 

Antibiotikaresistenz ist eine natürliche Konsequenz des Einsatzes dieser Medikamente. Bakterien sind eine vielfältige und uralte Gruppe von Organismen. Viele von ihnen entwickeln eine Resistenz gegen die Chemikalien, die sie abzutöten versuchen. Kommen Antibiotika zum Einsatz, überleben die von Natur aus resistenten Organismen, während die schwächeren abgetötet werden.

 

Die überlebenden Bakterien reproduzieren sich und geben ihre Resistenz an die nächste Generation weiter. Je öfter Antibiotika eingesetzt werden, desto schneller verbreiten sich die Resistenzgene innerhalb der Bakterienpopulationen. Verschlimmert wird das Problem noch durch die Fähigkeit der Bakterien, untereinander und sogar artenübergreifend Gene auszutauschen.

 

Ärzte greifen häufiger zu Reserveantibiotika

 

In dem Bericht aus Großbritannien heißt es, dass zwischen 2010 und 2014 nicht nur grundsätzlich die Zahl der gegen Antibiotika resistenten Infektionen angestiegen ist, sondern auch speziell die von zwei Arten: E. coli und Klebsiella pneumoniae.

 

Ein Befall mit E. coli kann Erbrechen, Magenkrämpfe, Durchfälle (häufig blutig) und sogar Nierenversagen und Tod nach sich ziehen. K. pneumoniae verursacht Infektionen der Lunge und der Harnwege und kann zu Blutvergiftung führen.

 

Um 15,6 Prozent sei in dem genannten Zeitraum die Zahl der E.-coli-Blutbahninfektionen angestiegen, heißt es in dem Bericht. Bemerkenswert ist, dass der Anteil an E.-coli-Bakterien mit Antibiotika-Resistenz in dieser Zeit offenbar nicht zunahm. Das bedeutet, dass sich mehr Menschen mit resistenten Bakterien infizierten, ohne dass gleichzeitig die Bakterien eine stärkere Resistenz entwickelten. Der Anteil der Blutbahn-Infektionen mit K. pneumoniae stieg im selben Zeitraum um 20,8 Prozent an.

 

Die Forscher stellten fest, dass 74 Prozent der Antibiotika von Allgemeinärzten verschrieben werden, 18 Prozent in den Krankenhäusern. In den Hospitälern ist der Einsatz von Antibiotika zwischen 2011 und 2014 deutlich gestiegen: Ambulante Patienten erhielten 8,5 Prozent mehr Antibiotika, bei stationären Patienten betrug die Zunahme 11,7 Prozent. Das Personal in den Krankenhäusern griff zudem häufiger zu Breitbandantibiotika, die wirksam gegen eine ganze Reihe von Bakterienarten sein sollen. Die Negativseite besteht jedoch darin, dass sie einer Resistenz gegen Antibiotika Vorschub leisten.

 

Landesweit nahm die Verwendung der Reserveantibiotika Carbapeneme und Piperacillin/Tazobactam um 36 beziehungsweise 55 Prozent zu. Die Verwendung beider Mittel zusammen steigt ebenfalls, allerdings langsamer.

 

Der Bericht werfe ein Schlaglicht auf die wichtigen Herausforderungen, vor denen die Gesundheitssysteme stehen, sagte Dr. Mike Durkin, beim englischen nationalen Gesundheitsdienst NHS für die Patientensicherheit zuständig:

 

»Für den NHS als einen der größten Healthcare-Anbieter weltweit ist es wichtig, im Kampf gegen das globale Problem der antimikrobiellen Resistenz eine Führungsrolle einzunehmen, damit diese immens wichtigen Wirkstoffe für jetzt und für künftige Generationen erhalten bleiben.«

 

Das Ende der modernen Medizin

 

Gerade erst hat die Weltgesundheitsorganisation WHO eine neue Kampagne unter dem Titel »Vorsicht beim Umgang mit Antibiotika« ins Leben gerufen. Ziel ist es, die unbedachte Verwendung des Medikaments einzudämmen, um die Bildung resistenter Bakterienstämme aufzuhalten. Im Rahmen der Kampagne werden die Patienten gebeten, Antibiotika nur dann zu nehmen, wenn sie vom Arzt verschrieben wurden, und sich genau an die Einnahmeempfehlung zu halten. Die Ärzte wiederum sind angehalten, Antibiotika nur noch zurückhaltender zu verschreiben.

 

»Die Ärzte müssen Antibiotika wie einen knappen Rohstoff behandeln«, sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Würde beim Umgang mit Antibiotika nicht mehr Verantwortung an den Tag gelegt, so Chan, würden Antibiotika früher oder später ihre Wirksamkeit einbüßen: »Das würde das Ende der modernen Medizin, wie wir sie kennen, bedeuten.« Was folgte, wäre eine »post-antibiotische Ära, in der gewöhnliche Infektionen ausreichen, Menschen zu töten«.

 

Antibiotika werden unter anderem benötigt, um während chirurgischer Routineeingriffe und Chemotherapien das Leben der Patienten zu schützen oder um die Überlebenschancen von Frühchen zu verbessern. »Die Zunahme Antibiotika-resistenter Stämme ist eine globale Gesundheitskrise«, sagte Chan. »Mehr und mehr Regierungen erkennen, dass es eine der aktuell größten Bedrohungen für die Gesundheit überhaupt ist.«

 

 

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