Thursday, 29. September 2016
17.04.2012
 
 

Gekaufte Ärzte: Profitgier zwingt deutsche Patienten unters Messer

Eva Herman

Haben Sie gewusst, dass Deutschland das Schlaraffenland der künstlichen Hüft- und Kniegelenke ist? Nirgendwo ist der Absatz so groß wie hier, es wird mehr als doppelt so häufig wie in anderen Ländern operiert. Aber auch bei Prostata- und Gebärmutterentfernungen ist man in Deutschland bedeutend schneller mit dem Skalpell zur Stelle als in Frankreich oder Schweden. Auch wenn die Operationen oft völlig unnötig sind, landen viele Verzweifelte dennoch auf dem OP-Tisch. Man sollte die Gründe für diesen faulen Zauber kennen, um nicht selbst irgendwann zum Opfer zu werden.

In einem KOPP-Interview erläutert der Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, Prof. Hans Pässler von der ATOS-Klinik in Heidelberg die dubiosen Motive von Medizinern und Pharmakartell.

Man kann es sich eigentlich kaum vorstellen: Kranke Menschen in Deutschland werden medizinisch nicht automatisch so behandelt, wie es für sie am besten wäre. Sondern oftmals geht es nur darum, so viel Kasse wie möglich zu machen. Ärzte operieren hierzulande immer häufiger aus Profitgier, und das praktisch gezwungenermaßen. Denn es handelt sich manchmal um nicht weniger als verzweifelte Überlebenskämpfe der Mediziner, wenn sie ihren Patienten komplizierte Operationen empfehlen, die diese vielleicht gar nicht benötigen. Aus dem Gesundheitswesen in Deutschland ist längst ein »Gesundheitsmarkt« geworden.

 

Prof. Hans Pässler, der seit Jahren in dieser Sache warnt, weist in einem ausführlichen Interview auf folgende bedrohliche Situation in Deutschland hin, die sich mit jedem Tag weiter zuspitzt: Deutschlands Krankenhäuser und Arztpraxen werden schrittweise von riesigen Pharmaunternehmen aufgekauft, die diese dann teuer an die Mediziner weitervermieten. Grausames Fazit: Der deutsche Patient muss operiert werden, auch wenn kein Bedarf besteht, denn der Arzt muss Geld verdienen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Pässler nennt ein Beispiel:

 

»Da ist ein junger Kollege, der frisch aus dem Krankenhaus kommt und das Operieren gelernt hat. Er mietet sich in ein OP-Zentrum ein. Am Ende jedes Monats muss er die Miete bezahlen. Die ist sehr teuer: Personal, Apparaturen, alles ist eingeschlossen. Ich weiß es von meiner Klinik, da kostet die Stunde sechshundert Euro. Das muss erst einmal verdient werden, man muss viele, viele Operationen durchführen, um das Geld herein zu bekommen. Wer also diesen Schritt geht und sich einmietet, der MUSS operieren, der ist verdammt dazu, sonst überlebt er nicht. Das ist ein Grund für die Mengenvermehrung«.

 

Welche weiteren Gründe spielen eine Rolle für die hohen Operationszahlen in Deutschland?

 

»Wir haben eine neue Situation in den Krankenhäusern. Wir haben die sogenannten DiGs. Das sind fallbezogene Gelder, die die Krankenkasse den Krankenhäusern bezahlt. Die Chefärzte, die früher abgerechnet hatten nach allen möglichen Posten wie Ambulanz, Privatpatienten und so weiter, können das heute nicht mehr tun. Heute bekommen sie einen festen Vertrag mit einer bestimmten Summe, die in der Regel reichen sollte, aber die für viele eben nicht reicht. Diese Mediziner haben einen Vertrag mit einem Bonussystem. Das bedeutet, dass sie partizipieren an den vermehrten Einnahmen der Klinik, wenn sie mehr Fälle operieren. Sie MÜSSEN operieren, sonst gibt es keinen Bonus«.

 

Der Chirurg bezeichnet diesen Abrechnungsmodus als »Systemfehler«, durch den die Ärzte »großzügig« mit ihren Indikationen umgehen, damit eben am Ende ein Bonus für sie übrigbleibt. Er weist auch auf andere medizinische Fachbereiche hin:

 

»In der Gynäkologie, in der Gebärmutterentfernung, sind wir Weltmeister in Deutschland. Ebenso werden hierzulande viel mehr Prostataentfernungen durchgeführt als in anderen Ländern«.

 

Kein Wunder, dass die Krankenkassenbeiträge ständig steigen. Denn die Kassen fragen kaum nach der Notwendigkeit einer Operation. Dieser Umstand wiegt schwer, seine Folgen sind ebenso kaum überschaubar, so der Facharzt:

 

»Ich habe mit einer gesetzlichen Krankenkasse verhandelt, denn ich wollte Zahlen wissen über die ambulanten Eingriffe. Es gibt jedoch in Deutschland keine Zahlen! Wir wissen nicht, wie viel in Deutschland ambulant operiert wird. Wir haben lediglich das Bundesregister für Statistik, und zwar für stationäre Fälle. Bis 2004 hatten die Chirurgen mit einem Verein ambulanter niedergelassener Chirurgen solche Zahlen noch evaluiert. Das waren die letzten Erkenntnisse. Die ambulanten Eingriffe haben inzwischen noch weiter zugenommen und nicht etwa abgenommen. Das heißt, diese hohe Zahl von Arthroskopien in Deutschland – im Vergleich zu anderen Ländern – ist sicher noch viel höher«.

 

Was kann der Patient tun? Er muss seine Scheu verlieren und mit den Ärzten Klartext reden. Er braucht eine Zweitmeinung. Und er muss wissen, dass es sich bei zahllosen Operationen heutzutage um »unnötige Eingriffe« handelt.

 

»Nehmen wir Frankreich: Das Land hat ein ähnliches Gesundheitssystem wie Deutschland. Dort wird nicht einmal die Hälfte dessen operiert wie hierzulande. Und dabei werden die Franzosen unterm Strich sogar ein Jahr älter als die Deutschen«.

 

Der deutsche Humanmediziner hat zusammen mit Kollegen eine Initiative gegründet, um unsicheren Patienten zu helfen, die eine dringend notwendige Zweitmeinung einholen sollten, bevor sie einer Operation zustimmen. Denn ein weiteres, großes Problem ist die ausgeprägte Ärztehörigkeit in Deutschland, die hier weitaus verbreiteter ist als zum Beispiel in den USA.

 

Wie man am besten im Einzelfall vorgeht, was man unbedingt wissen muss, um unnötige Operationen zu verhindern, das erläutert Pässler in dem ausführlichen Interview mit der Redaktion von KOPP Klartext.

 

 


 

 

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