Sonntag, 4. Dezember 2016
06.10.2010
 
 

Chemotherapie verändert das Gehirngewebe!

Andreas von Rétyi

US-Forschern gelang jetzt erstmals der Bildnachweis von Veränderungen, wie sie nach Anwendung chemotherapeutischer Krebsmedikamente im Gehirn auftreten. Die Ergebnisse sind beängstigend, denn Patienten erleiden durch die aggressiven Präparate nachweisliche Schädigungen der Grauen Substanz und können dadurch zum Teil sogar ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben. Abgesehen von der hohen Fragwürdigkeit der Chemo-»Therapie« und der Gefahr ihrer weitreichenden Nebenwirkungen liegen nun weitere Belege für nachhaltige Folgen durch diese Radikal-Behandlung vor!

Es ist ein nunmehr sogar wissenschaftlich untermauerter Skandal. Die Informationen hierzu stammen aus eher unerwarteter Quelle, nämlich von etablierten universitären Institutionen, die für gewöhnlich doch eher mit den Wölfen heulen. Doch hier liegen nun klare Fakten auf dem Tisch: Chemotherapie schädigt das Gehirn! Die einzige Möglichkeit, den dadurch wiederum ja auch für die »Chemo« und die »Pharma« erzeugten Schaden zu minimieren, ist der Hinweis, dass die meisten Patienten sich von der Attacke aufs Hirn wieder erholen. Dabei liegt die Betonung allerdings nicht auf »die meisten«. Sollte sie aber! Denn dies impliziert hochgefährliche, einschneidende Ausnahmesituationen, gravierende Fälle, in denen eben irreversible Schädigungen bei einigen Patienten auftreten. Aber wie gesagt, um die schert sich ja im Grunde keiner, Hauptsache, die Kasse stimmt! Und doch kann nicht nur der Krebs ein Leben zerstören, sondern auch die vermeintliche Therapie. Dies gleich in mehrfacher Hinsicht, wie wir wissen.

Verschiedene negative Auswirkungen der umstrittenen onkologischen Standardmethode auf menschliche Bewusstseins- und Wahrnehmungsprozesse sind ebenfalls bereits seit längerer Zeit bekannt. Nun aber konnten sie direkt im Bild festgehalten werden. Sie liefern damit erstmals eine anatomische Basis für diverse von Patienten geäußerte Beschwerden.

Es ist traurig, dass erst MRI-Scans den sichtbaren Beweis liefern mussten, bevor die Probleme der Patienten ernster genommen wurden. Wie einige Onkologen solchen Klagen bisher begegneten, grenzt teils schon an blankem Zynismus, bewusst oder unbewusst, sei dahingestellt. In einem kurzen Aufsatz über chemotherapeutische Auswirkungen auf das Gehirn, kurz und unschön als Chemo-Brain bezeichnet, schreibt Dr. Jutta Hübner, Chef-Onkologin der Kassler Habichtswald-Klinik: »Viele Patienten klagen nach einer Chemotherapie über Störungen des Gedächtnisses oder der Konzentration, der unmittelbare Zusammenhang mit der Chemotherapie ist ihnen jedoch nicht bekannt, sodass unnötig Sorgen und Ängste entstehen. Bei den Aufklärungsgesprächen über eine Chemotherapie wird diese Nebenwirkung, da sie wenig erfassbar ist, oft nicht genannt«. Kommentar überflüssig! Als ob der unmittelbare Zusammenhang in irgendeiner Weise beruhigend wäre! Werden sich denn manche Experten überhaupt nicht dessen bewusst, was sie da eigentlich äußern?

Wissenschaftler der Indiana University Melvin und des Bren Simon Cancer Center führten ihrerseits nunmehr wiederholt MRI-Scans am Gehirn von Brustkrebs-Patientinnen durch. Die Studie konzentrierte sich auf 17 Brustkrebspatientinnen, die nach der OP mit Chemotherapie behandelt wurden, zudem auf zwölf Frauen, bei denen keine Chemo folgte sowie auf 18 Vergleichspersonen ohne Brustkrebs. Als Referenz wurden dabei zunächst Aufnahmen direkt nach den operativen Eingriffen, aber noch vor Beginn der jeweiligen Chemotherapie angefertigt. Vergleichsbilder entstanden dann nach einem Monat sowie ein komplettes Jahr nach Abschluss der entsprechenden Therapie.

Die Bilder zeigten Veränderungen in der Grauen Hirnsubstanz, vor allem in Regionen, die sich mit kognitiven Dysfunktionen während oder kurz nach einer Chemotherapie deckten. Bei den meisten Patientinnen habe sich die Situation zwölf Monate nach Beendigung der Chemotherapie wieder gebessert, jedoch nicht bei allen. Und das ist mehr als bedenklich!

Laut Angaben von Andrew Saykin, Direktor des zuständigen Institutes für die bildgebenden Verfahren, seien die Auswirkungen für die meisten Patientinnen insgesamt von eher geringfügiger Natur. Bei anderen aber könnten sie jedoch ausgeprägter in Erscheinung treten. Einige könnten nicht wieder ins Berufsleben zurückkehren. Und auch das ist mehr als bedenklich!

Die Studie ist nun in der Oktoberausgabe von Breast Cancer Research and Treatment erschienen, ein US-Fachmagazin zur Brustkrebsforschung und –behandlung.

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