Thursday, 29. September 2016
09.01.2016
 
 

»Super-Gonorrhoe« auf dem Vormarsch

Daniel Barker

Gegenwärtig droht sich eine nicht behandelbare »Super-Gonorrhoe« aufgrund des übermäßigen Einsatzes von Antibiotika (und der damit verbundenen Entwicklung resistenter Erreger) sowie der Zunahme von »Gelegenheitssex« (»One-Night-Stands«) weltweit auszubreiten. Eine wesentliche Rolle dabei spielen so genannte »Hookup«-Apps wie etwa Tinder, über die sich Menschen zu solchen Treffen verabreden können.

 

Mitarbeiter der britischen Gesundheitsbehörden entdeckten den auffälligen Gonorrhoe-Stamm bereits im März 2015. Seither wurden mindestens 16 Fälle einer Infizierung mit diesem gegen Antibiotika resistenten Stamm bestätigt. Bei den Erkrankten handelt es sich ausnahmslos um Heterosexuelle.

 

Gonorrhoe steht nach einer Chlamydien-Infektion bei den sexuell übertragbaren Krankheiten, was die Häufigkeit anbelangt, an zweiter Stelle. Sie wird oft mit dem Breitband-Antibiotikum Ciprofloxacin behandelt, obwohl dessen Anwendung seit 2005 nicht mehr empfohlen wird.

 

In einer von der Organisation Public Health England (PHE) veröffentlichten Studie wurde festgestellt, dass 2007 schon 42 Prozent der Verschreibungen bei Gonorrhoe Ciprofloxacin betrafen. Und noch 2011 verschrieben 20 Prozent der Ärzte immer noch dieses überholte Antibiotikum.

 

Dr. Andrew Lee, der für PHW im Bereich Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten beratend tätig ist, erklärte dazu:

»Gegenwärtig werden zahlreiche Krankheitsfälle Antibiotika-resistenter Gonorrhoe untersucht. [Fälle dieser Art] treten von Zeit zu Zeit in England auf, und die Betroffenen wurden mit alternativen Antibiotika wirksam behandelt. Wir wissen, dass das Bakterium, das Gonorrhoe verursacht, mutieren kann und neue Resistenzen entwickelt. Dies bedeutet, dass wir es uns nicht leisten können, uns selbstzufrieden zurückzulehnen.

 

Jeder einzelne kann sein Risiko, an einer sexuell übertragbaren Krankheit zu erkranken, durch die Benutzung von Kondomen bei allen neuen und Gelegenheits-Partnern reduzieren. Darüber hinaus sollte man sich regelmäßig untersuchen lassen. Public Health England wird weiterhin die Lage im Zusammenhang mit der Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen und möglichen Behandlungsfehlern bei Gonorrhoe beobachten, damit diese Fälle rechtzeitig erkannt und zeitnah behandelt werden.«

 

Der neue Gonorrhoe-Super-Stamm ist gegen das First-Line-Antibiotikum Azithromycin (also das Medikament, das allgemein als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung angesehen wird) resistent. Bei der Gonorrhoe handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung. Einige Infizierte zeigen zwar keine Symptome, aber die Krankheit kann langfristige Schäden – wie etwa Unfruchtbarkeit und bei Frauen eine Entzündung des Gebärmutterhalses – auslösen. Manchmal werden auch Kinder von infizierten Müttern blind geboren.

 

Die Gefahr einer Verbreitung nichtbehandelbarer Bakterienstämme über England hinaus kann nicht von der Hand gewiesen werden.

 

Der amerikanische Fernsehsender CNBC berichtete in diesem Zusammenhang:

»Antibiotika-resistente Bakterien haben sich seit längerer Zeit nicht nur in England als große und teilweise tödliche Herausforderung für Leistungserbringer im Gesundheitsbereich und der Patienten erwiesen. Dies gilt insbesondere seit dem vermehrten Auftreten von Fällen sexuell übertragbarer Krankheiten.

 

In den USA unterzeichnete Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr ein Präsidialdekret, das dem Kampf gegen resistente Bakterien gewidmet war. Daraufhin brachten die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ihre Behandlungsrichtlinien für sexuell übertragbare Krankheiten auf den neuesten Stand, um so angemessen auf die ›akute Gesundheitsgefährdung‹ durch den Gonorrhoe-Super-Stamm reagieren zu können.«

 

»One-Night-Stands« tragen zur Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten bei


Die Benutzung so genannter Hookup-Apps wie Tinder, die Menschen zu oft anonymem  »Gelegenheitssex« ermutigen, könnte zur weiteren Verbreitung dieses Gonorrhoe-Super-Stamms beitragen, da sie die Partnersuche über das Internet erleichtern, wie es in einem Bericht der Gesundheitsbehörde von Rhode Island heißt.

 

Die Gesundheitsbehörde verwies auf eine deutliche Zunahme sexuell übertragbarer Krankheiten in den vergangenen Jahren. Nach ihrer Ansicht tragen Tinder, Grinder (eine Dating-App für homosexuelle Männer), ähnliche Apps oder soziale Medien-Plattformen eine Mitschuld an dieser Entwicklung.

 

Der amerikanische Fernsehsender CNN berichtet dazu:

»Zwischen 2013 und 2014 stiegen [im amerikanischen Bundesstaat Rhode Island] die Fallzahlen von Syphilis um 79 Prozent, von HIV-Infektionen um 33 Prozent und von Gonorrhoe-Erkrankungen um 30 Prozent. Sexuell übertragbare Erkrankungen bei Jugendlichen steigen im Vergleich zum Rest der Bevölkerung deutlich schneller.

 

[Die Landesregierung von] Rhode Island erklärte, der jüngste Anstieg bei sexuell übertragbaren Krankheiten folge einem landesweiten Trend. Die Gesundheitsbehörde des Bundesstaates machte dafür vor allem die Tatsache verantwortlich, dass ›sich mit hohem Risiko verbundene Verhaltensweisen in den vergangenen Jahren verstärkt verbreitet‹ hätten. Dazu zähle etwa ›die Benutzung sozialer Medien für Verabredungen zu oft anonymem Gelegenheitssex‹.«

 

So beunruhigend diese Entwicklungen auch vielleicht sein mögen, gibt es doch immer noch wirksame Möglichkeiten, eine Ansteckung mit einem Super-Stamm einer sexuell übertragbaren Krankheit zu verhindern: indem man sich einfach an »altmodische« Wertvorstellungen wie Monogamie und Enthaltsamkeit hält.

 

Wenn man der Versuchung, mit vielen Partnern Sex zu erleben, nicht widerstehen kann, sollte man sich wenigstens so verantwortungsvoll verhalten, keinen ungeschützten Sex zu praktizieren.

 

 

 

 

 

 

 


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