Wednesday, 25. May 2016
24.07.2015
 
 

Dänischer Arzt: Psychopharmaka sind fast immer unnötig

Jonathan Benson

In westlichen Ländern sterben jedes Jahr mehr als eine halbe Million Menschen über 65 an Psychopharmaka – und diese Todespillen wirken nicht einmal bei der Behandlung psychischer Erkrankungen oder Depressionen. Wie Forscher am dänischen Nordic Cochrane Center jetzt herausgefunden haben, ist der Nutzen von Psychopharmaka bestenfalls minimal; den meisten Menschen, die sie heute einnehmen, würde es ohne sie besser gehen.

 

Das British Medical Journal brachte einen aufschlussreichen Artikel von Professor Peter Gøtzsche, wonach die meisten Antidepressiva und Demenz-Medikamente normalerweise keine greifbare Besserung bringen. Außerdem würden sie viel zu häufig verschrieben und bärgen ein so hohes Risiko von Nebenwirkungen, dass es im Normalfall nicht einmal wert sei, sie zu probieren.

 

Inzwischen sterben jedes Jahr Hunderttausende an verordneten oder nicht verordneten Psychopharmaka wie Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), die mit der Auslösung extremer Depression in Zusammenhang gebracht werden und bei Anwendern Gedanken an Selbstmord und Mord hervorrufen können. Wenn man zusätzlich bedenkt, dass sich Psychopharmaka nie als wirksam erwiesen haben und oftmals nicht einmal die Wirkung von Placebos erreichen, gibt es keinen legitimen Grund, sie weiter anzuwenden.

 

»Ihr Nutzen müsste ungeheuer groß sein, um das zu rechtfertigen, aber er ist minimal«, warnt Gøtzsche die mehr als 500 000 Menschen über 65 in den westlichen Ländern, die jedes Jahr am Psychopharmaka-Gebrauch sterben. »Angesichts ihres mangelnden Nutzens könnten wir meiner Schätzung nach auf fast alle Psychopharmaka verzichten, ohne Schaden anzurichten.«

 

Pharmakonzerne finanzieren Schwindel-Studien, um Psychopharmaka als sicher und wirksam darzustellen

 

Was ist dran an all den Studien, die vermeintlich die Sicherheit und Wirksamkeit von Psychopillen bestätigen? Sie werden zum großen Teil von Pharmakonzernen bezahlt, die mittlerweile Experten in der Kunst der Manipulation und Pseudowissenschaft seien, so Gøtzsche.

 

Da sie wüssten, wie klinische Tests so angelegt werden können, dass sie die gewünschten Ergebnisse über Sicherheit und Wirksamkeit erbringen, könnten Pharmakonzerne Aufsichtsbehörden und Öffentlichkeit hinters Licht führen, um weiter Geschäfte zu machen. Bei Psychopharmaka würden beispielsweise Probanden ausgewählt, die vorher andere Medikamente eingenommen hatten, sodass Entzugserscheinungen aufträten, die durch die getesteten neuen Medikamente teilweise gelindert würden.

 

»Tierstudien legen den Verdacht nahe, dass diese Mittel das Gehirn schädigen können, was vermutlich für alle psychotropen Medikamente gilt«, behauptet Gøtzsche, der besonders Antipsychotika, Benzodiazepine und Antidepressiva im Visier hat, die in Dänemark, wie er sagt, zusammen jedes Jahr fast 4000 Menschen umbringen, in den USA sogar noch viel mehr.

 

»Angesichts der mangelnden Wirksamkeit könnten wir fast alle psychotropen Medikamente vom Markt nehmen, ohne Schaden anzurichten – indem wir alle Antidepressiva, ADHS-Medikamente und Demenzmittel wegließen … und nur einen Bruchteil der gegenwärtig verwendeten Antipsychotika und Benzodiazepine nutzten. Unsere Menschen wären gesünder und würden länger leben.«

 

Big Pharma: Organisierte Kriminelle, die Schwachen gefährliche, unwirksame Mittel aufdrücken

 

Nach Gøtzsches Einschätzung sollten nur Menschen mit Psychopharmaka behandelt werden, die an extremen psychischen Erkrankungen leiden, die eine akute und sorgfältig überwachte Behandlung erfordern, die so schnell wie möglich wieder beendet werden sollte – und selbst dann wird den Patienten dringend geraten, wenn möglich andere, sicherere Therapien zu wählen. Auf keinen Fall sollten Psychopharmaka über längere Zeit eingenommen werden, da diese Mittel abhängig machen und beim Versuch, sie abzusetzen, schwere Nebenwirkungen auftreten können.

 

2013 schrieb Gøtzsche sein Buch Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert. Darin enthüllt er, dass die Pharmaindustrie Betrug und Täuschung begeht, um der Öffentlichkeit gefährliche Medikamente wie Psychopharmaka aufzudrücken. Das System ist durch diesen Einfluss so weit korrumpiert, dass mittlerweile Millionen Menschen Medikamente einnehmen, die unwirksam und extrem gefährlich sind.

 

»Wir nehmen so viele Medikamente ein, nicht weil Pharmakonzerne Medikamente, sondern weil sie Lügen über Medikamente verkaufen«, heißt es in dem Buch. »Das unterscheidet Medikamente von allen anderen Dingen im Leben … Wir wissen praktisch nur das über Medikamente, was die Unternehmen uns und unseren Ärzten sagen … Patienten vertrauen ihren Medikamenten, weil sie das Vertrauen, das sie in ihre Ärzte haben, auch den verschriebenen Mitteln entgegenbringen.«

 

 

 

 

Quellen:

 

rt.com

bmj.com

independent.co.uk

naturalnews.com

theguardian.com

arafmi.org[PDF]

radcliffehealth.com

 

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (28) zu diesem Artikel

26.07.2015 | 00:11

markus373

Sozialer Stress ist in Städten eher die Regel statt die Ausnahme. Die Lösung, in weniger stronge citys wechseln, oder sich "anpassen". Passt man sich an verhärtet man als Sensibler gegebenenfalls mit der Zeit an verdrängten Ängsten. Alle jubel Jahre werden diese Pappenheimer geknackt mit psychotronen Stoffen in der Frühstücksmilch bekommt man psychisch auffällige Besonderheiten die eine Einweisung in die Psychiatrischen Stadtionen der Krankenhäuser schwer vermeidlich...

Sozialer Stress ist in Städten eher die Regel statt die Ausnahme. Die Lösung, in weniger stronge citys wechseln, oder sich "anpassen". Passt man sich an verhärtet man als Sensibler gegebenenfalls mit der Zeit an verdrängten Ängsten. Alle jubel Jahre werden diese Pappenheimer geknackt mit psychotronen Stoffen in der Frühstücksmilch bekommt man psychisch auffällige Besonderheiten die eine Einweisung in die Psychiatrischen Stadtionen der Krankenhäuser schwer vermeidlich machen - dort wird man von nichtsnutzigen Papageiärzten mit Psychopharmako angefixt. Der Entzug hernach gelingt nur Wenigen. Viele bekommen Entzugspsychosen und der Zauber der Wiedereinnahme von Psychopharmako beginnt erneut. Arbeitsfähigkeit ist meist nicht mehr vorhanden und der allgemeine Abbau autarken Lebens zieht seinen Lauf. So habe ich dort drei kerngesunde Menschen in der Psychiatrie gesehen die ausschließlich in ein und dem selben Zimmer undefinierbare Unruhezustände hatten (die meiner Meinung nach auf Mikrowellenmobbing mit haushaltüblichen Mikrowellenöfen zurückzuführen ist ). Diese Menschen bekamen schwere Neuroleptika Zyprexa gegen ihr "Leiden". Sie sollten sich bessere Nachbarn und Wohnungen suchen und endlich aufhören Maklergebühren bei Neuvermietung zu zahlen. Mobbing durch Elektromagnetische Wellen gibt es juristisch und ärztlich NICHT ! Es laufen draussen mittlerweile tausende Psychopharmakozombies rum. Wenn hier der Crash kommt gibt es KEINE NOTVERSORGUNG mit Psychopharmako mehr sondern diese Menschen werden schwerste Entzugserscheinungen bekommen. Da brauchst Du keine Vorräte mehr weil Du dann hier gar nicht mehr leben kannst.


25.07.2015 | 21:20

Philip

Dass viel zuviele Psychopharmaka ausgegeben und verschrieben werden sehe ich auch so. Doch nicht in so hohen Prozentzahlen. Wenn ihr so übertreibt bei euren Artikeln lieber Kopp Verlag erreichts ihr nix. Ich selbst habe einige Bekannte, die ohne Psychopharmaka nicht mehr am Leben wären und es hilft ihnen. Doch arbeiten auch alle daran sie mehr und mehr abzusetzen.


25.07.2015 | 18:24

edmundotto

@EU-Gegner, mich würde interessieren, ob jemals ein Arzt Ihre Nebennierentätigkeit untersucht hat oder auch nur den Cortisol-Spiegel bestimmt hat. Das wäre bei einem älteren Mitmenschen das erste, was meiner Ansicht nach getan werden müsste, wenn von "Burnout-Syndrom" die Rede ist. Dieses genannte Syndrom ist nur eine der vielen erfundenen KrankheIten der Schulmedizin und die Ursache für die dabei auftretenden Symptome ist oftmals eine Nebenniereninsuffiziens.


25.07.2015 | 13:27

kiw

Man sollte in den meisten Fällen erst einmal einen Vitamin D Mangel ausschließen und einen Bluttest bei seinem Hausarzt machen lassen. Ich spreche aus eigener Erfahrungen. Mein Vitamin D Gehalt im Blut war gerade mal eben messbar. Burnout, Depressionen, Tunnelblick, Schlafstörungen, konnte Gesprächen nicht folgen, es war einfach alles zuviel. Hatte beim Autofahren das Gefühl, ich fahre gleich in den Gegenverkehr. Eine Auszeit war seiner Zeit dringend angesagt. Ein Bekannter, dem...

Man sollte in den meisten Fällen erst einmal einen Vitamin D Mangel ausschließen und einen Bluttest bei seinem Hausarzt machen lassen. Ich spreche aus eigener Erfahrungen. Mein Vitamin D Gehalt im Blut war gerade mal eben messbar. Burnout, Depressionen, Tunnelblick, Schlafstörungen, konnte Gesprächen nicht folgen, es war einfach alles zuviel. Hatte beim Autofahren das Gefühl, ich fahre gleich in den Gegenverkehr. Eine Auszeit war seiner Zeit dringend angesagt. Ein Bekannter, dem es ähnlich ergangen ist, hat mich auf Vitamin D Mangel aufmerksam gemacht. Schon nach 3 Tagen hochdosierter Vitamin D Einnahme war alles verschwunden.


25.07.2015 | 11:56

EU-Gegner

Ohne Psychopharmaka und Verhaltenstherapie bei einem Psychotherapeuten wäre ich zugrundegegangen. Die Drogen konnte ich nach wenigen Monaten weglassen, die noch länger dauernde Therapie war sehr hilfreich, wenn auch nicht zu Ende gebracht, da mein Therapeut selber an Burnout erkrankte. Seine Vertretungen waren bestimmt auch fähige Menschen, aber leider nichts für mich. Es ist sehr schwierig, vor allem weil es zu wenig Therapeuten gibt, den für sich richtigen zu finden; ich hatte...

Ohne Psychopharmaka und Verhaltenstherapie bei einem Psychotherapeuten wäre ich zugrundegegangen. Die Drogen konnte ich nach wenigen Monaten weglassen, die noch länger dauernde Therapie war sehr hilfreich, wenn auch nicht zu Ende gebracht, da mein Therapeut selber an Burnout erkrankte. Seine Vertretungen waren bestimmt auch fähige Menschen, aber leider nichts für mich. Es ist sehr schwierig, vor allem weil es zu wenig Therapeuten gibt, den für sich richtigen zu finden; ich hatte großes Glück als Notfall direkt an "meinen" zu geraten.


24.07.2015 | 20:36

Ben

Depression ist nach wie vor die Umkehrung der Aggression. Sie richtet sich nach innen und die Ursachen können ganz verschieden sein. Depressionen kann und sollte man nicht bekämpfen, das verschlimmert das Stimmungsbild. Mein Vorschlag: Selbstbeobachtung. Worum kreisen die Gedanken im depressiven Zustand? Mancher meint, er sei nicht schön genug, mancher, nicht gut genug, mancher, ich sage immer das falsche, ich hätte ihm/ihr das nicht erzählen dürfen usw. Depressionen sind...

Depression ist nach wie vor die Umkehrung der Aggression. Sie richtet sich nach innen und die Ursachen können ganz verschieden sein. Depressionen kann und sollte man nicht bekämpfen, das verschlimmert das Stimmungsbild. Mein Vorschlag: Selbstbeobachtung. Worum kreisen die Gedanken im depressiven Zustand? Mancher meint, er sei nicht schön genug, mancher, nicht gut genug, mancher, ich sage immer das falsche, ich hätte ihm/ihr das nicht erzählen dürfen usw. Depressionen sind Selbstkasteiungen. Die Katholiken haben in früheren Zeiten ihr sündiges Fleisch mit der Peitsche bearbeitet. Kleine 10-Minuten-Übung für jeden Tag zur selben Stunde: alles abschalten, was stört, Radio, Fernsehen, Handy, Klingel und die Katze bleibt draußen. Entspannt auf den Rücken legen und in den Körper "hineinfühlen", von den Zehen bis zum Kopf. Danach die Gedanken beobachten. Das geschieht mit "Distanz". Man merkt dann alzumal, daß einen ein bestimmter Gedanke erschüttert, was einen zu der Auffassung bringen sollte, daß Gedanken eine Macht inne wohnt. Beruhigen und wieder in Distanz gehen, bis die 10 Minuten vorbei sind. Danach wird alles aufgeschrieben, was man gedacht und gefühlt hat. Nach einiger Zeit stellt sich gewiß eine Vorfreude ein auf das Experiment, denn danach sieht man die Welt mit anderen Augen. Man wird sensibel für die mißlichen Gedanken und merkt sofort, wenn sie sich aufdrängen wollen. Jetzt hat man den tollen Trick der Distanz und läßt die Gedanken rumoren, während man selber was andereres vorhat. Nach und nach lassen die Depressionen nach und man stellt fest, wenn man nett zu anderen ist, sind die auch nett zu mir.

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