Monday, 30. May 2016
15.04.2011
 
 

Medikamente lassen Fallzahlen bei Krankheiten steigen, die sie angeblich bekämpfen

Ethan A. Huff

Vor kurzem berichtete das Nachrichten-Internetportal U.S. News & World Report über neue Studien, die auf ernste Probleme im Zusammenhang mit der Übermedikamentierung der amerikanischen Bevölkerung hinweisen. Berichten zufolge nehmen mehr als 60 Prozent der amerikanischen Erwachsenen aufgrund eines chronischen Gesundheitsproblems pro Tag mindestens ein Medikament, und mehr als die Hälfte der älteren Mitbürgerinnen und Bürger pro Tag mindestens drei Medikamente ein. Aber im Endergebnis steigen dadurch die Fallzahlen bei Diabetes, Herzerkrankungen, Übergewicht, Arthritis und Krebs.

Während die Fallzahlen bestimmter Krankheiten im Laufe der Jahre gesunken sind, stiegen sie bei anderen Erkrankungen massiv an, obwohl heute viel mehr Menschen Medikamente einnehmen als dies früher der Fall war. Der Grund, so sagen viele, liegt bei den Medikamenten selbst. Nach Ansicht von Experten sind Millionen Menschen aufgrund aggressiver und unregulierter Vermarktungsmethoden der Pharmakonzerne, die das Problem noch verschärfen, überdiagnostiziert und übermedikamentiert.

Die Zulassung vieler heutiger  Medikamente auf dem Markt stützt sich nur auf Untersuchungen mit einer sehr eng gefassten Aufgabenstellung. Neben der Tatsache, dass viele Studien manipuliert wurden, um das gewünschte Ergebnis zu erbringen, untersuchen die meisten Studien die Auswirkungen der Medikamente nur auf einen sehr begrenzten Bevölkerungsquerschnitt mit einzelnen Krankheitssymptomen und zudem über einen sehr kurzen Zeitraum. Eine Feststellung langfristiger Aus- und Nebenwirkungen der betreffenden Medikamente auf ein breites Spektrum unterschiedlicher Menschen findet kaum statt.

Ein weiteres größeres Problem betrifft die sogenannte »zulassungsüberschreitende Verschreibung«, bei der Ärzte Medikamente für Anwendungen verschreiben, für die sie eigentlich nicht vorgesehen sind. Die Pharmakonzerne selbst fördern diese Praxis, indem sie Ärzten praktisch Geld dafür zahlen, ihren Patienten bestimmte Medikamente zu empfehlen, selbst wenn diese Medikamente unnütz sind. Ein Regierungsbericht vom März dieses Jahres beschreibt ein treffendes Beispiel. Es stellte sich heraus, dass 22 Prozent der Bewohner von Altenpflegeheimen in Massachusetts Medikamente gegen Psychosen verschrieben bekommen hatten, obwohl sie keine entsprechenden Symptome aufwiesen.

Einige Experten fordern eine Reform der Vorschriften, um die engen Beziehungen zwischen Behörden wie der amerikanischen Zulassungsbehörde für Medikamente FDA und den Pharmakonzernen zu beenden, die nach Ansicht vieler die eigentliche Ursache des Problems ist.

 

Quellen zu diesem Artikel: http://health.usnews.com/health-new...

 

 


 

 

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