Saturday, 28. May 2016
17.05.2014
 
 

Wissenschaftler aus Tschernobyl entdeckt: Antioxidantien helfen dem Körper, sich an radioaktive Strahlung zu adaptieren

David Gutierrez

Untersuchungen an Vögeln, die in der Nähe des Unglücksreaktors von Tschernobyl leben, liefern einen weiteren Beweis dafür, dass Antioxidantien den Körper vor Schäden durch radioaktive Strahlung schützen können. Eine entsprechende Studie wurde am 24. April in der Zeitschrift Functional Ecology veröffentlicht.

Kernschmelze, Explosion und Feuer im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine am 26. April 1986 waren die schlimmste zivile nukleare Katastrophe, die die Menschheit bis dahin erlebt hatte (heute sind Wissenschaftler uneins, ob Tschernobyl oder Fukushima schlimmer war). Durch die Katastrophe wurde das umliegende Gebiet schwer verstrahlt; die sowjetische Regierung ordnete die dauerhafte Evakuierung des Gebiets im Umkreis von drei Kilometern um das Kernkraftwerk an.

 

Die negativen Auswirkungen der Radioaktivität in der Region sind gut dokumentiert, einschließlich der Veränderungen in Vorkommen, Verteilung, Lebensgeschichte und Mutationshäufigkeit vieler Gattungen. Vögel in dem Gebiet haben kleinere Gehirne und sind anfälliger für Katarakte, die Strahlung hemmt offenbar auch das normale Wirken von Destruenten wie Insekten und Mikroben.

 

Dass es dort keine Menschen gibt, hat aber auch zu einer größeren Artenvielfalt geführt, viele seltene Pflanzen und Vögel kehren in die Region zurück, Wölfe und Wildschweine durchstreifen die Straßen der verlassenen Städte.

 

Adaptation und Antioxidantien

 

Bei der neuen Studie sollte untersucht werden, ob bestimmte Vogelarten in der Lage waren, sich an die erhöhten Strahlenwerte in der Evakuierungszone rund um Tschernobyl zu adaptieren. Laborstudien hatten gezeigt, dass sich viele Organismen mit der Zeit an höhere Strahlendosen anpassen können, sodass sie weniger anfällig werden für spätere, höhere Strahlung.

 

Ein Großteil der Strahlenschäden ist darauf zurückzuführen, dass die ionisierende Strahlung zur Bildung freier Radikale führt, die dann Zellen und DNS im Körper schädigen (oxidieren). Antioxidantien können freie Radikale jedoch neutralisieren, bevor sie Schaden anrichten können.

 

Um festzustellen, ob Wildvögel vermehrt Antioxidantien bilden können, um die Strahlenschäden zu mindern, fingen die Forscher an acht Orten in der und im Umfeld der Evakuierungszone von Tschernobyl insgesamt 152 Vögel ein, insgesamt wurden 16 verschiedene Arten erfasst. Sie entnahmen jedem Vogel Blut- und Federproben und ließen ihn anschließend wieder frei, maßen aber auch die Hintergrundstrahlung an jedem der ausgewählten Orte. Die Blutproben wurden auf eine DNS-Schädigung und Werte des wichtigen Antioxidans Glutathion untersucht, die Federproben auf den Gehalt der Melanin-Pigmente Phäomelanin und Eumelanin.

 

Für die Bildung von Phäomelanin braucht das Blut eine wesentlich höhere Antioxidantienkonzentration als für die Bildung von Eumelanin.

 

Antioxidantienreiches Blut ist geschützt

 

Wie die Wissenschaftler feststellten, wiesen Vögel in stärker verstrahlten Gebieten höhere Antioxidantien-Werte (sowie weniger DNS-Schäden und weniger oxidativen Stress) auf als Vögel in weniger strahlenbelasteten Regionen. Das lässt darauf schließen, dass die höheren Strahlenwerte den Körper der Vögel zur Adaptation veranlasst hatten, indem vermehrt Antioxidantien gebildet und dadurch besserer Schutz vor radioaktiver Strahlung gewährt wurde.

 

Außerdem zeigte sich, dass es zwei Arten von Vögeln, der Kohlmeise (Parus major) und der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) in verstrahlten Gebieten schlechter ging. Das waren die Arten mit den höchsten Werten von Phäomelanin in den Federn. Da die Vögel mehr Antioxidantien für die Bildung der Pigmente in ihren Federn benötigten, stand ihnen vermutlich weniger zur Verfügung, um ihren Körper vor der schädlichen Wirkung der Strahlung zu schützen.

 

Die Forscher mahnten jedoch zur Vorsicht: Die Studie bedeute nicht, dass es gut sei, radioaktiver Strahlung ausgesetzt zu sein. »Die Auswirkung der radioaktiven Strahlung in Tschernobyl auf ganze Gruppen von Organismen, insbesondere auf Vögel, war insgesamt negativ«, betonen sie. Eines zeigt die Studie jedoch: Der Körper versucht, sich selbst vor radioaktiver Strahlung zu schützen – und Antioxidantien sind dabei eines der wichtigsten Mittel.

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

NYTimes.com

ScienceDaily.com

NaturalNews.com

Wiley.com

 

 

 


 

 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Schnellwarnsystem für Lebensmittel
  • Wer Energie spart, der wird abgezockt
  • Die Goldverschwörung: Wann platzt die Bombe?
  • Anti-Aging: Unsterblichkeit
    und ihr tödlicher Preis

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Cha-Cha-Chia! Neun tolle Verwendungen für das alte Superfood der Inkas

Mike Adams

Viele Menschen begeistert das Nährstoffprofil der Chiasamen – des legendären Superfood der Inkas –, aber das heißt noch lange nicht, dass sie auch alle die vielen tollen Verwendungen für Chia für die eigene Ernährung kennen.  mehr …

Vitamin E: Ein hautgesundes Antioxidans mit vielfältigen Funktionen

Michael Ravensthorpe

»Vitamin E« ist der Oberbegriff für eine Gruppe von acht fettlöslichen Verbindungen, die sich in verschiedenen vollwertigen Nahrungsmitteln finden. Diese Substanzen – das alpha-Tocopherol ist das biologisch aktivste unter ihnen – erfüllen im Körper zahlreiche Funktionen.  mehr …

Pflanzliche Antioxidantien stärken Lernfähigkeit und Gedächtnis und könnten das Alzheimer-Risiko senken

PF Louis

Bei einer Konferenz der Gesellschaft für Neurowissenschaften, der Neuroscience 2013, präsentierte Dr. Susan Farr, Geriatrieprofessorin an der St Louis University School of Medicine, vorläufige Ergebnisse einer Studie über Heilpflanzen, die den Verlust kognitiver Fähigkeiten mindern können. Untersucht wurden Rosmarin und grüne Minze.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

»Conchita Wurst«: Angriff auf die »Firmware Gottes«

Gerhard Wisnewski

Aus aktuellem Anlass: Noch nie wurde ein so brutaler und umfassender Angriff auf den Menschen und die Schöpfung geführt wie die so genannte Gender-Politik. Weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg können da mithalten. Der Angriff zielt nicht auf einzelne Nationalitäten, Ethnien oder Rassen, sondern auf die gesamte Menschheit. Angegriffen wird die  mehr …

Tödliche »Superkeime« verbreiten sich von Krankenhäusern auf Wohnungen

Ethan A. Huff

Eines der virulentesten Pathogene stellt inzwischen nicht nur in unsauberen Krankenhäusern eine Bedrohung dar, wie aus einem neuen Bericht hervorgeht. Zum ersten Mal wurde der antibiotikaresistente Superkeim Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) in normalen Haushalten nachgewiesen; Forscher des Medizinischen Zentrums der Columbia  mehr …

Entdollarisierung: Russland bereitet massiven Schlag gegen Petrodollar vor

Michael Snyder

Wird das Monopol des Petrodollars zerschlagen? Als die US-Politiker Russland mit Wirtschaftssanktionen belegten, wäre ihnen vermutlich niemals in den Sinn gekommen, dass das auch ernste Folgen für die USA haben könnte. Aber jetzt berichten russische Medien, dass das russische Finanzministerium alles für eine »Entdollarisierung« vorbereitet.  mehr …

Autismus: Wie man normale Kinder aus Geldgier zu Kranken stempelt

Markus Gärtner

Überall in der westlichen Welt gibt es keine andere Krankheit, die bei Kindern häufiger diagnostiziert wird als Autismus. Die Zuwachsraten sind gigantisch. Verstehen kann man das nur, wenn man weiß, was mit dieser »Diagnose« bezweckt wird. Wie so häufig geht es ums Geld.  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.