Monday, 30. May 2016
06.06.2014
 
 

Studien zeigen: Ölziehen kann schädliche Bakterien im Mund töten

Michael Ravensthorpe

Beim Ölziehen wird ein Speiseöl zehn bis 20 Minuten lang im Mund hin und her bewegt – im Idealfall direkt nach dem Aufstehen –, um den Körper zu entgiften. Seine Ursprünge liegen in der Ayurveda, der uralten indischen Heilkunst. Zahllose Menschen aus allen Kulturen schwören darauf. Glaubt man den Berichten über persönliche Erfahrungen mit dem Ölziehen, die im Internet verfasst werden, scheint es keine Krankheit zu geben, die sich damit nicht bessern ließe.

Die Idee hinter dem Ölziehen kommt in dem alten Satz zum Ausdruck: »Jede Krankheit beginnt im Mund.« Deshalb sollte theoretisch alles, was Probleme im Mund verhindert, Krankheiten in anderen Teilen des Körpers verhindern (und vielleicht sogar heilen). Aber verhindert Ölziehen tatsächlich Probleme im Mund? Ja, besagen mehrere Studien.

 

Ölziehen mit Sesamöl kann kariesverursachende Bakterien töten

 

Eine der ersten großen Studien über das Ölziehen wurde im März 2008 in der Fachzeitschrift Journal of Indian Society of Pedodontics and Preventive Dentistry veröffentlicht. Für ihre Studie testeten indische Forscher, ob sich Streptococcus mutans (ein Bakterium, das Karies fördert) durch Ölziehen aus dem Mund entfernen ließ.

 

20 annähernd gleichaltrige junge Männer wurden in zwei Gruppen eingeteilt: die Ölziehgruppe, die jeden Morgen vor dem Zähneputzen Sesamöl benutzte, und die Kontrollgruppe, die jeden Morgen vor dem Zähneputzen den Mund zehn Minuten lang mit einem Chlorhexidrin-Mundwasser spülte.

 

Nach 24 Stunden, 48 Stunden, einer Woche und zwei Wochen entnahmen die Forscher von allen Teilnehmern Belag- und Speichelproben. Nach einer Inkubationszeit wurde jede Probe auf das Vorliegen von Streptococcus mutans untersucht.

 

Am Ende der Studie war Streptococcus mutans in den Belagproben von beiden Gruppen deutlich verringert. Die Kontrollgruppe zeigte in allen vier Proben statistisch signifikante Ergebnisse, die Untersuchungsgruppe statistisch signifikante Ergebnisse nach einer und zwei Wochen. Allerdings zeigte sich in den Speichelproben der Untersuchungsgruppe kein statistisch signifikanter Rückgang. Dennoch kamen die Forscher zu dem Schluss, Sesamöl könne als »präventive häusliche Therapie zum Erhalt der Mundhygiene eingesetzt werden«.

 

Diese Studie ist in ihren Grundzügen (20 Teilnehmer unterteilt in die gleichen zwei Gruppen) seit 2008 zwei Mal von anderen Forschern und mit anderen Zielen wiederholt worden. Die zweite Studie, die 2009 veröffentlicht wurde und bei der untersucht werden sollte, ob Ölziehen bei der Behandlung von Zahnfleischentzündungen helfen kann, ergab, dass sowohl die Untersuchungs- als auch die Kontrollgruppe eine statistisch signifikante Reduktion bei mehreren Indizes und bei der »Gesamtbesiedelung aerober Mikroorganismen im Zahnbelag von Erwachsenen mit belaginduzierter Zahnfleischentzündung« zeigte.

 

Die dritte Studie, die 2011 veröffentlicht wurde, ging der Frage nach, ob Ölziehen von Mundgeruch (Halitose) befreien könne. Dabei erwies sich »das Ölziehen gegen Halitose und Mikroorganismen, die mit Halitose in Verbindung gebracht werden, als genauso wirksam wie Chlorhexidin«.

 

Kokosöl und Sonnenblumenöl sind ebenfalls wirksam

 

Bei allen drei erwähnten Studien wurde Sesamöl verwendet, das auch in der ayurvedischen Medizin gebräuchlich ist. Eine Studie aus Thailand, die 2011 in der Zeitschrift Asia Journal of Public Health veröffentlicht wurde, zeigte, dass auch das Ölziehen mit anderen Speiseölen die Zahl schädlicher Bakterien in ähnlicher Weise reduzieren konnte.

 

Tatsächlich wird in dem Bericht betont, Kokos- und Sonnenblumenöl seien, neben dem Sesamöl selbst, besonders wirksam bei der Behandlung bestimmter Mikroorganismen: »Es zeigte sich, dass Kokosöl eine antimikrobielle Wirkung gegen Streptococcus mutans und Candida albicans entfaltete, während Sonnenblumenöl eine antimykotische Wirkung gegen Candida albicans zeigte. Lactobacillus casei hingegen erwies sich als resistent gegen alle drei getesteten Öle.«

 

Dieses Ergebnis könnte erklären, warum Menschen, die das Ölziehen praktizieren und von Zeit zu Zeit ein anderes Öl nehmen, häufig über eine zusätzliche oder verbesserte Wirkung berichten. Da jedes Öl, das beim Ölziehen verwendet wird, unterschiedliche kariesverhütende Eigenschaften besitzt, kann ein gelegentlicher Wechsel Bakterien entfernen, gegen die das vorhergehende Öl weniger wirksam war. Der Schutz ist auf jeden Fall wesentlich natürlicher und auch billiger als der Schutz durch handelsübliche Mundspülungen.

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

NIH.gov

NIH.gov

NIH.gov

[PDF] AsiaPH.org

NaturalNews.com

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