Saturday, 25. June 2016
06.01.2016
 
 

Antidepressiva vor der Geburt können später Angst und Depressionen auslösen

Jonathan Benson

Eine neue Untersuchung führt noch einmal die Gefährlichkeit von Antidepressiva vom Typ SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) wie Prozac und Lexapro vor Augen. Es stellte sich nämlich heraus, dass diese das Gehirn verändernden Medikamente anhaltende und manchmal sogar permanente Auswirkungen auf Kinder haben können, wenn sie während einer Schwangerschaft eingenommen werden, da die Schwangeren diese Psychopharmaka praktisch an die ungeborenen Kinder weitergeben.

 

Forscher der Universität von Kalifornien (UCLA) haben die Auswirkungen von SRRIs auf schwangere Frauen untersucht. Etwa 15 Prozent der Schwangeren in den USA sollen während ihrer Schwangerschaft unter Angstzuständen und/oder Depressionen leiden. Man muss also davon ausgehen, dass etwa jedes 20. in den USA geborene Kind (oder etwa 200 000 Kinder jährlich) im Mutterleib Antidepressiva ausgesetzt war.

 

Wie aus dem benutzten Maus-Modell hervorgeht, bei dem die Gabe von Antidepressiva während des letzten Drittels der menschlichen Schwangerschaft simuliert wurde, kann es dabei u. a. zu permanenten Veränderungen der Gehirnverschaltung des Kindes kommen.

 

Viele der Auswirkungen der Gabe von Antidepressiva auf die ungeborenen Kinder treten erst in der Phase auf, in der sich das Kind zum Erwachsenen entwickelt, und schließen oft Angstzustände und Depressionen mit ein.

 

Wie die Forschungsergebnisse zeigen, kam es bei Mäusen, die SSRI-Lexapro ausgesetzt waren, zu »permanenten Veränderungen« der Serotonin-Neurotransmission. Dieser Prozess steuert Stimmungen und die Kognition. Kinder, die diesen Medikamenten vor ihrer Geburt ausgesetzt waren, erleben ihr Erwachsenwerden unter veränderten Gehirnzuständen, die durch eine Art Medikamentenvergiftung hervorgerufen wurden, die wiederum auf die Einnahme dieser Antidepressiva während der Schwangerschaft durch die Mutter zurückgeht.

 

Verglichen mit den Mäusen, die Prozac, einem weiteren sehr verbreiteten SSRI, ausgesetzt waren, führten die Veränderungen bei den Tieren in der Gruppe, die über ihre Muttertiere Lexapro erhalten hatten, mit höherer Wahrscheinlichkeit zu verringerten Angstzuständen. Aber beide Medikamente blockieren künstlich die Wirkung des Serotonin-Transporters (SERT), eines Proteins, das freigesetztes Serotonin aus dem synaptischen Spalt entfernt. Die Auswirkungen können in Abhängigkeit von der individuellen chemischen Zusammensetzung [des Gehirnstoffwechsels] unterschiedlich ausfallen.

 

»Bei den Mäusen, die Lexapro ausgesetzt waren, kam es zu permanenten Veränderungen der Serotonin-Transmission. [Diese Tiere] verhielten sich weniger ängstlich als die Mäuse, die durch Prozac beeinflusst worden waren«, erklärte Anne M. Andrews, Professorin für Psychiatrie, Chemie und Biochemie am Richard-Metzner-Lehrstuhl für klinische Neuropharmakologie am Semel-Institut für Neurowissenschaft und menschliches Verhalten und dem California NanoSystems Institute.

 

Auf den ersten Blick erscheint dies vielleicht doch ganz positiv zu sein, aber die Ergebnisse der Untersuchung belegen deutlich, wie verheerend die Auswirkungen von Medikamenten, die während der Schwangerschaft verabreicht wurden, auf die nächste Generation und darüber hinaus sind. Die Wissenschaftler können zwar darauf verweisen, dass es vielleicht zu einer Verringerung von Angststörungen in späteren Lebensphasen des Kindes kommen kann, wenn die Mutter während ihrer Schwangerschaft Lexapro anstelle von Prozac eingenommen hat, aber die eigentliche Erkenntnis lautet doch, dass beide Medikamente permanente Veränderungen des Gehirns hervorrufen können, die möglicherweise die normale Funktionsweise des Gehirns des Kindes auf immer beeinträchtigen.

 

»Heutige Therapien mit Antidepressiva schlagen bei sehr vielen Patienten im Zusammenhang mit der Behandlung von Angststörungen und Depressionen nicht an. Und Fortschritte bei der Prognose individueller Reaktionen werden durch Schwierigkeiten behindert, die mit der Bewertung der komplexen Einflüsse genetischer und umweltbedingter Faktoren auf die serotonerge Transmission beim Menschen im Zusammenhang stehen«, räumt die Studie ein.

 

Eine pauschale medikamentöse Behandlungsweise von Depressionen und Angstzuständen ist mit anderen Worten nicht in der Lage, den meisten Menschen zu helfen, bei denen eine individuell auf sie zugeschnittene Behandlung erforderlich ist, die ihre individuelle chemische Zusammensetzung des Gehirnstoffwechsels berücksichtigt. Die Folgen einer medikamentösen Behandlung während der Schwangerschaft werden unmittelbar kommenden und späteren Generationen aufgeladen, die sofort nach ihrer Geburt mit chemischen Beeinträchtigungen des Gehirnstoffwechsels und des Nervensystems zu kämpfen haben.

 

»Serotonin ist der erste Neurotransmitter, der in dem sich entwickelnden Embryo gebildet wird, und er spielt bei der Formung des Gehirns eine entscheidende Rolle«, schreibt Rxisk, eine Organisation, die sich für sichere Medikamente sowie eine genauere Information und Einbeziehung der Patienten starkmacht, und verweist auf zahlreiche Studien, die neurologische Entwicklungsstörungen, darunter auch Autismus, als Folge der Einnahme von SSRI während der Schwangerschaft nachweisen.

 

»Es konnte aufgezeigt werden, dass Serotonin das Wachstum und die Entwicklung bestimmter Gehirnareale entscheidend beeinflusst. Zudem ist es an grundlegenden biologisch-neurologischen Prozessen wie Zellteilung, Ausdifferenzierung, Migration und Synaptogenese beteiligt. Die gesunde Funktion des Serotonin-Systems hat, kurz gesagt, für die normale Funktionsweise und Plastizität des Gehirns eine entscheidende Bedeutung.«

 

 

 

 

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