Wednesday, 28. September 2016
05.01.2016
 
 

Die Gene sind NICHT alleinige Krebsursache

Jennifer Lea Reynolds

Eine im Fachjournal Nature im Dezember veröffentlichte Studie bekräftigt eine Erkenntnis, die Menschen mit einem ausgeprägten Gesundheitsbewusstsein schon lange bekannt ist: Die Lebensweise spielt eine erhebliche Rolle, wenn es um die Frage geht, ob man an Krebs erkrankt oder nicht. Die Gene sind nicht die alleinige Krebsursache. Bei der Krebsvorbeugung kommt Verhaltensweisen wie gesundem Essen oder dem Verzicht aufs Rauchen entscheidende Bedeutung zu. Bis zu 90 Prozent aller Erkrankungen könnten dadurch verhindert werden, dass man einen ungesunden Lebensstil zugunsten eines gesünderen aufgibt.

 

Diese Informationen stammen von Forschern, die sich die Aufgabe gestellt hatten, die anhaltende Debatte, nach der eine Krebserkrankung eben »einfach Pech« sei, kritisch zu untersuchen und letztlich zu widerlegen. Viele Experten sind der Auffassung, die Entwicklung von Krebs stehe in den meisten Fällen im Zusammenhang mit zufälligen Mutationen und schließe »eine enge Korrelation zwischen gewebespezifischen Krebsrisiken und der Gesamtzahl der gewebespezifischen Stammzellteilungen« ein. Aber wie die nun in Nature veröffentlichte Untersuchung zeigt, gibt es noch sehr viele andere Aspekte, die berücksichtigt werden müssen.

 

In der Studie mit der Überschrift »Wesentliche Beiträge extrinsischer Risikofaktoren bei der Krebsentwicklung« (im Original: Substantial contribution of extrinsic risk factors to cancer development) heißt es: »Die Rate der durch intrinsische Prozesse ausgelösten Häufigkeit endogener Mutationen reicht nicht aus, um die beobachteten Krebsrisiken ausreichend zu erklären.« Und so kommt man zu dem Schluss: »… Das Krebsrisiko wird in hohem Maße durch extrinsische Faktoren beeinflusst. Diese Erkenntnisse sind für die strategische Entwicklung der Krebsvorbeugung, der Forschung und die öffentliche Gesundheit von großer Bedeutung.«

 

»Krebs wird nicht allein durch genetische Faktoren ausgelöst«

 

Dr. Emma Smith von der nicht staatlich finanzierten Forschungseinrichtung Cancer Research UK erklärt in einem Video, es gebe zwar einige wenige Krebsarten, die »zufällig in unserer DNS angelegt sind«, aber viele Krebsarten würden durch äußere Faktoren ausgelöst. Dies sei eine »gute Nachricht«, da dies zugleich bedeute, dass viele Krebserkrankungen vermeidbar seien. Weiter erläuterte sie, die genannte Untersuchung liefere den wissenschaftlichen Nachweis, dass es »bei Krebs nicht nur um Gene« gehe.

 

Vier von fünf Krebserkrankungen in Großbritannien könnten vermieden werden – wenn die Menschen bereit wären, ihre Lebensweise grundlegend zu verändern. Dies bezöge sich vor allem auf den Verzehr gesünderer Nahrungsmittel, das Bemühen um ein angemessenes Gewicht und den Verzicht aufs Rauchen.

 

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, Krebserkrankungen zu vermeiden. Dazu gehört etwa die Verringerung des Alkoholkonsums und der Schadstoffbelastung. Man könne zwar nicht entscheiden, wo man geboren werde oder in welcher Umgebung man aufwachse, und auch bestimmte Umweltbedingungen, die sich durch den Arbeitsplatz oder die familiäre Situation ergäben, seien manchmal nicht zu vermeiden. Aber die Untersuchung zeige deutlich, dass es viele Möglichkeiten für Menschen gebe, ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, zu verringern.

 

Maßnahmen zur Verringerung des Krebsrisikos

  • Vermeiden Sie industriell hergestellte oder verarbeitete Nahrungsmittel

Es wird nicht immer möglich sein, einfach seine Sachen zu packen und mit der ganzen Familie in ein anderes Bundesland oder sogar in ein ganz anderes Land zu ziehen, in dem die Luftverschmutzung nicht so massiv wie bei uns ist. Aber dennoch kann man in anderen Bereichen zu einer gesünderen Lebensweise finden.

 

So spielt beispielsweise die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Krebsvorbeugung. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation mit Sitz in Lyon, veröffentlichte vor Kurzem einen Bericht, nach dem rotes Fleisch »bei Menschen möglicherweise Krebs auslösen« könnte. Das Gleiche gelte für verarbeitetes Fleisch. Bei der Herstellung etwa von Schinkenspeck und Hot Dogs kommen allerlei gesundheitsschädliche Methoden zum Einsatz, um die Nahrungsmittel lange haltbar zu machen und ihren Geschmack zu verstärken.

  • Bewegen Sie sich mehr

Wenn es darum geht, ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu halten, ist der Verzehr gesunder Nahrungsmittel nur ein, aber ein wichtiger Aspekt. Auch körperliche Bewegung oder Sport tragen dazu bei, das Gewicht zu halten. Einige medizinische Fachleute gehen sogar so weit, ihren übergewichtigen Patienten »den Besuch eines Parks« zu verschreiben, um sie zu ermuntern, ein gesünderes Gewicht zu erreichen oder zu halten.

 

Dabei geht es nicht darum, irgendwelche Pillen zu schlucken oder der gerade aktuellsten, aber in sich unstimmigen Diät zu folgen, sondern sich einfach mehr zu bewegen. Viele Ärzte erstellen sogar Pläne der Umgebung des Arbeitsplatzes oder der Schule, in denen sie Möglichkeiten beschreiben, wie ihre Patienten zu Fuß auf Wanderwegen oder durch Parks ihr Ziel erreichen, anstatt stundenlang in einem Bus oder dem Auto zu sitzen.

 

Es hat sich herausgestellt, dass Übergewicht eng mit der Entwicklung von mindestens zehn Krebsarten korreliert. Dazu gehören vor allem Krebsarten, die die Brust, den Darm, die Speiseröhre, die Eierstöcke und die Leber befallen. Man schätzt, dass ein Sechstel dieser Krebserkrankungen dadurch – Sie ahnen es bereits – vermieden werden können, dass man ein gesundes Gewicht hält.

  • Hören Sie auf, zu rauchen

Es ist kein Geheimnis, dass die Gefahr, an Krebs zu erkranken, deutlich sinkt, wenn man aufhört, zu rauchen (oder überhaupt nicht erst damit anfängt). Laut dem amerikanischen Krebsforschungszentrum National Cancer Institute befinden sich im Tabakrauch mehr als 250 krebsverursachende Substanzen – die Brandbreite reicht von Arsen und Vinylchlorid bis zu Nickel und Formaldehyd. Neben der steigenden Gefahr eines Schlaganfalls oder schwerer Herzerkrankungen wird das Rauchen von Zigaretten auch damit in Verbindung gebracht, verschiedenste Krebserkrankungen im Mund, der Kehle, dem Magen, der Leber und dem Enddarm auszulösen.

 

Bemühen Sie sich also nach Kräften darum, Ihre Ernährungsweise zu verbessern, versuchen Sie, Ihr Idealgewicht zu erreichen und zu halten, und hören Sie unbedingt auf, zu rauchen. Wenn Sie diese Faktoren, die Sie selbst leicht beeinflussen können, im Griff haben, sind Sie auf dem besten Weg, eine Krebserkrankung zu vermeiden.

 

 

 

 

.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Krebsindustrie räumt ein: Chemo- und Strahlentherapie sorgen für enorme Folgegeschäfte und Gewinne

Julie Wilson

In den USA nimmt die Zahl der Zweitkarzinome explosionsartig zu, wie aus einer neuen Studie hervorgeht. Jeder fünfte neue Krebsfall betrifft demnach Personen, die zuvor schon einmal an Krebs erkrankt waren. Der Studie zufolge hat die Zahl der Zweitkarzinome seit den 1970er-Jahren um 300 Prozent zugenommen. Bei Zweitkarzinomen handelt es sich  mehr …

Neue Studie zeigt: Vegetarische Ernährung kann das Krebsrisiko um bis zu 43 Prozent senken

Jennifer Lea Reynolds

Gute Nachricht für Vegetarier, Gemüsefreunde und alle, die sich überwiegend von Gemüse ernähren: Eine Studie hat jetzt ergeben, dass eine vegetarische Ernährung das Darmkrebsrisiko im Vergleich zu Fleischessern senken kann.  mehr …

Medikamente versagten, Cannabisöl half: Dreijähriger von Krebs in der Endstufe geheilt

Jennifer Lea Reynolds

Die Ärzte hatten Landon Riddle schon abgeschrieben und erklärt, der Junge habe nur noch Tage zu leben. Doch jetzt ist der Dreijährige aus Utah, der an Leukämie erkrankt war, wieder wohlauf und munter. Aber es hat nicht etwa endlich die Chemotherapie angeschlagen – der Erfolg ist vielmehr einer Behandlung mit Cannabisöl zu verdanken!  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Zentauren-Alarm: Forscher warnen vor einem viel größeren Kometenrisiko als bisher angenommen

Andreas von Rétyi

Vor Kurzem sind Planetenforscher zu einer eher ungemütlichen Einsicht gelangt. Sie hängt mit der großen Zahl neu entdeckter Riesenkometen in den Außenbereichen des Sonnensystems zusammen. Aktuelle Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass die Kollisionsgefahr der Erde mit anderen Himmelsobjekten bislang deutlich unterschätzt wurde. Alles nur  mehr …

Krebsindustrie räumt ein: Chemo- und Strahlentherapie sorgen für enorme Folgegeschäfte und Gewinne

Julie Wilson

In den USA nimmt die Zahl der Zweitkarzinome explosionsartig zu, wie aus einer neuen Studie hervorgeht. Jeder fünfte neue Krebsfall betrifft demnach Personen, die zuvor schon einmal an Krebs erkrankt waren. Der Studie zufolge hat die Zahl der Zweitkarzinome seit den 1970er-Jahren um 300 Prozent zugenommen. Bei Zweitkarzinomen handelt es sich  mehr …

Neue Studie zeigt: Vegetarische Ernährung kann das Krebsrisiko um bis zu 43 Prozent senken

Jennifer Lea Reynolds

Gute Nachricht für Vegetarier, Gemüsefreunde und alle, die sich überwiegend von Gemüse ernähren: Eine Studie hat jetzt ergeben, dass eine vegetarische Ernährung das Darmkrebsrisiko im Vergleich zu Fleischessern senken kann.  mehr …

Blick in die Zukunft: Stell dir vor, es ist Krieg

Stefan Schubert

Militär- und Geheimdienststrategen simulieren derzeit hinter verschlossenen Türen den Zusammenbruch unserer Stromnetze. Ursache ist bei diesen Planspielen nicht etwa eine Naturkatastrophe, sondern einer gezielte Cyberattacke.  mehr …

Die Heilkfraft des Gehens

Die Heilkraft des Gehens

Das Gehen kann uns - in der natürlichen und physikalisch richtigen Haltung ausgeübt - körperlich und seelisch heilen. Wim Luijpers hat aus der Bewegungslehre Feldenkrais eine Methode des Gehens entwickelt, die wir bewusst einsetzen können, um Rücken- und Gelenkbeschwerden zu lindern, unsere Füße zu stärken und uns von Grund auf zu verjüngen. Anhand vieler praktischer Anleitungen zeigt uns Wim Luijpers die müheloseste Art, gesund zu werden und zu bleiben.

mehr ...

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Mühelose Heilung

Mit diesen neun Heilgrundsätzen wecken Sie den Heiler in Ihnen

Vitamin C ist der meist unterschätzte und ignorierte Wirkstoff der Medizin! Der Mensch kann im Gegensatz zur Tierwelt im Körper kein Vitamin C selbst herstellen. Er benötigt diesen Stoff aber lebensnotwendig zur Abwehr von Infektionen und zur Erhaltung seiner Lebensfunktionen. Dies ist allgemein bekannt, und über kaum einen anderen Stoff wurde mehr geforscht.

mehr ...

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Heilung des Unheilbaren

Vitamin C: Die Wunderwaffe der Natur, die selbst »unheilbare« Krankheiten heilt

Vitamin C ist der meist unterschätzte und ignorierte Wirkstoff der Medizin! Der Mensch kann im Gegensatz zur Tierwelt im Körper kein Vitamin C selbst herstellen. Er benötigt diesen Stoff aber lebensnotwendig zur Abwehr von Infektionen und zur Erhaltung seiner Lebensfunktionen. Dies ist allgemein bekannt, und über kaum einen anderen Stoff wurde mehr geforscht. Dennoch werden die überwältigenden positiven Ergebnisse in der modernen Medizin ignoriert.

mehr ...

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.