Montag, 24. April 2017
29.06.2016
 
 

Wen der Ebola-Floh beißt

Hans U. P. Tolzin

Am Samstag, dem 4. Juni 2016, war das Dorf Steinhorst in der Nähe von Wolfsburg für mehrere Stunden wegen des Verdachts auf Ausbruch von Ebola komplett abgeriegelt. Mehr als hundert Kräfte der Feuerwehr, der Polizei und des Rettungsdienstes waren im Einsatz. Am Ende löste sich die Aufregung in Wohlgefallen auf: Bei den Hautausschlägen einiger Heimbewohner hatte es sich nur um profane Flohbisse gehandelt.

In einer Wohneinrichtung für geistig und körperlich Behinderte in Celle war bei mehreren Bewohnern und auch bei einem der Betreuer ein auffälliger Hautausschlag festgestellt worden. Der Betreiber der Einrichtung habe daraufhin die am schwersten Betroffenen zur Untersuchung in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) gebracht. Außerdem bat er eine in Steinhorst wohnende Pflegerin der Nachtschicht, sich vorsorglich beim Rettungsdienst zu melden.

 

Wer genau auf die Idee kam, es könnte sich hierbei ausgerechnet um Ebola-Verdachtsfälle handeln, ist aus den Pressemeldungen nicht zu entnehmen. Ebola ist für uns Deutsche eigentlich unendlich weit entfernt. Es muss schon jemand sein, der den ganzen Tag nur Ebola im Kopf hat, um aus harmlosen Hautausschlägen einen Ebola-Verdacht zu deuten.

 

Meine Erfahrungen mit dem damaligen EHEC-Ausbruch ließen mich die Google-Suchmaschine mit den Suchworten »Ebola« und »Medizinische Hochschule Hannover« anwerfen. Und prompt fand sich gleich auf der ersten Ergebnisseite ein Hinweis, dass sich ein bestimmter Arzt dieser Hochschule intensiv mit Ebola und der Wirkung von bereits zugelassenen Medikamenten auf das Virus beschäftigt hat.

 

Genau dieser Arzt leitet inzwischen an der MHH eine Arbeitsgruppe, die die Wirkungsweisen von Viren erforscht. Es ist also durchaus denkbar, dass er bei den eingelieferten Patienten mit den rätselhaften Symptomen hinzugezogen wurde, gleich auf Ebola tippte und so die kurzzeitige Ebola-Hysterie auslöste.

 

Ob nun wirklich dieser Arzt es war, der den Ebola-Gedanken hatte, oder der Betreiber des Heims oder der Leiter des Rettungsdienstes oder der Leiter der Feuerwehr ‒ Steinhorst wurde jedenfalls für mehrere Stunden komplett abgeriegelt, bis sich schließlich zeigte, dass die Hautausschläge harmlos und wahrscheinlich auf Flohbisse zurückzuführen waren.

 

Im Grunde wiederholt sich hier die jüngste Ebola-Geschichte. Wer genau damals in Westafrika erstmals auf die Idee gekommen ist, die Patientenproben bei typischen Malaria-Symptomen ausgerechnet auf Ebola-Viren untersuchen zu lassen, ist bis heute ein Rätsel.

 

Da ein bestimmter Prozentsatz der Bevölkerung immer laborpositiv reagiert, entweder weil die Labortests unzulänglich sind oder weil viele die Infektion symptomlos durchmachen, ist es ja kein Wunder, dass ein Teil dieser Proben tatsächlich positiv auf Ebola getestet wurde.

 

Die darauf folgende Ebola-Hysterie war sowohl ungerechtfertigt als auch bewusst künstlich erzeugt. Interessierte Kreise gibt es bei den weltweit in solchen Fällen zu verteilenden Geldern in Milliardenhöhe weitaus genug.

 

Wie dieser Wahnsinn funktioniert, könnten Sie selbst jederzeit ausprobieren. Liegt ein toter Spatz in Ihrem Garten, rufen Sie doch mal das Gesundheitsamt mit Verdacht auf Vogelgrippe an. Oder Sie hören Ihren Nachbarn, den Sie nicht leiden können, ständig die Klospülung betätigen? Könnte Ebola sein. Ein Anruf beim Gesundheitsamt genügt, und schon setzen Sie einen Mechanismus in Gang, der nicht mehr zu stoppen ist, weil die Gesundheitsbeamten auch gegen jeden gesunden Menschenverstand jedem gemeldeten Verdachtsfall nachgehen müssen.

 

 

 

 

.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Britische Ebola-Patientin: Virus hatte sich im Gehirn versteckt

David Gutierrez

Die schottische Krankenschwester Pauline Cafferkey überlebte 2014 eine Ebola-Infektion, aber bis heute hat sie ihre gesundheitlichen Probleme nicht vollständig abschütteln können. Jetzt wurde die 39-Jährige in die Klinik der Queen-Elizabeth-Universität in Glasgow eingeliefert, nachdem man bei einer Routineuntersuchung festgestellt hatte, dass  mehr …

Ebola und das Geheimnis der »Ärzte ohne Grenzen«

Hans U. P. Tolzin und Angelika Müller

Die bekannte Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« spielt eine Schlüsselrolle in der globalen Ebola-Kampagne. Ihre Ärzte behandelten die allerersten Ebolapatienten, stellten erstmals Eboladiagnosen, betrieben Ebolastationen und Aufklärungskampagnen und sind an Medikamenten- und Impfstoffstudien beteiligt. Sie verabreichen millionenfach  mehr …

Ebola reloaded: Neue Ebola-Fälle in Liberia leiten nächste Phase der Impfstoff-Vermarktung ein

Hans U. P. Tolzin und Angelika Müller

Bereits zweimal, im Mai und im September 2015, war das westafrikanische Land Liberia von der Weltgesundheitsbehörde WHO für Ebola-frei erklärt worden. Jetzt hat es das gebeutelte Land ein drittes Mal erwischt: Kürzlich verstarb ein 15-jähriger Junge – angeblich an Ebola. Wo er sich angesteckt hat, ist den Experten ein Rätsel. Eine neue Studie  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Grenzenlos kriminell: Endlich wieder Verschwörungsstoff für Medienkritiker Niggemeier

Redaktion

An diesem Donnerstag erscheint ein neues Sachbuch über die Kriminalität von Migranten. Weil der Medienkritiker Stefan Niggemeier nach eigenen Angaben Hunger nach Aufmerksamkeit hat und Kopp-Autoren offenkundig besonders gern rezensiert, empfehlen wir ihm dieses Buch. Alle anderen informieren wir schon mal über den brisanten Inhalt.  mehr …

Brexit und die Neue Weltordnung

Peter Orzechowski

George Soros erwartet nach dem Ausstieg der Briten »den Zerfall der EU im Chaos«. Kommentatoren im Netz schwadronieren vom Zusammenbruch der NATO. Jüngste Äußerungen einflussreicher Politiker und Denkfabriken zeigen, dass die Entwicklung in eine ganz andere Richtung geht: Hin zur Schwächung der Nationalstaaten und zur Stärkung des supranationalen  mehr …

Pharmaindustrie betreibt Meinungsmache auf Wikipedia, Informationen im Gesundheitsbereich gezielt falsch

Ethan A. Huff

Es ist ein Running Gag in glaubwürdigen Kreisen, Wikipedia sei eine der schlechtesten Quellen für wahrheitsgetreue Informationen zu so gut wie jedem Thema. Und eine neue Studie belegt, dass die populäre, von Usern gestaltete »Fauxpedia«-Website von vorne bis hinten voller Fehlinformationen ist – insbesondere in den Themenbereichen Gesundheit und  mehr …

Soros, Brexit und das einträgliche Spiel ums europäische Ungleichgewicht

Andreas von Rétyi

Im Vorfeld des Brexit-Votums meldete sich selbstverständlich auch Mega-Spekulant George Soros zu Wort, um deutliche Warnungen auszusprechen: Sollte sich Großbritannien gegen den Verbleib in der EU entscheiden, würde dies einen »Schwarzen Freitag« bedeuten. Spekulierte Soros sogar auf diese Entwicklung, wie einst 1992? Und was ist in den  mehr …

Ärzte gefährden Ihre Gesundheit.

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Impfen, bis der Arzt kommt

Das Geschäft mit der Angst

Jährlich warnen Medien und Behörden vor immer neuen gefährlichen Krankheiten, gegen die wir uns unbedingt impfen lassen sollen. Was steckt dahinter? Begründete Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung oder Profitgier der Pharmakonzerne? Der Experte für Impfschäden Dr. Klaus Hartmann legt als Insider die fragwürdigen Mechanismen der Zulassung und Empfehlung von Impfungen offen, damit wir uns selbst ein Bild von den möglichen Risiken machen können. Denn gewiss ist: Im Ernstfall können Nebenwirkungen und Komplikationen zu dramatischen gesundheitlichen Schäden führen.

mehr ...

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Ding-Filter® Mundschutz

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.