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Vor wenigen Tagen erst wurde darüber berichtet, dass im deutschen Gesundheitswesen jeder vierte Euro für Verwaltungsausgaben aufgewendet wird. Die Krankenkassen verursachten nicht nur in ihren eigenen Unternehmen Bürokratie, sondern in der gesamten Branche - etwa bei Apotheken, Arztpraxen oder Krankenhäusern, heißt es. Neben den offiziellen angegebenen Verwaltungskosten in Höhe von 9,5 Milliarden Euro kämen deshalb noch weitere 18 Milliarden Euro hinzu, die bisher nirgendwo veranschlagt seien.
Nun legt eine Ärzteorganisation nach. Das Hippokranet ist das Netzwerk des Ärztenachrichtendienstes und hat mehr als 49.000 Mitglieder. Der nachfolgende Erfahrungsschatz spricht für sich und muss nicht weiter kommentiert werden.
Dort heißt es etwa: »Einem Patienten waren innerhalb von 2 Jahren alle vier Extremitäten amputiert worden. Dieses stand in Klartext auf dem Krankenschein«, erinnert sich ein Hausarzt: »Jedes Quartal bekam ich eine Anfrage von der Krankenkasse, ob noch weiter eine häusliche Pflege erforderlich sei. Ich habe dann ein Foto von dem Patienten gemacht, wie er alle Stümpfe von sich streckt. Dieses habe ich der kranken Kasse geschickt mit dem Kommentar, mir ist nicht bekannt, dass beim Menschen Extremitäten nachwachsen. Ab dann kamen keine Anfragen mehr zu diesem Patienten«.
Genauso unglaublich: Um einen Patienten in die Reha-Klinik zu schicken, müssen Ärzte einen Antrag ausfüllen - aber nur, um überhaupt das eigentliche Antragsformular zu erhalten, auf dem Sie dann den Antrag stellen können. Das darf aber nicht jeder ausfüllen, sondern die Ärzte müssen erst einen 20-stündigen Weiterbildungskurs absolvieren, bevor sie das Formular ausfüllen dürfen.
Ein anderer Arzt schreibt: »Wenn ein HNO-Arzt Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie verschreiben will, muss er die 84-seitige Heilmittel-Richtlinien vom 1.7.2004 mit allen Ergänzungslieferungen im besten Behördendeutsch kennen, verstehen und berücksichtigen. »Für dieses Meisterwerk hat der Verantwortliche eine Belohnung verdient. Ich schlage vor, dass er zum ›König der Bürokraten‹ ernannt wird«, schreibt ein HNO-Arzt im Hippokranet sarkastisch.
Ein weiteres absurdes Beispiel: In Bayern müssen Ärzte nach der Leichenschau einen Formularsatz in einem verschlossenen Umschlag in den Sarg einlegen. Das klingt soweit vernünftig - aber: Das Formular muss nicht ausgefüllt werden, sondern wird in jeden Sarg blanko ohne den Namen des Verstorbenen eingelegt für den Fall, dass eine Obduktion erfolgt.
Wenn Sie sich näher mit der Thematik befassen, dann werden Sie erkennen, dass Patienten und auch Ärzte von unserem Gesundheitssystem für dumm verkauft werden.
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