Wednesday, 1. June 2016
20.08.2010
 
 

Die »Pille« wird Fünfzig – doch nicht jedem ist zum Feiern zumute!

Eva Herman

Wenn das zwanzigste Jahrhundert einst Geschichte geworden ist, dann wird eines der entscheidendsten, gesellschaftsverändernden Themen dieser Epoche die Einführung der Antibabypille sein. Derzeit wird in den Medien fröhlich ihr Geburtstag gefeiert: Fünfzig Jahre alt ist die kleine, unscheinbare Hormonbombe geworden. Man hört und liest zu ihrem Jubiläum vieles über die damit verbundenen, angeblich positiven Errungenschaften wie etwa die Unabhängigkeit der modernen Frau, die mit dem Einnehmen der Antibabypille begonnen haben soll. Die Rede ist von Begriffen wie Freiheit, Selbstbestimmung, Autonomie und ungezwungener Sexualität. Weniger allerdings ist darüber zu hören, welche Negativ-Folgen mit dieser medizinisch verordneten Dauer-Scheinschwangerschaft seit fünfzig Jahren für die Frauen und damit für den Fortlauf der gesamten Gesellschaft verbunden sind.

Es dürfte unbestritten sein, dass heutzutage die meisten Männer längst wie selbstverständlich voraussetzen, dass Frauen die Pille nehmen und somit alleine für den Verhütungsschutz sorgen. Die Antibabypille brachte also tatsächlich Freiheit und Unabhängigkeit. Doch wem und für was? Hauptsächlich und vor allem in sexueller Hinsicht, und maßgeblich für den Mann. Gleichberechtigung? Glatte Fehlanzeige! Welche Frau bedrückte es nicht schon so manches Mal, wenn sie gegen die unerfreulichen Nebenwirkungen der ungeliebten Wunderpille ankämpfen musste wie etwa Kopfschmerzen, Mattigkeit, Übelkeit, Stimmungsschwankungen oder nicht abzustellende Gewichtszunahme, während Männer oftmals nicht den Hauch einer Ahnung oder gar Interesse für diese wiederkehrenden Beschwerungen haben. »Warum soll eigentlich ich immer alleine diese Verantwortung tragen?« fragten sich inzwischen Abermillionen von Frauen auf dieser Welt. Doch mit jeder neuen Pille morgens wird der Ärger heruntergeschluckt und tapfer weitergemacht, denn man will die sexuelle Freiheit ebenso wenig aufgeben wie die persönliche Geburtenkontrolle, damit die selbstbestimmte Berufsplanung. Auch wenn sich zunehmend bange Fragen nach den möglichen körperlichen Folgewirkungen der jahrelangen Einnahme einstellen: Es dauert in der Regel lange acht bis zwölf Jahre, bis Frauen beginnen, an ihre Gesundheit zu denken und die Pille allmählich absetzen. Ebenso gibt es allerdings auch nicht wenige Fälle, in denen Frauen sie dreißig Jahre und länger schlucken. Nur langsam kommt nach der Absetzung der Körper wieder in Gang, nicht selten haben sich die Formen und Kurven verändert, Haarausfall und schwere Stimmungsschwankungen sind nicht selten an der Tagesordnung. Das alles stecken sie mehr oder weniger gut weg, die vielen, vielen, modernen Frauen in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt.

Das ist jedoch längst nicht alles: Wer lange die Pille nimmt, läuft Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken. Auch das Unterleibskrebsrisiko steigt mit der Einnahme der Hormone: Seit den sechziger Jahren, also zeitgleich mit der Geburt der Antibabypille, sind diese Krebsraten dramatisch angestiegen.

Selbstverständlich spielen bei dem starken Krebsanstieg der vergangenen fünf Jahrzehnte noch andere Faktoren eine Rolle wie etwa Nikotin und Alkoholgenuss, die ebenso seit dem Beginn der Freiheit des menschlichen Individuums in den sechziger Jahren nicht unerheblich gerade bei Frauen angestiegen sind, wie auch stetig zunehmender Fleischgenuss und weitere Faktoren der westlichen, industrialisierten Wohlstandsgesellschaft. Längst besteht in Wissenschaft und Forschung jedoch kein Zweifel mehr darüber, dass die permanente Einnahme von Östrogen und Gestagen den Hormonhaushalt des weiblichen Körpers nachhaltig durcheinanderbringen kann. Je früher die Einnahme, je regelmäßiger und je dauerhafter, desto nachhaltiger die Folgen. Das Unterleibs- und Brustkrebsrisiko ist in den letzten fünfzig Jahren nachweislich dramatisch angestiegen. Aufgrund fehlender Krebsmelderegister sind tatsächliche und zuverlässige Vergleichszahlen aus der Anfangszeit der Antibabypille vor fünfzig Jahren zwar schwer möglich, aber sicher ist, dass es noch vor zwölf Jahren ein Drittel weniger Erkrankungen in Deutschland gab als heute: Etwa 57.000 Frauen erkranken derzeit jährlich an Brustkrebs. Und diese schwere Krankheit, die mit unendlichem Leid und Todesängsten für die Frauen, mit Hilflosigkeit und Resignation für ihre Familien verbunden ist, bleibt die Todesursache Nummer eins bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren. Alarmierend bei diesen Informationen wirkt demnach die Tatsache, dass ausgerechnet jene Frauen, die wenige oder keine Kinder haben, wiederum häufiger von dem Hormonkrebs betroffen sind als Mehrfachmütter. Auch das Stillen ist eine beeindruckende Prävention: So senken Mütter, die insgesamt etwa zwei Jahre über gestillt haben, ihr Brust-und Unterleibskrebsrisiko um etwa fünfzig Prozent. Nur: Wer mit der Pille verhütet, um keine Kinder zu bekommen, der wird auch nicht stillen können - ein Teufelskreis hat sich aufgetan.

Die Folgen seit Anbeginn der Antibabypille, die natürlich für die Pharmaindustrie ein Sechser mit Zusatzzahl ist, wirken wie eine Spirale ohne Ende: Denn die Geburtenrate ist seit der kleinen Tablette mit den großen Folgen ins Unendliche abgestürzt! Die westlichen Industrienationen werden weniger, Europa stirbt aus. Während mindestens 2,2 Kinder pro Paar erforderlich wären, um die Gesellschaft in natürlichem Rhythmus fortführen zu können, werden in Europa seit Jahrzehnten durchschnittlich etwa 1,6 Kinder geboren, in Deutschland sind es circa 1,34 Kinder. Diese Minuszahl ist mehr oder weniger stabil seit Anfang der Sechziger Jahre! Wer heute über die demografische Krise spricht, darüber, dass zu wenige Kinder geboren werden, darüber auch, dass sich die Alterspyramide bereits umgekehrt hat und künftig ein verschwindend kleiner Anteil junger Menschen eine wachsende Menge alter Leute versorgen soll, wer all die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen, dramatischen Auswirkungen beklagt, wer steigende Überalterung, fehlendes Pflegepersonal und mangelnde Innovation ganzer Kontinente betrauern will, der landet zwangsläufig immer wieder bei ihr: Bei dieser winzigen Pille mit hochexplosivem Inhalt, jenem Produkt, das wie kaum ein anderes Beispiel steht für eine Gesellschaft, die sich aller Zwänge und Normen entledigte, sich befreite, damals, in den sechziger Jahren! Von was eigentlich? Von der Gemeinschaft? Von der Familie als kleinstem Kern der Gesellschaft? Von Bindung und der Liebe, die hier nicht körperlich, sondern geistig gemeint ist?

Man mag anmerken, dass all die dramatischen Folgen damals noch nicht in all der Deutlichkeit erkennbar gewesen sein mochten. Doch was nützt das heute? Und wer hätte jetzt noch die Kraft und den Willen, das Steuer herumzureißen? Wer offenen Geistes bleibt bei der Betrachtung aller Auswirkungen, die das »Geburtstagskind des Jahres«, die Antibabypille, mit sich brachte, muss eher verzweifeln. Immer deutlicher erkennt er, auf welch abschüssigen Weg sich diese Gesellschaft begeben hat. Wer dies thematisiert, hat schlechte Karten. Schmerzt die Wahrheit inzwischen schon derartig?

All die beschriebenen Umstände und Tatsachen sind einzelne Teile in einem Gesellschaftspuzzle, welches im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ein völlig neues Bild ergab. Inwieweit die Pille zur sogenannten »sexuellen Revolution“« der sechziger Jahre beigetragen hat – darüber ist viel diskutiert worden. Die Befreiung von der Sorge, schwanger zu werden, die Möglichkeit, eine Schwangerschaft für einen späteren Lebensabschnitt zu planen, hat es Millionen Frauen ermöglicht, ihre beruflichen Ziele mit festem Blick zu verfolgen. Der Preis, den die Frauen dafür bezahlen, ist nicht gerade niedrig, manche kostet er das Leben. Der Preis, den die Gesellschaft zu tragen hat, ist noch längst nicht absehbar. Erst wenn das zwanzigste Jahrhundert in den Geschichtsbüchern nachzulesen ist, wird das Ausmaß der Antibabypille und ihrer Begleiterscheinungen deutlicher erkennbar sein.

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