.jpg)
»Metformin wird als Eckpfeiler in der Behandlung von Diabetes gesehen und zählt zu den Medikamenten erster Wahl, die Patienten mit Diabetes vom Typ 2 am häufigsten verschrieben werden«, heißt es weiter. »Zusätzlich gehört es zu den wenigen [Medikamenten], … die die Gefahr von kardiovaskulären Erkrankungen verringert und die Sterberate senkt.« Kreislauferkrankungen bilden eine häufige Todesursache bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2.
Zuvor hatten bereits Untersuchungen mit geringer Laufzeit ergeben, dass die Einnahme des Medikaments die Werte für Vitamin B12 im Körper auf ein unzureichendes Maß senken kann. Die neue Untersuchung hat diesen Trend über einen langen Zeitraum bestätigt. »Metformin … beeinträchtigt die Aufnahme von Vitamin B12, was das Risiko von Vitamin-B12-Mangel erhöht – ein klinisch wichtiger und behandelbarer Umstand«, schreiben die Wissenschaftler.
Im Rahmen der Untersuchung wurde 390 Patienten mit Diabetes Typ 2 über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren dreimal täglich entweder Metformin oder ein Placebo verabreicht. Die Patienten wurden in der Ambulanz dreier außeruniversitärer Kliniken behandelt. Die Teilnehmer der Untersuchung waren im Durchschnitt 13 Jahre vor der Studie erkrankt und unterzogen sich seit sieben Jahren einer Insulinbehandlung. Ihr Durchschnittsalter lag bei 61 Jahren.
Bei denjenigen, die Metformin erhielten, sanken die Vitamin-B12-Spiegel im Vergleich mit der Placebo-Kontrollgruppe stetig. Dabei sank der Vitamin-Spiegel in den ersten Monaten am stärksten, die Absenkung hielt aber über den ganzen Verlauf der Untersuchung an. Nach vier Jahren war der Vitamin-B12-Spiegel bei den Patienten der Metformin-Gruppe relativ um 19 Prozent gesunken, und ihr Risiko, an Vitam-B12-Mangel zu leiden, um 11,2 Prozent gegenüber der Placebo-Gruppe gestiegen. Praktisch jeder neunte Patient (8,9), der mit Metformin behandelt wurde, wies eine Unterversorgung an Vitamin B12 auf. Diese erhöhte Risiko blieb auch erhalten, nachdem die Wissenschaftler andere Risikofaktoren wie Alter, die Erkrankungsdauer an Diabetes, die Höhe der Insulindosis, das Geschlecht, Raucher/ Nichtraucher und schon erfolgte Behandlungen mit Metformin herausgerechnet hatten. »Man muss, das zeigt unsere Untersuchung, vernünftigerweise davon ausgehen, dass durch Metformin ausgelöste niedrige Vitamin-B12-Werte bei einigen Patienten zu Schädigungen führen«, heißt es in der Untersuchung.
Die Forscher fanden heraus, dass Metformin offenbar die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm beeinträchtigt. Glücklicherweise kann dieser negative Effekt durch die Einnahme von Kalzium ausgeglichen werden.
Vitamin B12 trägt vor allem dazu bei, Nerven und die rote Blutzellen gesund zu halten. Es kommt in tierischen Produkten, Hefe und angereicherten Frühstückscerealien vor. Bei einem Vitamin-B12-Mangel treten als Symptome Anämie, Erschöpfungszustände, Nervenschädigungen und Beeinträchtigungen der Denkleistung auf. Da ähnliche Symptome auch bei Diabetikern und älteren Menschen zu beobachten sind, fällt die Diagnose des Vitaminmangels in diesen Bevölkerungsgruppen schwer. Dabei kann man einen Vitamin-B12-Mangel, der durchaus schwere Folgeschäden nach sich ziehen kann, leicht durch Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen.
»Vitamin-B12-Mangel ist vermeidbar; unsere Ergebnisse legen nahe, dass man die Vitamin-B12-Konzentrationen im Rahmen einer langfristigen Metformin-Behandlung unbedingt regelmäßig kontrollieren sollte«, schlussfolgern die Wissenschaftler.
Fast elf Prozent der amerikanischen Bevölkerung oder 24 Millionen Menschen leiden unter Diabetes. 5,7 Millionen Menschen wissen nichts von ihrer Erkrankung, weil sie nicht diagnostiziert wurde. Weitere 57 Millionen Menschen allein in den USA befinden sich schätzungsweise in einer Vorphase von Diabetes oder leiden unter einem hohen Risiko, an Diabetes zu erkranken.
Weltweit, so schätzt man, sind 246 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Und die Krankheit wird sich weiter ausbreiten, da die sich immer stärker durchsetzende westliche Ernährungs- und Lebensweise häufiger Menschen stark übergewichtig werden lässt.
__________
Quellen:
http://www.reuters.com/article/idUSTRE64J7BF20100520
http://www.medscape.com/viewarticle/722267
http://www.medpagetoday.com/Endocrinology/Diabetes/20220
NaturalNews
Interesse an mehr Hintergrundinformationen?
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!
Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.
In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:
- Randale in Großstädten? Horrorszenario für die deutsche Polizei
- Elektro-Fahrzeuge: von wegen umweltfreundlich
- Wie Deutschland die Sozialsysteme anderer EU-Staaten finanziert
- Gebrochene Versprechen: Großbritannien schnüffelt weiter
- Der Crash der Pflegeversicherung

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!
© 2010 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg
Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.