Montag, 21. August 2017
05.08.2016
 
 

Tetanus: Wie gefährlich ist diese Krankheit wirklich?

Marc A. Sauer

Um diese Krankheit ranken sich viele Gerüchte. Sie soll tödlich sein und es gibt kein Heilmittel. Nur mit einer Impfung könne man der Gefahr begegnen. Außerdem kann man Tetanus schon bekommen, wenn man bei der Gartenarbeit Erde in eine Wunde bekommt. Und natürlich sind vor allem die Kinder in Gefahr, die auf öffentlichen Spielplätzen in Sandkästen spielen und sich an rostigen Nägeln verletzen. So etwas oder Ähnliches wird von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung geglaubt.

 

Es wird also Zeit, sich die Sache mal genauer anzuschauen. Tetanus, auch »Wundstarrkrampf« genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird. Dessen Sporen nahezu überall vorkommen (auch in Gartenerde). Die Infektion erfolgt durch das Eindringen der Sporen in Wunden. Das Bakterium sondert Giftstoffe (vor allem Tetanospasmin) ab, welche die muskelsteuernden Nervenzellen befallen und die typischen Muskelkrämpfe auslösen. Der Erreger kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden und kann sich ausschließlich unter Luftabschluss entwickeln.

 

Wann besteht die Gefahr einer Infektion?

 

Tetanus-Bakterien sind licht- und sauerstoffempfindlich. Für eher oberflächliche Wunden, die Luft und Licht ausgesetzt sind, besteht somit keine Gefahr. Gartenarbeit mit verletzter Hand scheidet also als Tetanusgefahrenquelle aus. Das kann Ihnen übrigens jeder Arzt bestätigen.

 

Problematisch sind folglich nur tiefe Wunden, aber auch nur dann, wenn sie verunreinigt sind und nicht bluten. Blutet eine Wunde dagegen, sinkt auch bei tiefen Wunden die Tetanusgefahr gegen null. Wenn sich also ein Kind auf dem Spielplatz einen Nagel eintritt und diese Wunde fachgerecht gereinigt und verbunden wird, hat Tetanus hier keine Chance.

 

Es müssen also schon recht viele Faktoren zusammenkommen, damit tatsächlich Probleme aufkommen können. Tetanusgefährdete Wunden sind also entweder verschmutzt oder weisen zerstörtes Gewebe auf. Glücklicherweise gehört es heutzutage zum medizinischen Standard, eine Wunde zu reinigen, nekrotisches (abgestorbenes) Gewebe zu entfernen und dafür zu sorgen, dass Wundsekrete abfließen können. Das nimmt den Erregern praktisch jegliche Grundlage zur Vermehrung.

 

Wie hoch ist das Risiko?

 

Im 19. Jahrhundert wurde das Risiko, an Tetanus zu erkranken, von den Ärzten der Zeit als eher gering eingestuft, hauptsächlich betraf es neugeborene Kinder, und diese gruben sicher nicht in Erdlöchern und verletzten sich an der Hand. Hier waren ganz einfach mangelnde hygienische Umstände die Ursache.

 

Dass Kinder an Wundstarrkrampf sterben, kommt heute nahezu ausschließlich in Dritte-Welt-Ländern vor. So zum Beispiel in manchen Regionen in Afrika, wo die Nabelwunde bei Neugeborenen oftmals noch mit einer Erdpaste verschlossen wird. Bei so einem Verfahren entsteht dann natürlich ein abgeschlossenes Gebiet, an das weder Licht noch Sauerstoff kommt, es blutet wenig und die Wunde kommt mit Erde in Kontakt – ein idealer Nährboden für diese Art von Bakterien.

 

In Deutschland erkranken nicht einmal 15 Menschen pro Jahr an Tetanus und maximal zwei sterben daran. Die STIKO (Ständige Impfkommission) bestätigt, dass es sich bei den Betroffenen durchweg um ältere und durch chronische Vorerkrankungen geschwächte Menschen handelt.

 

Jetzt könnte man natürlich sagen: Die Bevölkerung ist eben durchgängig durch eine Impfung geschützt, deswegen passiert da nichts! Dazu sollte man wissen, dass viele Deutsche sich nicht regelmäßig nachimpfen lassen, sie also keinen Impfschutz haben, und trotzdem haben wir diese Zahlen.

 

Nutzen eher gering, Nebenwirkungen eher gravierend

 

Dem vermeintlichen Nutzen der Impfung stehen natürlich auch gewisse Risiken gegenüber. In den Produktinformationen der Tetanus-Impfstoffe sind zahlreiche mögliche Nebenwirkungen von geringer bis häufiger Wahrscheinlichkeit und Schwere aufgelistet. Von einer Schwellung der Lymphknoten bis hin zu APS (Antiphospholipid-Syndrom), das mit Erblindung, Herzklappenveränderungen und Epilepsie einhergehen kann, gibt es noch viele kleinere und größere Symptome, die auftreten können, und bei über acht Millionen Impfdosen pro Jahr kann da schon so einiges zusammenkommen. Eine Studie aus dem Jahr 2000 von EL Hurwitz und H. Morgenstern ergab, dass gegen Tetanus geimpfte Kinder doppelt so häufig an Asthma litten wie ungeimpfte. Auch die Wahrscheinlichkeit, an einer anderen Allergie zu erkranken, war um 63 Prozent erhöht.

 

Noch sind Impfungen in Deutschland rein rechtlich gesehen Körperverletzung, die einer Einwilligung bedarf. Doch es kommt durchaus vor, dass Ärzte bei verletzten Minderjährigen eine Tetanus-Impfung auch gegen den erklärten Willen des Kindes und seiner Eltern richterlich erzwingen lassen. Die Begründung ist dann meist: Im Falle des Nichtimpfens bestünde Lebensgefahr für den Patienten. Außerdem überwiege der Nutzen der Impfung das Risiko bei Weitem. Bleibt die Frage: Aufgrund welcher Beweislage wird hier argumentiert?

 

Es gibt keine Studien, aus denen eindeutig hervorgeht, dass Personen mit einem hohen Tetanus-Antikörpertiter (geimpfte Personen) seltener an Wundstarrkrampf erkranken als Personen ohne nachweisbaren Titer.

 

Somit kann eine Schutzwirkung nicht bewiesen werden. Auch die WHO, die immer für Impfungen votiert, gibt zu, dass sich die Wahrscheinlichkeit, an einer Infektionskrankheit zu erkranken, senken lässt durch Schutzimpfung und verbesserte Hygiene. Bleibt dann nur die Frage: Welcher Part hat hier den größeren Anteil? Die Impfung oder die Hygiene? Zu dieser Frage schweigt sich die WHO aber leider aus.

 

 

 

 

 

Verweise:

 

  • impf-report Ausgabe Nr. 70/71, Sept./Okt. 2010.
  • Tolzin,U.P.: Die Tetanus-Lüge. Warum das Bakterium nicht die Ursache sein kann und die Impfung keinen Sinn macht, Schwäbisch Hall 2010, 43ff., 57ff.

 

 

 

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